• 18.11.2018

Das Männermagazin

Leutnant Dino kommentiert

Die Unfähigkeit für Veränderungen

mann

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Die Ehefrau druckst seit Wochen herum. Es gibt keinen Sex, die Wohnung ist nicht mehr richtig sauber und es hagelt ständig Vorwürfe. Das sind die untrüglichen Anzeichen für ein besonderes Ereignis, bei dem der Ehemann erfährt, dass die Ehe beendet sei. Das ist für die meisten Männer ein echter Schock und der Stachel des vermeintlich eigenen Versagens sitzt tief. Zwar kommen einige Männer auf die Idee, dass eine Paartherapie helfen könnte, aber das ist ein Trugschluss. Frauen informieren den Ehemann lediglich über die Trennung, die sie innerlich schon längst vollzogen haben.

Die Trennung ist das gute Recht jeder Frau, erzeugt jedoch beim Mann große Probleme. Mit dem Vertragsabschluss der Ehe hat ein Mann weitreichende Rechte an seine Ehefrau abgegeben. Sein einst eigenes Einkommen wird zum Familieneinkommen. Er selbst erhält nur noch ein Taschengeld, das meist knapp bemessen ist. Ein Ehemann kann und darf nicht mehr selbst entscheiden. Will ein Ehemann seinen Job wechseln, so muss er sich vor der Ehefrau rechtfertigen. Die Ehefrau wird freilich nicht zustimmen, außer das Familieneinkommen wird deutlich gesteigert.

Grundlegende Entscheidungen werden in einer Ehe angeblich gleichberechtigt entschieden, aber die Wirklichkeit sieht völlig anders aus. Die Ehefrau hat immer das letzte Wort und somit die Hosen an. Kein Ehemann hat Lust auf eine unzufriedene Frau. Über ihm schwebt stets das Damoklesschwert einer ruinösen Scheidung und so lässt er die Dame selbstherrlich alleine entscheiden. Sei es der Urlaub oder Neuanschaffungen, ohne die Zustimmung der Ehefrau geht nichts. Und so wird aus dem einst selbstbewussten und verantwortlich handelnden Mann ein höriger Diener seiner Ehefrau. Männer, die in einer Ehe jahrelang als Befehlsempfänger leben, werden so unweigerlich zur Unselbständigkeit erzogen. Für jede noch so kleine Eigenaktivität benötigt der Ehemann die Erlaubnis seiner Frau. Da schläft jede einst vorhandene Kreativität völlig ein.

Frauen mochten vor der Ehe den starken und entscheidungsfreudigen Mann, aber nach der Heirat beginnt ein Umerziehungsprozess. Nicht sofort, aber schleichend. Es gibt zwar Männer, die versuchen sich dem zu entziehen, doch geben auch diese spätestens nach wenigen Jahren genervt auf. Kein Mann hat Bock auf ewige Diskussionen.

Den Ehefrauen gelingt es selbst nach der Trennung, den abservierten Ehemann weiterhin zielgerichtet für ihre Zwecke zu steuern. Das funktioniert oft über lange Zeit sehr gut. Der doofe Ehemann, geblendet von ihren leeren Versprechungen oder eingeschüchtert durch unverhohlene Drohungen, zahlt brav den Unterhalt und die Ehefrau fühlt sich als Siegerin. Das ist sie zweifelsfrei, solange der Exehemann in der unsichtbaren Abhängigkeit von ihr gefangen ist. Die in der Ehe anerzogene Unselbständigkeit wirkt noch lange nach. Ein Exehemann ist in den ersten Jahren nach der Trennung kaum fähig, die Zukunft zu überblicken und hat gar Angst vor Veränderungen. Zu stark war und ist die Abhängigkeit von seiner Ehefrau.

Deswegen laufen frisch geschiedene Männer pronto in die Arme einer neuen Frau, die nicht viel besser oder schlechter als die Ex ist, aber vermeintlich wieder gewohnten Halt gibt. Hier ist der Ärger vorprogrammiert, weil sich einerseits die alten Fehler wiederholen und andererseits das üppige Einkommen von der Ex abgegriffen wird, wodurch die neue Zweitfrau leer ausgeht. Deshalb zerbrechen diese Folgebeziehungen recht flott. Ohne Geld ist eine dauerhafte Beziehung nur selten drin.

Erst nach mehreren solchen Desastern wachen Männer auf. Ist das Geld restlos verbraucht, dann kommt die Panik. Kein Geld, keine Frau und obendrein wird einem erst jetzt die Mühsal seiner lebenslangen Unterhaltspflicht bewusst. Glaubte der Mann kurz nach der Trennung, dass es schon nicht so schlimm werden würde, was übrigens der Lieblingsspruch der meisten Scheidungsanwälte ist, so stellen diese Männer fest: Es kann wirklich nicht schlimmer werden. Der Zug scheint abgefahren zu sein und mit dem fehlenden Geld schwindet die eigene Handlungsfähigkeit. Das Gefühl, dass das Leben nun im Arsch ist, trügt nicht. Es ist komplett versaut.

Das wichtigste Potenzial eines Mannes ist seine berufliche Bildung. Das sichert ihm zumindest eine Arbeitsstelle, um nicht in Hartz IV zu rutschen. Nun ist Hartz IV freilich auch eine Lösung, denn immerhin sorgt der Gesetzgeber mit seinem Familienrecht dafür, dass Exehemänner völlig abgebrannt darauf angewiesen werden. Dann muss der Staat für die Folgen seiner Gesetzgebung aufkommen. Das ist keine Schande, sondern ein verbrieftes Recht. Trotzdem kann und darf Hartz IV nur die allerletzte Option sein.

Männer bemerken oft erst nach Jahren, dass sie durch die Scheidung psychisch und finanziell im Abgrund stehen oder in eine Sackgasse geraten sind. Diese Männer haben den günstigen Zeitpunkt nach der Trennung verpasst, die richtigen Weichen für ihre Zukunft zu stellen. Das geht mit der Gewöhnung an deutlich weniger Geld los. Den meisten Lohn greift die Exfrau ab. Für sich und ihre lieben Kinderchen.

Nach einer Trennung muss sofort eine extrem günstige und bezahlbare Wohnung gefunden werden. Die Kosten sind radikal zu senken. Kreditraten zehren jegliches Vermögen auf, bis dann doch die Pleite winkt. Deswegen macht es mehr Sinn, sofort und jetzt alles gegen die Wand zu klatschen. Das mag zwar zunächst einen unheimlichen Stress bedeuten, aber für die Zukunft ist es besser. Die Lebensqualität besteht eben nicht nur aus Geld, sondern auch aus dem persönlichen Wohlbefinden. Der finanzielle Druck der Unterhaltspflicht, neben der zickigen Ex, zehrt am Gemüt. Wer sich davon befreit, lebt einfach besser. Zwar sind Urlaube und Luxus vorerst nicht mehr drin, aber es gibt andere Hobbys, die wenig bis fast gar nichts kosten.

Fazit: Sofort nach der Trennung sind die Weichen für die Zukunft zu stellen. Die schleichende Pleite muss mit der Methode „sofort alles gegen die Wand klatschen“ bekämpft werden. Nur wer in der Lage ist zu handeln, wird seine eigene Lebensfähigkeit sichern können. Auch mit wenig Geld.

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