• 19.11.2019

Das Männermagazin

Leutnant Dino kommentiert

Falschbeschuldigungen wegen Vergewaltigung nehmen zu

polizei

» Artikel vom

Nein, das ist kein Satz aus meiner Feder, sondern aus einer Zeitung. Der „Südkurier“ berichtet über eine nie stattgefundene Vergewaltigung. Der erste Satz dieses Zeitungsartikels ist nun die Überschrift meines Artikels, der vor kurzem noch als eine Frechheit und als dreiste Lüge bezeichnet worden wäre.

Es geht weniger um den eigentlichen Vorgang der angeblichen Vergewaltigung, über den der Südkurier berichtet, sondern mehr darum, wie die Polizei eine Falschbeschuldigung erkennt und aufklärt.

Meine Kontakte zur Kriminalpolizei waren in der Vergangenheit wie auch heute recht intensiv. Anders als vor Juristen habe ich grossen Respekt vor der deutschen Polizei, weil sie ordentliche Arbeit leistet. Dabei sind die Arbeitsbedingungen der Polizei schwierig. Der Job bringt wenig Geld, beschissene Dienstzeiten, viele Überstunden und ein kaum vorhandenes Privatleben. Zerrüttete Ehen sind oft das Ergebnis des Polizeiberufs. So verwundert es nicht wirklich, dass auch Polizisten das Männermagazin lesen.

Erst vor einigen Wochen hielt ich mit zwei Ermittlern der Kripo einen ausgedehnten Plausch. Mich interessierte die Arbeit der Kripo. Weil jeder Mann am liebsten über das redet, was ihm Spaß macht, wurde es ein spannendes Gespräch mit vielen Informationen aus erster Hand, die man nicht so einfach bekommt.

Die typische Frau, die eine Falschanzeige wegen Vergewaltigung ablässt, ist einsam und fühlt sich ungeliebt. Seit Jahren hat sie keinen Freund und auch in der Diskothek oder in der Bar sitzt sie meist alleine, während ihre Freundinnen sich mit Männern vergnügen, die sehr spendabel sind und sich größte Mühe geben. Jede Frau fühlt sich dabei als Prinzessin und natürlich geliebt bzw. begehrenswert. Aber nicht die eine Frau, die es in jeder Frauengruppe gibt. Eine langweilige, verschrobene Figur, stets im Schatten der anderen Frauen.

Und so kommt, was kommen muss. Es ist wieder so eine Nacht von vielen, in der sie ganz alleine auf ihrem Barhocker sitzt. Eine Freundin fragt sie, was denn los sei und warum sie keinen Spaß hat. Diese Frage ist wie ein Stich in ihr Herz und die Fragestellerin ahnt nicht, was sie damit auslöst. Einmal die ganze Aufmerksamkeit geniessen, sich geliebt und umsorgt fühlen. Ja, das wäre schön. Und so sagt sie, dass sie in der letzten Woche vergewaltigt wurde. Kurzfristig beraten sich nun die Freundinnen und beschließen, das einzig Richtige zu tun. Sie wählen den Notruf 110 und die Polizei reagiert sofort. Zwei Streifenwagen rasen mit Blaulicht durch die Nacht, direkt zur Bar. Was für ein Auflauf. Fußgänger bilden Grüppchen und die Party in der Bar kommt zum Erliegen. Die Polizisten kümmern sich nun intensiv um das angebliche Vergewaltigungsopfer. Sehr feinfühlig werden erste Ermittlungen aufgenommen. Der Polizeiapparat läuft auf Hochtouren. Die Aufklärungsquote bei Vergewaltigungen liegt bei deutlich über 80% und das ist im Vergleich zu vielen anderen Straftaten hoch. Die Polizei ist zurecht stolz darauf.

In der Nacht bei der ersten Vernehmung kommt freilich nicht viel heraus. Im Kopf des angeblichen Vergewaltigungsopfers dröhnen noch die Sirenen der Polizeiwagen, die Gedanken sind vom nächtlichen Blaulicht verwirrt und das schlechte Gewissen beginnt die Frau zu plagen. Sie realisiert, welchen gewaltigen Aufwand sie ausgelöst hat. Soll ich jetzt die Wahrheit sagen oder lieber doch nicht? Meistens wählt das Opfer, das keines ist, den zunächst einfacheren Weg und macht die Lüge zur Wahrheit.

Das Polizeiprotokoll der ersten Nacht wandert auf den Schreibtisch eines Kripo Beamten. Er liest sich die Akte durch und erkennt sofort, dass wesentliche Details undurchsichtig sind. Da klingt vieles nicht schlüssig, aber er geht der Sache auf dem Grund. Er schreibt eine Vorladung und das angebliche Vergewaltigungsopfer betritt sein Zimmer. Der erfahrene Kripo Beamte erkennt sofort an der Gestik, dass er mit seinen Zweifeln an der Tat richtig liegt. Jetzt muss er die richtigen Weichen stellen und das Kasperletheater rasch beenden. Die polizeilichen Ressourcen sind knapp und auch er muss effektiv arbeiten.

Und so werden in der Vernehmung geschickte Fragen gestellt, bei denen sich eine Dame mit erfundener Vergewaltigung schnell in Widersprüche verwickelt. Spätestens wenn es ins Detail geht, wie sie denn vergewaltigt wurde, fliegt die Lüge auf. Die klassische Antwort „Wie man eben vergewaltigt wird“ hat der Polizeibeamte schon hundertmal gehört. Nein, das könne sie nicht präziser sagen, denn immerhin sitzt der Schock zu tief. Wenn es aber darum geht, welche Handtasche und welche Klamotten sie bei der Tat trug, dann erinnert sie sich an jedes Detail. Sobald sich eine angebliche Vergewaltigung als Lüge herausstellt, zieht die Polizei etwas andere Saiten auf.

Nach einigen weiteren Tagen, wird das angebliche Vergewaltigungsopfer nochmals eingeladen und mit seinen Widersprüchen konfrontiert. Da geht es dann schärfer zur Sache. Bei der intensiven Befragung durch üblicherweise zwei Beamte dauert es maximal eine Stunde, bis die Dame die Wahrheit tränenreich eingesteht. Nein, das habe sie nicht gewollt. Auf gar keinen Fall. Sie war doch so einsam und keiner kümmerte sich um sie. Einerseits ist die Polizei froh, wenn so ein Fall aufgeklärt ist, doch anderseits steigt der Frust, dass Ermittlungen zu wirklichen Straftaten deshalb warten mussten. Auch ärgert es die Polizei, dass die Strafen für Falschbeschuldigungen gering sind. Ein Polizist ist eben kein Richter.

Die Frage, wie ein Kripo Beamter denn ein echtes Vergewaltigungsopfer von einer Falschbeschuldigerin unterscheiden kann, löste zunächst Erstaunen bei dem von mir befragten Polizisten aus. Er sagte, wenn Du einige wirkliche Vergewaltigungsopfer gesehen und kennengelernt hast, dann kennst Du den Unterschied. Mit seinen langjährigen Erfahrungen weiss er schon was Sache ist, wenn das angebliche Vergewaltigungsopfer zum ersten Mal durch seine Türe kommt.

Und dieser Kripo Beamte sagte auch, dass die Vergewaltigungsanzeigen mehrheitlich Fakes sind. Alles gelogen von den Weibern, aber so richtig laut sagen darf man es eben nicht.

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