• 12.11.2019

Das Männermagazin

Leutnant Dino kommentiert

Meine Tour de France

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» Artikel vom

In den letzten Wochen bekam ich sehr viel Post. Die Absender wechselten sich dabei stetig ab. Mal war es das Landgericht Passau, dann das Landesgericht Feldkirch und mein Lieblingsgericht, das Bezirksgericht Bregenz, war auch dabei. Ich liebe Gerichtspost. Es ist immer wieder spannend, mit welcher Hingabe sich ganze Heerscharen von Juristen mit mir beschäftigen. Und alle meinen es ganz bestimmt gut mit mir.

Interessant finde ich die Geduld der österreichischen Gerichte, wenn es um meine Scheidung geht. Immerhin zieht die sich nun schon doppelt so lange hin, wie meine Ehe. Die erste Etappe vor dem Bregenzer Bezirksgericht habe ich ohne Wenn und Aber glanzvoll gewonnen. Den Scheidungsprozess und auch die Unterhaltsklage konnte ich für mich als glorreichen Sieg einfahren. Wohl wissend, dass es sich dabei lediglich um einen kleinen Teilerfolg handelte.

Wenn ein Mann vor dem Familiengericht steht, dann muss ihm eines klar sein. Er befindet sich im Prinzip auf der Tour de France. An der Startlinie macht man sich durchaus etwas Hoffnung auf den Gesamtsieg, aber der ist von vornherein für einen anderen reserviert. Nämlich für den „Sportler“, der mit illegalen, gar kriminellen Mitteln arbeitet. Ein wirksames Mittel dagegen gibt es nicht. Das ist zwar nicht fair, aber am Ende zählt eben nur das Ergebnis, der Sieg. Den höchsten Podiumsplatz bekommt nicht der Ehrliche und Gesetzestreue, sondern der geschickte Lügner und Betrüger. Ein kleiner Sieg bei einer Einzeletappe mag drin sein, aber der Gesamtsieg ist unerreichbar. Und wer als Mann vor dem Familiengericht steht, der wird genau diese Lektion lernen.

Ich habe in der Tat einen netten Teilerfolg eingefahren und gegen meine liebste Ehefrau in erster Instanz gewonnen. Ein kleiner Etappensieg und noch dazu ohne Anwalt. Darauf kann ich durchaus stolz sein. Aber es gibt ja noch das Berufungsverfahren und genau diesen Weg hat meine Ehefrau gewählt. Freilich geht es in der Berufung nicht um die Wahrheitsfindung, sondern lediglich darum, ob der Richterin in der Vorinstanz Verfahrensfehler unterlaufen sind. Und das sind sie. Meine Liebste hatte zwei aus ihrer Sicht wichtige Zeuginnen benannt, die nicht gehört wurden. Die Richterin wollte einfach einen Schlussstrich unter dieses Kasperletheater ziehen und bügelte die von meiner Ehefrau gewünschte Zeugenvorladung ab. Die Richterin war es einfach Leid, immer und immer wieder den gleichen Unsinn zu hören, dass ich ein Sexsklavenhalter sei und meiner Ehefrau kein Geld zum Leben gab.

Bei diesen Anschuldigungen sprüht die Fantasie der Männerwelt. Musste meine Ehefrau stets nackig in der Wohnung schuften und mit hungrigem Magen immer und immer wieder zum Sex herhalten? Wenn meine Ehefrau ein 25jähriges, vollbusiges Mädchen gewesen wäre, dann könnte man das durchaus für möglich halten, aber sie ist eine reife und resolute Dame, die stramm auf die 50 zugeht. Da sind solche Anschuldigungen ziemlich lächerlich. Und wenn die Richterin diverse Männermagazinartikel lesen und sich obendrein die Doku über mich von RTL ansehen muss, weil der Anwalt meiner Liebsten meint, dass dies hochwichtige Beweise sind, dann wundert es keinen, dass auch die hartgesottenste Richterin am Ende völlig erschöpft ist.

Und nun hat das Landesgericht Feldkirch in der Berufung entschieden, dass das Bregenzer Bezirksgericht neu verhandeln und die beiden Zeuginnen anhören muss. Allerdings werde ich dafür nicht mehr zur Verfügung stehen. Ich habe keine Lust mehr. Obendrein besteht nun Anwaltspflicht. Einen Anwalt beauftrage ich nicht, obwohl ich Anspruch auf Verfahrenshilfe habe. Nein, dazu habe ich weder Zeit noch Lust.

Das Landesgericht Feldkirch hat in seiner Urteilsbegründung einen wichtigen Hinweis gegeben. Der Unterhaltsanspruch ist nicht verwirkt. Auch nicht bei besonders schwerwiegenden Eheverfehlungen der Ehefrau.

Obwohl keine Kinder produziert wurden, meine Ehefrau arbeiten geht und auf eigenen Füßen steht, hat sie Anspruch auf Unterhalt. Es zählt nur die absurde Behauptung des Anwalts meiner Ex, dass ich mindestens 5.000,- € netto verdienen würde. Die tatsächlichen Einkommensverhältnisse, selbst wenn sie durch Lohnabrechnungen und rechtskräftige Steuerbescheide über Jahre lückenlos belegt sind, werden einfach ignoriert.

Deshalb muss ich mir keinerlei Hoffnungen machen. Der Gesamtsieg gehört meiner Ex und ist das Ergebnis ihrer kleinen und großen Lügen vor Gericht. Meine Ehefrau erhält Verfahrenshilfe, obwohl sie mehr als 10.000,- US-Dollar auf dem Sparkonto hat und obendrein Besitzerin eines größeren Grundstücks ist. Freilich stellt sie sich bettelarm dar, um nicht ihr eigenes Geld für die Scheidung zu opfern. Das mag nachvollziehbar sein, aber es ist eben Betrug. Ich habe da eine völlig andere Klasse und nehme generell keine Staatsgelder an, auch wenn ich dadurch verliere. Das juckt mich aber nicht, weil ich pfändungssicher bin.

Und so dürften in Kürze meine Unterhaltsschulden nochmals deutlich steigen. Rückständiger Unterhalt zuzüglich gegnerische Anwaltskosten werden sich auf mindestens 60.000,- € belaufen. Hinzu kommt künftig ein monatlicher Unterhalt von ca. 1.000,- €. Nicht, dass ich meiner Ehefrau dieses monatliche Geschenk nicht gönne, aber von mir gibt es nichts. Meine monatlichen Unterhaltsverpflichtungen betragen dann insgesamt 2.500,- €. Für zwei Exen und zwei Kinder. Ein schöner Beweis, dass Unterhalt niemals nach dem tatsächlichen Einkommen bestimmt wird.

Nebenbei werde ich noch einen Schmerzensgeldprozess in Höhe von 20.000,- € verlieren. Eine junge Dame fühlte ich von einigen Artikeln im Männermagazin belästigt und möchte ihre Schmerzen nun mit Geld heilen. Auch dafür habe ich größtes Verständnis. Natürlich werde ich verlieren, denn auch vor dem Landgericht in Passau besteht Anwaltspflicht. Ohne eigenen Anwalt habe ich auch da schon verloren.

Ich bin gespannt, ob es mir gelingt, bis zu meinem Tod Schulden von einer Million Euro anzuhäufen. Noch eine etwas utopische Zahl, aber so langsam glaube ich daran, dass ich es schaffen könnte. Ein schönes Ziel und das Rechtssystem hilft mir dabei.

Meine Klägerinnen haben allesamt einen brennenden Hass auf mich und der ist durchaus verständlich. Ich bin gebildet, gehe einer geregelten Arbeit nach und dennoch ist kein Geld bei mir zu holen. Das ist für ein Frauenhirn schlichtweg unbegreiflich. Mein ausgeklügeltes System, das staatsanwaltlich mehrfach auf seine Rechtmäßigkeit hin überprüft wurde, verstehen sie nicht mal ansatzweise. Und wenn sie von mir kein Geld sehen, dann rennen sie reflexartig zur Staatsanwaltschaft und erstatten Anzeige. Damit wollen sie mich mürbe machen. Ein Wunschtraum, der im Moment kaum zu erfüllen ist. Da müssen sich die Gesetze noch gewaltig ändern. So schnell wird das nicht passieren, weil der Staat in den nächsten Jahren ganz andere Sorgen hat.

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