• 02.06.2020

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Leutnant Dino kommentiert

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Die Corona-Krise ist noch lange nicht ausgestanden. Die Infektionszahlen in Deutschland steigen munter weiter und ein Ende ist nicht in Sicht. Bei den gemeldeten Zahlen sind berechtigte Zweifel angebracht. Aufgrund der limitierten Testmöglichkeiten kann davon ausgegangen werden, dass die Infektionen deutlich höher sind, als offiziell gemeldet. Ob die Situation wirklich bedenklich ist, das können selbst Ärzte und führende Virologen nicht einschätzen. Entweder sie wissen es nicht oder sie verschweigen wichtige Informationen, um keine Panikwelle loszutreten.

Die Ausgangsbeschränkungen und Kontaktverbote sind sicherlich nicht grundlegend falsch, aber es gibt gravierende Mängel. Soziale Kontakte werden massiv eingeschränkt, um Ansteckungen mit Corona zu verhindern. Doch was ist mit Kontakten am Arbeitsplatz? Warum sind Kontakte bei der Arbeit mit den Kollegen zulässig und nach Feierabend plötzlich nicht mehr? Auch die meisten öffentlichen Verkehrsmittel fahren noch. Droht hier etwa keine Gefahr der Ansteckung? Hinzu kommen widersprüchliche Regeln in den einzelnen Bundesländern. So ist Grillen und Picknicken in fünf Bundesländern erlaubt, Freunde zu besuchen gar in elf.

Die logische Reaktion auf steigende Infektionen wäre die konsequente Stilllegung aller nicht lebenswichtigen Bereiche und Kontakte, so wie in Italien oder Spanien. Nur so können steigende Infektionszahlen möglicherweise vermieden werden. Sicher ist das jedoch nicht. Und was das wirtschaftlich bedeutet, das kann aktuell kaum jemand abschätzen, aber es wird eine Apokalypse unvorstellbaren Ausmaßes geben.

Natürlich ist eine Gesichtsmaske kein voll wirksamer Schutz gegen eine Infektion, aber sie kann das Übertragungsrisiko minimieren, sofern alle eine Maske tragen. Nur hat es die Bundesregierung bis heute nicht geschafft, einfache OP-Masken in ausreichendem Umfang zu organisieren, von professionellen FFP Masken und Schutzanzügen für medizinisches Personal ganz zu schweigen. Dass der empfohlene Mindestabstand zwischen Menschen von 1,5 bis 2 Metern nicht besonders wirksam ist, dürfte den meisten Menschen inzwischen klar sein. Bei turbulenten Luftbewegungen wie in klimatisierten Räumen nützt das wenig.

Geldmittel für notleidende Betriebe, egal ob Konzern oder Einzelkämpfer, sollten ausreichend vorhanden sein. Doch glänzt Deutschland auch hier mit grandiosem Versagen in der Praxis. Nur Betriebe, die nachweislich in Liquiditätsschwierigkeiten sind, erhalten theoretisch Geld, doch praktisch kommt das bei denen zu spät. Ist die Karre gegen die Wand geklatscht, dann ist eine Rettung kaum mehr möglich. Die Kredite der KfW Bank sind ebenfalls Blödsinn, weil die Hausbank 20% des Risikos übernehmen muss. Hier liegt der Schwierigkeitsgrad, denn keine Bank übernimmt diese Haftung ungeprüft. Banken fordern dazu umfangreiche Unterlagen und ein Betrieb in der Krise bekommt dank Finanzmarktregulierung keinen Kredit, wenn die Rückzahlung der Schulden nicht gesichert ist. Hinzu kommt die gesetzliche Problematik der Überschuldung. Die eingeleiteten Rettungsmaßnahmen der Bundesregierung dürften mehr oder weniger nutzlos verpuffen. Sicherlich werden einige größere Firmen Geld bekommen, aber zum Überleben wird das nicht reichen. Je länger die Corona-Krise dauert, umso mehr Firmen werden in den finanziellen Abgrund gerissen. Der Spruch von Altmaier (CDU), dass niemand zurückgelassen wird, klingt eher nach „rette sich, wer kann“.

Pikant ist die nun gesetzlich zulässige Aussetzung von Mietzahlungen. Kaum war dieses handwerklich miserabel zusammengeschusterte Gesetz verabschiedet, das eigentlich private Mieter vor Kündigung des Wohnraums schützen sollte, haben einige Großkonzerne sofort rein vorsorglich ihre Mietzahlungen eingestellt, um ihre künftige Liquidität sicherzustellen. Dadurch werden der Mietmarkt und das generelle Vertrauen in Verträge nachhaltig zerstört, das muss jedem klar sein. Das Vertrauen in den Mieter sinkt unabhängig von dessen Bonität gegen null und damit kommen wieder altbewährte Mittel wie befristete Mietverträge bei voller Mietvorauszahlung für die gesamte Vertragslaufzeit auf den Tisch. Entweder man kann das bezahlen oder man sitzt auf der Straße. Dass sich viele Jungunternehmer so etwas nicht leisten können, dürfte niemanden überraschen.

Das sind nur wenige Beispiele aus der gelebten Praxis. Die Aufträge der meisten Firmen brechen weg und nun wird von der Substanz gelebt. Das verfügbare Geld wird jedem Betrieb irgendwann ausgehen. Der Volkswagenkonzern verbrennt aktuell zwei Milliarden Euro, pro Woche. Selbst bei sehr gesunden Firmen reicht das Geld allenfalls bis Herbst. Wenn sich die Auftragslage bis dahin nicht erholt, dann fehlt schlichtweg die Perspektive. Da macht es vielleicht mehr Sinn, die Firma heute und jetzt zu schließen, damit wenigstens noch etwas Geld für einen späteren Neustart übrigbleibt. Betriebswirtschaftlich ist es schlichtweg Unsinn dabei zuzuschauen, wie die Kohle Monat für Monat den Bach runtergeht.

Das Gelddrucken der Bundesregierung und der anderen EU-Mitgliedsstaaten treibt die Verschuldung in gigantische Dimensionen. Da geht es nicht mehr um Milliarden, sondern um Billionen. In naher Zukunft überschreitet die Geldmenge die tatsächliche Wirtschaftskraft. Dann sind der Crash und der völlige Zusammenbruch der Wirtschaft nicht mehr weit entfernt. Ist das Schwarzmalerei? Nein, sicher nicht. Es gibt im Moment weder einen Plan, noch eine Zukunftsperspektive. Die Bundesregierung schafft noch nicht mal die profane Aufgabe, ausreichend Gesichtsmasken bereitzustellen. Wie soll sie da einen komplexen tragfähigen Zukunftsplan entwickeln können? Das ist absurd, völlig abwegig, aussichtslos. Geld, das bald wertlos ist, wird jedenfalls nicht helfen. Es fehlt der Politik schlichtweg an Kompetenz, Mut und Entschlossenheit. Unsere selbstverliebten Politiker und ihre hofschranzenden Medien sind in einer Krise allesamt nutzlos, was die Mehrheit der Bevölkerung immer schon wusste. Nur der Beweis fehlte noch, heute ist er endlich erbracht.

Was ist nun in dieser Krise zu tun? Wer kann, der sollte nicht in der Großstadt wohnen, sondern auf dem Land, vorzugsweise in einer strukturschwachen Gegend. Eine geringe Bevölkerungsdichte ermöglicht eine gute Bewegungsfreiheit und damit Lebensqualität. In der Stadt ist man praktisch in seiner Wohnung gefangen. Die Notreserve an Lebensmitteln sollte stetig weiter aufgestockt werden, denn bei einem kompletten Shutdown wird alles ganz schnell knapp und teuer werden. Die Notrationen des Staates helfen allenfalls gegen den Hungertod, für Wohlbefinden sorgen sie nicht. Damit sind die wichtigsten Empfehlungen genannt. Wer heute keine Krügerrand besitzt, der hat Pech gehabt. Bargeld mag noch einige Monate recht nützlich sein, aber bei einem Zusammenbruch des Finanzsystems ist es wertlos.

Eine andere Möglichkeit zur Überwindung der Corona-Krise wäre das Aufheben aller staatlich verordneten Beschränkungen mit der Empfehlung an alle Risikopersonen, in Selbstverantwortung für den eigenen Schutz zu sorgen. Das führt zwar zu einer weitgehend ungebremsten Durchseuchung mit kurzfristig vielen Toten und schlimmen Einzelschicksalen, aber vielleicht wäre das die bessere Strategie angesichts unserer Politikversager und vor dem Hintergrund, dass die Sterbefälle durch einen weiteren Shutdown allenfalls zu verzögern, aber nicht zu verhindern sind. Da macht es einfach keinen Sinn, die Wirtschaft unnötigerweise auch noch sterben zu lassen.

Diese Strategie erscheint auf den ersten Blick unmenschlich, aber das Wirtschaftssystem bricht so eben nicht völlig zusammen und es können sogar ganz neue Dienstleistungsbereiche zum Schutz und zur Versorgung von Risikogruppen entstehen.

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