• 16.09.2019

Das Männermagazin

Leutnant Dino kommentiert

Das deutsche Rechtssystem ist das Wunderbarste auf der Welt

landgericht

» Artikel vom

Die Bundesrepublik Deutschland ist das schönste Land, mit den hübschesten Frauen und dem besten Rechtssystem überhaupt. Wie toll. Nachdem ich mich auf Toilette erbrochen habe und das liegt nicht an dem Eingangssatz (Augenzwinkern und Grinsen), kann ich wieder zum Thema kommen.

Im Rechtssystem der Bundesrepublik gibt es Richter, Staatsanwälte und die Rechtsanwälte. Alle zusammen haben ein- und dasselbe Recht studiert, nämlich das Deutsche. Wer meint, dass sich dadurch die Rechtsauffassung der bei Gericht beteiligten Juristen nur in Nuancen unterscheidet, liegt falsch. Juristen, obwohl sie das gleiche Recht studiert haben, liegen in ihren Rechtsauffassungen meilenweit auseinander.

Rechtsanwälte nehmen grundsätzlich jeden Mandanten, der irgendwie noch einige Scheinchen in der Hosentasche hat oder die Bezahlung anderweitig, z.B. durch Verfahrenskostenhilfe organisieren kann. Zu groß ist die anwaltliche Gier und auch die Konkurrenz ist groß, viel zu groß. Nur die wenigsten Anwälte leben in Saus und Braus. Die meisten Juristen backen kleine Brötchen und haben, nicht überraschend, dennoch oft die große Fresse. Lügen, schlampige Recherchen und unzufriedene Mandanten gehören zum Alltag eines Rechtsanwalts.

Ein Musterbeispiel dafür ist mein letztes Scheidungsverfahren, das nun in der Berufung ist. Der Anwaltszwang vor dem Landgericht, der sowohl in Österreich, als auch in Deutschland gilt, verbietet mir meine persönliche Verteidigung. Wer kein Geld für einen Anwalt hat und sich nicht den jahrelangen Schikanen der Verfahrenskostenhilfe aussetzen will, der wird rechtlich nicht gehört und verliert so automatisch den Prozess. Das ist natürlich kein Verstoß gegen die demokratische Rechtsordnung. Das demokratische Recht verträgt eh keine Kritik. Selbst wenn die Unschuld offensichtlich ist, wird der Richter am Landgericht das übliche Versäumnisurteil verhängen. Als Macher des Männermagazins darf ich da nicht auf Gnade hoffen.

Bei den Klagen gegen mich geht es meist um Artikel im Männermagazin. Dem einen gefällt es, dem anderen nicht und die Damen sind sowieso immer beleidigt, außer man schreibt über rote Blümchen oder darüber, dass alle Männer Vergewaltiger sind. Alice Schwarzer liebt solche Parolen. Das kam früher mal gut an, heute nicht mehr. Nun wird Alice bald auf natürliche Art und Weise abdanken.

Es ist verständlich, dass meine Artikel nicht jedem gefallen. Deswegen habe ich im Impressum ganz bewusst folgenden Hinweis veröffentlicht:

„Sollte sich eine Person oder ein anderes Wesen, gerne auch ein Alien oder ein Hoppelhäschen, in irgendeiner Weise im Urheberrecht oder in seinem Persönlichkeitsrecht verletzt fühlen, so erwarte ich gerne eine freundliche Email. Ich werde den Sachverhalt zeitnah prüfen und bei Notwendigkeit entsprechende Änderungen vornehmen. Wer nett ist, der hat auch Erfolg.“

Übersetzt heißt das, wenn jemand sich von einem Artikel gestört fühlt, so kann er oder sie mich nett anschreiben, sein bzw. ihr Anliegen kurz vorbringen und ich reagiere. Das haben schon einige Tageszeitungen und Privatpersonen erfolgreich getan. Selbst die Kriminalpolizei schrieb mich wie empfohlen an. Ich habe dann die gewünschten Änderungen vorgenommen, weil die höflichen Hinweise durchaus berechtigt waren. Das ist keine Einladung, dass mich nun jedes beliebige Huhn anschreiben sollte, damit ich mich selbst zensiere. Nein, es geht dabei lediglich um Nuancen. Einen Namen weglassen oder kleinere Passagen, damit keine Rückschlüsse auf bestimmte Personen geschlossen werden können.

Die schlauen Mitmenschen wählen diesen einfachen und unkomplizierten Weg, nur die ganz Dummen mit zusätzlicher Lese- und Rechtschreibschwäche, anders kann ich es mir nicht erklären, dackeln zum Rechtsanwalt und reichen Klage gegen mich ein. Nein, die betreffende Dame schreibt mir keine nette Email oder ein Briefchen. Es muss unbedingt eine Klage sein. Logisch, denn mit einer Klage kann sie ihre Emotionen ausleben, ihr Aufmerksamkeitsbedürfnis befriedigen und sich als armes Opfer darstellen. Nebenbei macht ein Anwalt die fette Kohle. Anwälte haben einen guten Riecher für Kohle und jubeln erstmal den Streitwert nach oben, so dass es gleich zum Landgericht geht. Damit ist ihnen der Sieg sicher, weil sie wissen, dass ich immer ohne Anwalt auftrete. Ich kann beruhigt verlieren, denn meine Taschen sind immer leer. Kohle gibt es von mir nicht.

Das Spannende an dieser Vorgehensweise ist, dass ich zwar einen Artikel durch ein Versäumnisurteil löschen muss, aber das Gerichtsurteil im Namen des Volkes veröffentlichen darf. Dann kotzt die Klägerin schon wieder ab. Dumm gelaufen. Der eine Artikel ist raus, doch der neue Artikel über das Urteil lauert schon. Im Urteil werden meistens genau die Passagen des Artikels zitiert, weswegen er gelöscht werden soll. So kommt der alte Artikel automatisch, nur in Form eines zitierten Gerichtsurteils, wieder ins Männermagazin. Noch ein kleiner Link zu archive.org und die Sache ist perfekt. Das Internet vergisst eh nichts. So ist der vermeintliche Erfolg der Klägerin nichts wert. Da kann ich nur von angeborener Dummheit sprechen.

Als wissenschaftlich agierender Blogger und Männeraktivist, der ich nun mal bin und obendrein ein Kenner und Analytiker der Frauen, muss ich mit einigen Klagen pro Jahr leben. Das gehört einfach zum Geschäft dazu. Ich verliere und nach dem Versäumnisurteil kommt die Rechnung vom Anwalt der Klägerin, die sogleich in den Papierkorb flattert. Manche Anwälte schicken mir sogar den Gerichtsvollzieher ins Haus, aber das sind stets angenehme Leute. Zu einem Kaffee haben sie nie Zeit und wollen fix zum nächsten Termin. Ich habe bisher jeden Gerichtsvollzieher nach besten Kräften unterstützt und alle verlangten Unterlagen unverzüglich herbeigeschafft. Immerhin möchte der Gerichtsvollzieher die Akte rasch schließen. Nur so kann er mit Gewinn arbeiten.

Für das Landgericht habe ich einen Standardbrief entwickelt, um nicht für jedes Versäumnisurteil zum Gericht fahren zu müssen. Das macht keinen Sinn, weil ich ja sowieso verliere. Hier ist mein Mustertext:

„Sehr geehrte Richterin YX%&7(`=,

ich möchte weder an der Güteverhandlung, noch am Haupttermin am XXX um XXX Uhr teilnehmen. Sollte das Gericht auf mein persönliches Erscheinen bestehen, so bitte ich um entsprechende Information. Dann werde ich selbstverständlich anreisen.

Ich respektiere den Anwaltszwang vor dem Landgericht, verzichte jedoch auf einen Rechtsanwalt, damit dieses Gerichtsverfahren zügig durch ein Versäumnisurteil zu meinen Ungunsten erledigt werden kann.

Freundliche Grüße“

So unterstütze ich das Gericht bei der schnellen und reibungslosen Erledigung meines Verfahrens. Das macht mich durchaus bei Gericht beliebt und nebenbei gewinne ich einige neue Leser für das Männermagazin.

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