• 18.11.2018

Das Männermagazin

Leutnant Dino kommentiert

Es muss nicht immer Gefängnis sein

arbeitsagentur

» Artikel vom

Der Geldbedarf einer geschiedenen Ehefrau inklusive ihren Kindern ist unermesslich. Nun wurden gerade wieder die Unterhaltssätze angehoben und die Unterhaltsleitlinien verschärft, damit die lieben Kinderchen weniger hungern müssen. Unterhalt ist ein bedeutendes Thema, um das sich im Familienrecht letztendlich alles dreht. Und dem Zahler bereiten die hohen Unterhaltsbeträge enorme Schwierigkeiten.

Fakt ist, dass geschiedene Männer trotz eines guten Lohns nach dem Abdrücken des Unterhalts an der Pfändungsgrenze landen. Nebenbei wird der Unterhalt bei langer Krankheit oder Arbeitslosigkeit nicht gesenkt, sondern maximal gestundet. So werden Schulden aufgebaut, die oft nicht mehr abzahlbar sind. Ein fataler Kreislauf beginnt. Viele Männer stemmen sich über Jahre gegen die Pleite, aber früher oder später erwischt es sie doch. Der ganze Aufwand und alle Entbehrungen waren dann schlichtweg umsonst. Dazu kommt statt ein wenig Dankbarkeit der brennende Hass der Exfrau, den sie genüsslich über die Gerichte auslebt, indem sie den ausgebeuteten Zahler auch noch auf diversen Sonderbedarf verklagt bis hin zur Übernahme der Kindergartenkosten. Der Gesetzgeber bietet den Frauen sehr viel Spielraum, um maximalen Unterhalt eintreiben zu können.

Wem bei Unterhaltspflicht der Bankrott winkt, auch wenn es bis dahin einige Jahre dauert, sollte die richtigen Weichen schon bei Eintritt der Unterhaltspflicht stellen.

Ja, es gibt den berühmten §170 StGB Unterhaltspflichtverletzung. Das ist die vermeintlich beste Waffe der Exfrauen, um den Exehemann gefügig zu machen. Aber nur vermeintlich, weil es in der Praxis doch nicht so einfach ist, den Ex ins Gefängnis zu bekommen. Das übliche Vorgehen der Strafrichter bei Unterhaltspflichtverletzungen ist bekannt. Wer nicht den vollen Kindesunterhalt zahlt, aber dennoch regelmäßig einen Beitrag im Rahmen seiner Leistungsfähigkeit überweist, der wandert niemals ins Gefängnis. Und hier ist nur der Kindesunterhalt ein Thema. Der Trennungsunterhalt der geschiedenen Liebsten kann immer geprellt werden. Praktisch ohne Rechtskonsequenz, außer dass der Gerichtsvollzieher ab und zu auftauchen kann, um rückständigen Unterhalt einzutreiben. Wer sich arm macht, dem kann freilich nichts abgenommen werden.

Und dazu gibt es viele praktikable Modelle. Ein Beispiel: Ein Mann im mittleren Management rutscht nach der Scheidung in die Lohnsteuerklasse 1 bei einem Nettoverdienst von 3.000,- €. Seinen Firmenwagen wird das Familiengericht als Geldvorteil betrachten und das Einkommen auf fiktiv 3.300,- € festsetzen. Hinzu kommen Steuerrückzahlungen, so dass der Unterhalt von einem Nettoeinkommen von 3.500,- € berechnet wird. Wer Tagesspesen erhält, wird mit einem noch höheren fiktiven Einkommen rechnen müssen. Da hat eine Exehefrau mit ihren 2 Kindern schnell einen Gesamtunterhaltsanspruch von 1.500,- €. Die Hälfte des Einkommens geht weg und das bei einem stressigen Job. Es macht wirklich keinen Sinn, für so ein schmales Gehalt seinen Rücken krumm zu schuften.

Einem Unterhaltszahler geht es in der Tat psychisch und gesundheitlich einfach besser, wenn er wenig Geld verdient, ein bisschen Unterhalt zahlt und auf niedrigem Niveau lebt. Die braven Unterhaltszahler gehen auf Dauer mental den Bach runter, wenn sie trotz harter Arbeit und hoher Verantwortung kaum besser leben als der Minimalist.

Und die Lösung ist ganz einfach. Den Job kündigen und sich eine Arbeitsstelle mit brutto 1.900,- € suchen. Das sind Netto um die 1.350,- € und davon werden 300,- € Kindesunterhalt bezahlt. Fertig. Das mag bei zwei Kindern nicht der volle Kindesunterhalt sein, aber dennoch eine recht anständige Summe. Die Ex kriegt freilich nichts. Das bereinigte Nettoeinkommen liegt dann bei 1.050,- € und somit an der Pfändungsgrenze. Diese Beträge sind gerundet, aber es geht hier nur um das Prinzip.

Es ist völlig klar, dass mit diesem Einkommen ein Leben in teuren Städten wie Hamburg, Stuttgart oder München kaum möglich ist. Da wird ein Wohnortwechsel unumgänglich. Warum nicht in Leipzig oder Plauen wohnen? Dort kosten schicke 2 Zimmerwohnungen um die 300,- € kalt. Das ist genial und passt prima zum verfügbaren Kostenrahmen. Und mit den verbleibenden ca. 700,- € kann man durchaus gut leben. Dabei hat man keinen stressigen Job, seine Freiheit und jede Menge Freizeit. Perfekt. Nach einigen erfolglosen Pfändungen gibt jede Ex auf und wer bereits einige Strafanzeigen verarbeitet hat, wird eine gewisse Lässigkeit aufbauen. Es wird alles nicht so heiß gegessen.

Ein bisschen Kindesunterhalt zahlen und kein deutscher Strafrichter wird Gefängnis ausurteilen. Er würde damit ja die laufenden monatlichen Zahlungen an die bedürftigen Kinderchen gefährden. Hier hat ein Richter echte Hemmungen.

Das ist vielleicht nicht anständig und mag moralisch verwerflich sein. Na und? Hat jemand etwa Mitleid mit einem Mann? Richtig, niemand. Natürlich ist die Unterhaltsprellerei eine Straftat, die aber in der Realität keine Konsequenzen hat. Wer Angst hat, diesen Schritt zu tun, der soll eben ein braver Unterhaltszahler sein und sich jahrelang zermürben lassen. Die Rentenkasse freut sich über jeden, der das Rentenalter nicht erreicht. Sozialverträgliches Ableben nennt man das. Es geht nicht darum, was formal erlaubt ist oder nicht, sondern wo die unsichtbare rote Linie der Strafrichter liegt. Die gilt es auszuloten. Natürlich drohen Kripo, Staatsanwälte, Jugendämter und am lautesten die Exehefrau, aber das ist oft nur heiße Luft. Vielleicht gibt es auch mal eine Phase, wo es echt eng wird, aber die muss man durchstehen. Nach jedem Unwetter scheint auch wieder die Sonne.
Die behördlichen Reaktionen bei Unterhaltsprellerei fallen in Deutschland sehr unterschiedlich aus und in einigen Städten wird mit besonderer Härte vorgegangen. Einschüchterung durch eine Hausdurchsuchung oder Briefe an den Arbeitgeber, doch solche Maßnahmen haben nur beim ersten Mal einen Überraschungseffekt. Alles was danach kommt erzeugt nur noch Heiterkeit, nebst Hohn und Spott. Auch ein Arbeitgeber stumpft schnell ab.

Einen goldenen Weg wird es niemals geben. Hier muss jeder unterhaltspflichtige Mann selbst kreativ unterwegs sein. Fehler passieren, aber meistens nur einmal. Wer nichts wagt, der wird auch niemals gewinnen. Wichtig für das eigene Wohlbefinden ist, nicht auf Hartz IV abzurutschen. Seinen Lebensunterhalt selbst zu verdienen hat den Vorteil, nichts mit dem lästigen Amt zu tun zu haben. Auch die beliebte Variante des Aufstockens bedeutet ein Dasein permanent am Gängelband von Jobcenter und Jugendamt. Man bleibt als Aufstocker vielleicht schuldenfrei, doch ein selbstbestimmtes Leben in Freiheit ist das nicht. Und eine Lösung auf Dauer ist Aufstocken auch nicht, weil mit jeder Veränderung bei Einkommen, Unterhalt, Selbstbehalt, Kindergeld, usw. der Verteilungskampf mit Jobcenter und Jugendamt aufs Neue losgeht.

Als Unterhaltspreller laufen die Kontakte mit dem Jugendamt unter der Rubrik Spiel und Spaß im Leben. Kaum etwas macht mehr Freude, als die Beiständin beim Jugendamt zu verschaukeln. Irgendwann gibt auch diese Dame, wie die Ex, frustriert auf.

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