• 16.09.2020

Das Männermagazin

Leutnant Dino kommentiert

Das beste Land der Welt

deutschland

» Artikel vom

Wenn ich solche Sätze über Deutschland lesen und hören muss, dann frage ich mich, ob das wirklich stimmt. Wer immer nach der Pfeife des Staates tanzt und jeden Unsinn der Bundesregierung nachplappert, der wird wahrscheinlich kaum in Schwierigkeiten geraten. Wer jedoch eine eigene Meinung hat und die öffentlich vertritt, für den sieht es wohl ein wenig anders aus. Da gibt es viele Fallstricke. Auch den, der still und unauffällig lebt, kann das Unrecht ganz flott erwischen. Und dafür gibt es jede Menge Beispiele.

Ich erinnere mich sehr gut an einen Disput in der deutschen Botschaft in Bangkok. Dort wurde ich von einem deutschen Beamten bedroht, dass er mich in Abschiebehaft stecken wird. Dieser Wortwechsel fand in einem ton- und videoüberwachten Raum statt. Kurz darauf beschwerte ich mich über diesen Beamten anwaltlich beim Auswärtigen Amt. Kurioserweise war die Ton- und Videoüberwachung bei meinem Besuch angeblich wegen Wartungsarbeiten außer Betrieb und das Fehlverhalten des Beamten konnte somit nicht nachgewiesen werden.

Als ich in Österreich wohnte und in Deutschland arbeitete, hatte ich versehentlich einen Teil der Steuern in Deutschland und nicht in Österreich abgeführt. Es ging um ca. 500 Euro. Jedenfalls forderte das Finanzamt Bregenz diesen Betrag von mir und ich reichte die Forderung an das Finanzamt Lindau weiter. Dort kam man auf die geniale und wohl zulässige Idee, eine Einkommenssteuerschätzung rückwirkend für den Zeitraum zu veranlassen, in dem ich in Thailand wohnte. Dass ich dort nicht der deutschen Steuerpflicht unterlag, war dem Finanzbeamten egal. Ich könnte ja Klage einreichen und in zehn Jahren vielleicht Recht bekommen. Ich habe mich stattdessen für den pragmatischen Weg entschieden und einfach das Finanzamt Bregenz nicht bezahlt. Wenn das Finanzamt Lindau nicht will, dann will ich eben auch nicht. Bei jeder der unzähligen Mahnungen des Finanzamts Bregenz verwies ich auf das Finanzamt Lindau.

Dank einiger Feministinnen wurde ich zivilrechtlich wegen des Männermagazins verklagt. Die Anwälte jubelten den Streitwert so hoch, dass die Gerichtsprozesse vor dem Landgericht stattfanden. Da darf man sich nicht selbst verteidigen und wenn man ohne Anwalt aufschlägt, dann gibt es automatisch ein Versäumnisurteil zugunsten der Gegenseite, unabhängig vom Sachverhalt und der Rechtslage. Es gibt kein bedingungsloses gleiches Recht für alle. Juristen machen die Bedingungen mit dem Anspruch, in allem die besseren Menschen zu sein.

Ohne triftigen Grund hat der deutsche Botschafter in Bangkok über das thailändische Außenministerium ein Sondereinsatzkommando der thailändischen Polizei auf mich gehetzt. Die Polizei besuchte mich mit automatischen Gewehren und schusssicheren Westen in meinem Haus am Jomtien Beach. Ich kann von Glück reden, dass die Jungs sehr besonnen agierten und mich nicht abknallten. Die darauf folgende anwaltliche Beschwerde beim Auswärtigen Amt in Berlin wurde weder bearbeitet, noch beantwortet.

Ich könnte noch einige Beispiele anführen, aber das sollte ausreichend sein zur Beantwortung der Frage, ob ich den deutschen Staat respektiere oder gar liebe. Doch habe ich aus meinen Erfahrungen viel gelernt und meine Strategie vor allem dahingehend verfeinert, an mir alles abperlen zu lassen. Es interessiert mich nicht und wenn doch, dann kippe ich Sand statt Öl ins staatliche Getriebe. Kann ich irgendetwas ändern? Nein. Kann ich gegen den deutschen Staat gewinnen? Nein. Die einzige logische Konsequenz daraus ist, einfach passiv zu sein und die Gesetze möglichst zum eigenen Vorteil zu nutzen. Nichts anderes machen die Staatsvertreter. Auch die mogeln sich durch die Gesetze, ohne dafür jemals zur Verantwortung gezogen werden zu können.

Als ich meinen russischen Lada 2104 in München bei der Zulassungsstelle anmelden wollte, musste ich eine gesonderte Haftpflichtversicherung vorweisen, wo explizit drinsteht, dass dieser Lada versichert ist. Der normale Versicherungscode der Flottenversicherung reichte der Dame am Schalter nicht aus. Auf meine Frage, auf welcher Rechtsgrundlage ihre Entscheidung fußt, bekam ich nur einen Anschnauzer, dass ich das gefälligst tun soll oder gehen kann. Seit diesem Zeitpunkt nutze ich ausschließlich Dienstleister für die An- und Ummeldung meiner Fahrzeuge, damit ich mit diesen dummen Frauen keinen Kontakt mehr haben muss.

Auf einer Baustelle für ein Landgericht, wo ich der planende Ingenieur war, kam das Ordnungsamt zu mir. Der Ordnungsbeamte, sehr großmäulig und frech, drohte mir mit Punkten in Flensburg und einem saftigen Ordnungsgeld, weil die Absperrung angeblich nicht ordnungsgemäß war. Ich sagte ihm, dass ich sofort meinen Anwalt einschalten werde, den ich liebevoll Pitbull nenne und er den Privatgrund zu verlassen hat. Er wusste nicht, dass es sich um ein abgesperrtes Privatgelände handelte. Er zog knurrend ab und ich hörte nie wieder etwas von ihm. Nur meiner herrischen und unbeugsamen Art war es zu verdanken, dass ich nicht bestraft wurde.

Auf einer anderen Baustelle für ein Finanzamt kam die Leiterin des Umweltamtes zu mir, weil die Baustelle zu laut sei. Ich fragte, wer sich auf welcher Grundlage beschwert hatte und welche Messdaten festgestellt wurden. Diese einfachen Fragen konnte sie nicht beantworten. Ich empfahl ihr zu gehen und wiederzukommen, wenn sie konkrete Auskünfte geben könnte. Daraufhin sagte sie trotzig, dass sie einen Gutachter beauftragen werde, was für mich sehr teuer werden kann. Ich erwiderte, dass ich diese Vorgehensweise sehr gut finde, denn dann bin ich aus ihrer persönlichen Willkür entlassen. Die Dame zog ab und ich hörte nie wieder etwas von ihr. Auch hier war es meiner Unbeugsamkeit zu verdanken, dass ich nicht in den Strudel der persönlichen Meinung einer Frau geraten bin.

Ganz besonders schön wird es, wenn sich Anwohnerinnen über Baulärm beschweren. Sie betreten ohne Erlaubnis die Baustelle und labern mich mit ihren Problemen voll. Da bin ich konsequent und werfe diese Damen sofort raus. Natürlich aus Sicherheitsgründen. Dann wird meist die Polizei gerufen, die auch nicht weiß, was sie da machen soll. Nach wenigen Minuten voller Ratlosigkeit fahren die Ordnungshüter meistens wieder ab, weil ein wichtigerer Einsatz wartet. Die dann gerufene Gewerbeaufsicht als nächste Eskalationsstufe prüft die UVV-Plaketten an den Geräten und gut ist es. Doch die sich lärmbelästigt fühlenden Damen geben nicht so schnell auf. Es folgen E-Mails mit wüsten Beschimpfungen und Unterstellungen, z.B. dass ich sie „mit meinen ausländischen Freunden“ bedroht hätte. Solche E-Mails gehen an sämtliche Behörden, sozusagen ein letztes Aufbäumen dieser säuerlichen Frauen mit ultimativem Racheeffekt.

Ob ich im besten Land der Welt mit den besten Bürgern lebe? Nein. Damit ich wenigstens im Privatleben von den zahlreichen Idioten verschont bleibe, wohne ich in einer kleinen Siedlung in Oberfranken, aber selbst da ist man nicht sicher. Meinen Bulldog wollte man dort zum Kampfhund erklären, doch da bin ich relativ easy, weil ich weiß, dass man mit einem guten Anwalt und einer ordentlichen Portion Geld immer sein Recht bekommt. Aber ist das dann wirklich das beste Land der Welt?

Nun könnte man durchaus philosophieren, dass es in anderen Ländern viel schlimmer ist. Das mag stimmen, aber beantwortet eben nicht die Frage, ob Deutschland das beste Land der Welt ist. Der Verweis auf vermeintlich schlimmere Länder ist ein Ablenkungsmanöver von ziemlich dummen Menschen.

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