• 22.05.2019

Das Männermagazin

Leutnant Dino kommentiert

Die Sommer werden immer heißer

kuehler

» Artikel vom

Was für ein Sommer. Die Temperaturen erreichen mittlerweile Werte, die sonst in der Karibik oder in Asien zu finden sind. Die Sonne knallt und die Wochenenden am Badesee machen manchmal keinen Spaß mehr, weil es einfach zu voll ist.

Am Freitag düsen viele in Richtung Wochenendausflug und mir ist aufgefallen, dass ab 35°C viele Autos einfach schlapp machen. Der Kühler qualmt, der Motor hat sich fest gefahren oder die Zylinderkopfdichtung ist durch. Vielen Autos machen diese Temperaturen Probleme, obwohl die relativ leicht zu vermeiden sind.

Die einfachste Lösung gegen Überhitzung des Motors ist, die Heizung auf volles Rohr stellen. Das ist freilich kein Vergnügen, vor allem wenn Mutti auf dem Beifahrersitz schwitzt und meckert. Das ist nur eine temporäre Lösung, mit der man wenigstens nach Hause kommt.

Die technische Lösung kennen selbst die meisten hochmodernen Kraftfahrzeugschlosser nicht. Der Schlosser von heute beherrscht das Einstecken seines Diagnosecomputers, der ihm dann ausspuckt, was defekt ist. Sicherlich werden dann kostspielig viele Bauteile gewechselt, aber eine dauerhafte Lösung gegen das Überhitzen des Motors bringt das nicht.

Ursache ist zu heisses Kühlwasser. Wenn es anfängt zu kochen, dann überhitzt der Motor und der Ölfilm reißt ab. Kolbenfresser, defekte Kopfdichtung usw., das sind dann die üblichen Schäden. Wenn man die Temperatur von Wasser und Öl senken kann, dann hat man schon die Problemlösung. Und dazu hilft ein Blick auf den Motorrennsport.

Im Sommer wird die Klimaanlage auf Volllast gestellt, wobei der Klimakühler meist in unmittelbare Nähe des Wasserkühlers sitzt. Der Lüfter sollte an sich die Hitze schnell abführen, packt es aber nicht, weil er einfach zu schwach ist. Eine erste Lösung sieht so aus, dass ein Lüfter mit größerer Leistung eingebaut wird. Ein Racinglüfter ist die richtige Wahl. Bei Bedarf könnte zusätzlich ein anderer Sensor verbaut werden, der den Lüfter früher einschaltet. Statt bei knapp 90°C schon bei 75°C. Das ist mit wenig Aufwand zu realisieren.

Wenn die Öltemperaturen sehr hoch werden, dann empfiehlt sich die Verwendung eines deutlich besseren Öls mit einem Additiv. Dadurch sinkt die Reibung im Motor und selbst bei hohen Temperaturen reißt der Ölfilm nicht ab. Die Königsklasse ist die Lösung mit einem zusätzlichen Ölkühler.

Das Wort sagt es schon aus. Eine Vergrößerung der Kühlfläche sorgt logischerweise für eine bessere Kühlung des Öls und damit auch des Motors. Da gibt es die Variante, dass am Ölfilter ein Adapter mit einem zusätzlichen Ölkreislauf montiert wird. Ein sehr einfaches System. Daran werden zwei Ölschläuche angeschraubt, die zum neuen Ölkühler gehen. Alternativ kann auch der vorhandene Ölkreislauf verwendet werden.

Die Lage des neuen Ölkühlers sollte im Kühlerluftstrom sein oder man verbaut noch einen kleinen zusätzlichen Sauglüfter, damit die Hitze schnell abgeführt werden kann.

Man muss hier stufenweise vorgehen. Besseres Öl und ein starker Racinglüfter reichen oft schon aus. Wenn die Temperatur immer noch zu hoch wird, dann sollte auf den zusätzlichen Ölkühler zurückgegriffen werden. Das Gesamtpaket bringt eine Temperatursenkung von sagenhaften 15 bis 20°C. Das sollte in jedem Fall reichen.

Die Materialkosten sind nicht allzu hoch. Ein Racinglüfter wird 150 bis 200 Euro kosten und der Ölkühler mit Adapter und Schläuchen um die 250 Euro. Mit ein bisschen handwerklichem Geschick kann man diese Teile selbst verbauen. Das ist technisch keine Herausforderung.

Die Profiwerkstätten werden sicherlich lächeln, wohl mehr mitleidig. Klar, ein Auto müsste auch Hitze abkönnen, aber Fahrzeuge, die 10 bis 20 Jahre alt sind, gehen durchaus in die Knie. Und dann wird es teuer. Eine Reparatur wegen Hitzeschäden ist wie Weihnachten für die Autowerkstatt.

Und noch ein heißer Tipp, um die Werkstatt zu checken. Die Teilelieferanten drucken auf den Lieferschein die Listenpreise der Ersatzteile drauf und nur auf der Rechnung ist der Rabatt von 55 bis 65% zu sehen. Ein beliebtes Spiel der Werkstätten ist, die hohen Listenersatzteilpreise anzusetzen und dem kritischen Kunden zur Rechtfertigung der üppigen Preise den Lieferschein zu zeigen. Eine saubere, aber gut funktionierende Verarsche.

Bevor ich es vergesse. Das Kühlwasser selbst ist ebenfalls entscheidend. Am besten ist destilliertes Wasser, damit keine Kalkablagerungen entstehen, natürlich mit dem Kühlmittelzusatz im richtigen Verhältnis. Oft sind auch die Wasserschläuche mit Ablagerungen zugesetzt und sollten erneuert werden. Einmal im Jahr sollte das Kühlwasser gewechselt werden. Das kann man ganz locker selbst machen.

Auch wenn dieser Sommer bald vorbei ist, der nächste kommt ganz bestimmt und mit ihm die gleichen Probleme.

Ich kann mir die Feststellung nicht verkneifen, dass die meisten Autowerkstätten prima die Reifen wechseln können und stark im Erzählen von Geschichten sind. An den Bremsen verdienen Werkstätten richtig viel Geld. Der Clevere fährt fix zum TÜV und lässt die Bremsen für 50 Euro checken. Da weiß man was Sache ist und der Prüfer sagt einem auch, wann die Bremsen erneuert werden sollen. Fragt auch nach, welche Teile zu tauschen sind. Bremsscheiben bekommen gerne Risse, gerade wenn sie gelocht sind. Die sind jedoch oft nicht schädlich.

Zu den Bremsen noch ein weiterer Tipp. Gerade auf zügigen Autobahnfahrten mit vielen verkehrsbedingten Bremsvorgängen werden die Bremsen hoch beansprucht. Wer zum Tanken abfährt, sollte 5 km vorher mit 130 km/h auf der rechten Spur fahren und dann bei der Abfahrt nur leicht abbremsen. Bremsscheiben leben vom Fahrtwind und werden nur so richtig gekühlt. Und beim Parken den Motor nicht sofort abstellen, sondern noch ein bis zwei Minuten laufen lassen.

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