• 18.11.2018

Das Männermagazin

Leutnant Dino kommentiert

Und ich sage es immer wieder

op

» Artikel vom

Was soll ich sagen? Ich halte mich manchmal nicht an meine eigenen Ratschläge. Ok, bisweilen hat man auch keine Chance, so wie in meinem Fall. Wie allseits bekannt musste meine Gallenblase raus und vor der Operation habe ich es nicht geschafft zu erfahren, wer mich operiert. Das ist in einem großen Krankenhaus wie in Kulmbach sicherlich nicht ungewöhnlich, aber dennoch ärgerlich. Im Nachgang kam dann alles ans Tageslicht. Eine Krankenschwester, die ich auch so betitelte und die daraufhin völlig ausflippte, weil sie eine leitende Oberärztin sei, sagte mir, dass eine Frau mich operierte und ich sie letztens sogar gesehen hätte. Eine Frau? Wirklich? Ich sagte, dass sie nicht wie eine Frau aussah und schob noch nach, dass gerade nicht gut aussehende Frauen in ihrem Beruf Spitze sein müssen, aber das sei wohl ein Trugschluss. Und weg war die leitende Oberkrankenschwester. Nach einigen Tagen ging es mir wieder gut und ich dachte, dass ich geheilt sei.

Doch nach drei Wochen kamen erneut Schmerzen auf. Dabei erinnerte ich mich an die Worte von HeinMück, den alten Facharzt für 18jährige Teenager, dass es für Schmerzen immer eine Ursache gibt, die umfassend diagnostiziert werden muss. Gesagt, getan. Ab ins Krankenhaus Kulmbach. Die Notaufnahme war ziemlich flott und nach wenigen Stunden war die Ursache gefunden. Genau da, wo die Gallenblase an der Leber angewachsen war, hat sich eine Entzündung vom Feinsten gebildet. Dann schob man mich zu meinem Entsetzen auf die Station in ein Fünfbettzimmer. Ich brauche weder neue Freunde, noch bin ich für meine Zimmergenossen eine Wohltat. Um die Geschichte abzukürzen, ich zog mich an und fuhr nach Hause. Sowas brauche ich wirklich nicht. Am nächsten Tag wollte ich meine Patientenakte zur Vorlage im nächsten Krankenhaus abholen, bekam sie aber nicht ausgehändigt. Ob das rechtens ist, kann ich als Laie natürlich nicht beurteilen. Was soll‘s, da muss das nächste Krankenhaus eben alles nochmal von vorne diagnostizieren. Das kann eigentlich nicht schaden und die Krankenkasse zahlt ja.

Ich überlegte nun, ob ich nach Bayreuth oder nach Münchberg ins Krankenhaus fahre. Intuitiv und ohne sachlichen Grund habe ich mich für Münchberg entschieden. In der Notaufnahme kümmerte sich ein Chirurg um mich und ich war erleichtert. Was für ein Glückstag! Man checkte meinen Allgemeinzustand und schob mich dann zum Ultraschall. Dort sah ich wieder diese Entzündung und die recht attraktive Ultraschallistin stellte nebenbei noch eine vergrößerte Prostata fest. Ist das schlimm? Kommt das vom Masturbieren? Nein, alles kein Problem. Wahrscheinlich sterben Sie an was anderem, aber nicht wegen der Prostata. Zurück in der Notaufnahme sah ich, was ich nicht mehr sehen wollte. Eine Ärztin. Ich glotzte auf ihr Schildchen. Oberärztin und Chirurgin stand da. Oh nein. Bevor sie mich fragte, sagte ich ihr, dass mich eine Chirurgin operiert hätte und ob ich nach dieser Erfahrung einen Wunsch äußern dürfe? Sie: Klar doch. Ich: Könnte mich ein Mann operieren? Sie: Sind Sie ein Frauenhasser? Ich: Nein, aber Frauen scheinen mit meiner Anatomie überfordert zu sein. Nach dieser Aussage war die Kommunikation flott beendet. Kann ich durchaus verstehen, aber vielleicht ist ein Kunde ja auch mal König.

Wunschgemäß wurde ich in ein Einbettzimmer geschoben und am nächsten Tag operiert. Doch dann wieder Schmerzen. Die Entzündung war hartnäckig und so lag ich nach nur vier Tagen schon wieder auf dem OP-Tisch. Und die Schmerzen verdoppelten sich. Nebenbei bekam ich Besuch von der Polizei, nachdem mein Caddy auf der Straße vor dem Krankenhaus aufgebrochen wurde. Wenn man mal vom Pech verfolgt ist, dann kriegt man die Scheiße nur schwer wieder los.

Ich muss an dieser Stelle zugeben, dass ich schon ohne Schmerzen durchaus als kompliziert einzustufen bin. Doch wenn ich Schmerzen habe, dann rangiere ich unter der Rubrik unfreundlichster Patient des Monats. Oder anders gesagt, da bin ich ein Kotzbrocken.

Zwei Krankenschwestern habe ich nach zwei Tagen überhaupt nicht mehr gesehen. Für mich unverständlich, weil ich meine Wünsche stets klar und eindeutig formuliere. Und wenn es mit der Umsetzung mal ein wenig hapert, dann helfe ich gerne mit deutlicher Ansprache, bis die Krankenschwestern eine gute Arbeit machen.

Morgens wurde ich von einer Krankenschwester gefragt, wie es mir den geht? Ich klagte mein Leid und die Krankenschwester meinte, dass ich das dem Arzt sagen soll. Meine Antwort: „Wenn es sie nicht interessiert, dann fragen sie mich doch nicht! Klar?“

Einmal gab es einen regelrechten Disput mit einer Krankenschwester. Ich schlucke stets brav alle Medikamente, die man mir auf den Nachttisch stellt und dann schnauzte sie mich an, warum ich die Tabletten esse, wo ich doch zur bevorstehenden OP nüchtern sein muss? Ich maulte zurück, dass es nicht meine Aufgabe ist nachzufragen, ob ich die mir vorgesetzten Tabletten einnehmen darf. Das ist doch in der Verantwortung der Krankenschwestern und nicht in meiner. Oder? Unter Schmerzen habe ich sicherlich noch etwas Böses nachgeschoben.

Ich muss auch etwas selbstkritisch sein. Ein angenehmer Kranker bin ich nicht und die Krankenschwestern geben sich wirklich viel Mühe mit mir. Größere Kritik ist am Krankenhaus Münchberg nicht angebracht. Mittlerweile verstehen einige Schwestern sogar meinen Humor und bemerken, dass ich im Grunde ein wirklich guter Kerl bin. Ok, das war jetzt ein kleiner Scherz zwischendurch zur Auflockerung.

Eines haben mir meine Krankenaufenthalte gezeigt. Niemals lasse ich mich mehr von einer Frau operieren. Im Krankenhaus Münchberg hat man sich daran gehalten und das finde ich sehr gut. Ich muss zwar noch einige Tage das Krankenbett hüten, aber die Odyssee scheint vorüber zu sein. Jetzt überlege ich nur, wie ich nochmal zu der hübschen Ultraschallistin gelange. Nein, ich muss stark bleiben. Frauen werden nicht mehr angegraben.


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