• 18.11.2018

Das Männermagazin

Leutnant Dino kommentiert

Frequently Asked Questions

fernsehen

» Artikel vom

Viele Emails erreichten mich jeweils nach meinen beiden Auftritten in der Sendung „Menschen bei Maischberger“. Neben Komplimenten und konstruktiver Kritik, die ich gerne aufnehme und verarbeite, war die meistgestellte Frage, wie das Drumherum bei einer Talkshow ist. Keine Frage. Ich empfinde die Einladungen als ein tolles Erlebnis.

Ich wurde von der Redaktion zunächst per Email und dann telefonisch kontaktiert. Das Telefonat, in dem die Redakteurin meine Bereitschaft abcheckte, war locker. Ich habe gleich im ersten Telefonat darauf hingewiesen, dass ich ein rotes Tuch für einige Frauen bin und meine Einladung sicherlich etwas Unruhe erzeugen wird. Ich sagte, dass ich mich an ihrer Stelle nicht einladen würde. Einige Minuten nach diesem ersten Telefongespräch kam ein erneuter Anruf mit der Bestätigung, dass ich dabei sein würde. Tags darauf ist die Redakteurin zur mir gekommen und führte ein ausführliches Interview. Sicherlich checkte sie ab, ob ich medientauglich bin. Immerhin gibt es im Männermagazin einige Worte, die im öffentlich rechtlichen Fernsehen niemand hören will. Ich trenne das Männermagazin natürlich strikt von einem Fernsehauftritt. Nebenbei gefielen mir das Interview und die Interviewerin. Von einer schönen und jungen Redakteurin befragt zu werden, bereitet mir Freude. Das versteht sich von selbst. Ein Mann bleibt eben ein Mann.

Die Talkshow „Menschen bei Maischberger“ ist eine Aufzeichnung. Die Schwierigkeit besteht darin, die Sendung sekundengenau abzudrehen. Ich war zwar immer der Meinung, dass einige Sekunden mehr oder weniger doch wurscht sind, aber die Fernsehmacher sehen das wohl anders. Das muss exakt passen.

Die Organisation ist straff. Nach der mündlichen Zusage am Telefon kam sofort das Flugticket mit einem kleinen Merkzettel, wo am Flughafen der Chauffeur mich erwarten wird, um dann direkt zum Studio zu fahren. Je nach Fluggesellschaft wird Economy oder Business-Klasse geflogen. Der Chauffeur kannte die Örtlichkeiten und ich wurde direkt ins richtige Studio gebracht.

Der Empfang ist ganz normal. Ein kurzes Hallo und gut ist es. Mir ist aufgefallen, dass beim Fernsehen mehrheitlich Frauen arbeiten. Die Redakteurin hatte vorher darum gebeten, dass ich ein paar farbenfrohe Sachen mitbringe. Das sieht im Fernsehen einfach besser aus. Wenn alle Gäste graue oder schwarze Sachen anhaben, dann ergibt das keine schönen Bilder. Da ich Frauen meistens hörig bin, war das kein Problem. Die Redakteurin suchte aus meinen Hemden das ihrer Meinung schönste aus und weil ich grundsätzlich knittrig rumlaufe, hat eine Kollegin mein Hemd faltenfrei aufgebügelt. Danach ging es auch gleich in die Maske. Bei einem gutaussehenden Mann dauert das nur 1 bis 2 Minuten. Eine leichte Tönung, damit das Gesicht nicht so glänzt und gut ist es. Empfang bis Ende der Maske dauerte vielleicht 20 Minuten. Danach begann die Langeweile.

Der Beginn der Aufzeichnung kann nicht genau bestimmt werden, weil sich Gäste manchmal verspäten. So hängt man zunächst 2 bis 3 Stunden im Gästeraum herum. Nachdem die ersten Gäste schon da sind, könnte man sich ein wenig unterhalten, aber bei „Krieg um Kinder“ wurde ich gemieden. Entweder waren sie mit sich selbst beschäftigt oder sie lehnten mich ab. In der Talkshow war letzteres ziemlich gut sichtbar. Immerhin kümmerte sich zu meiner Freude die besonders junge und attraktive Redakteurin intensiv um mich. Sie musste sich meinen ganzen Müll anhören, aber sie war geduldig. Sicherlich hatte sie auch keine Alternative. Sie hat das so nett und angenehm gemacht, dass ich ihr später einen Strauss Rosen geschickt habe. Ich weiß, dass meine Sprüche für eine junge Frau ziemlich anstrengend sind. Eine kleine Entschädigung versteht sich da von selbst. Ich bin und bleibe ein Klassiker.

Bei der zweiten Talkshow kannte ich den Ablauf bereits. Angenehm war, dass ich mich im Vorfeld mit Anna Peters und dem Anwalt Clifford Heindl unterhalten konnte. Den Anwalt habe ich in meiner spritzigen Art auf die Schippe genommen und er konnte prächtig kontern. Wir fuhren nach der Talkshow gemeinsam in einem Taxi zum Flughafen. Sein Spruch, dass ich die Gefängnisordnung studieren solle, hat mir gefallen.

Die Vorbesprechung zur Talkshow ist easy. Im Prinzip sagt Sandra Maischberger nur, wer wo sitzt. Die Sitzordnung drehte sich in der Sendung einmal, aber das ging fix während eines Einspielers. Maischberger weist nochmal darauf hin, dass auch diskutiert werden darf. Es gibt keine Verhaltensmaßregeln, nichts. Viele glauben, dass im öffentlich rechtlichen Fernsehen einiges nicht gesagt werden darf, aber das ist Unsinn. Bei Sandra Maischberger wird nicht zensiert und das macht sie authentisch. Die Fragen sind vorher nicht bekannt. Das finde ich ganz gut, denn nichts klingt schlimmer als ein einstudierter Text.

Alle gehen ins Studio, hinsetzen und los geht es. Mehr ist es nicht. Natürlich bereite ich mich auf die Gäste vor. Man muss schon wissen, wer was so alles treibt, damit es keine peinliche Überraschung gibt. Die Talkshow wird in einem Zug aufgezeichnet und wer Unsinn redet, wird seine Peinlichkeit garantiert im Fernsehen sehen. Geschnitten wird nicht und das empfinde ich als einen ausgesprochenen Vorteil.

Sandra Maischberger kenne ich ausser von meinen beiden Auftritten nicht und da habe ich vor und nach der Sendung jeweils nur kurz mit ihr gesprochen. Sie ist eine angenehme, nette und ruhige Person. Beim ersten Treffen habe ich ihr meine Hand gegeben und vor Aufregung etwas fest zugedrückt. Deswegen meidet sie nun meinen Handschlag, was ich verstehen kann. Mir ist das heute noch peinlich, aber für eine Entschuldigung gab es noch keine Gelegenheit.

Der gesamte Ablauf ist gut organisiert und es passt alles gut zusammen, nur die Verpflegung ist schlimm und für mich schwer zu akzeptieren. Bei der ersten Show habe ich nur ein wenig rumgemault, doch bei der nächsten war ich etwas unwirscher. Man bot mir zwar an, dass man mir etwas bestellt, aber eine Extrawurst wollte ich auch nicht haben. Ich musste mir nach der Sendung vor Hunger am Flughafen, 2 Paar Wiener mit Brezeln, Kaffee und Apfelkuchen reinziehen. Sollte ich jemals wieder in eine Talkshow gehen, dann nur mit meinem eigenen Lunchpaket. Was andere darüber denken ist mir egal, aber nochmal will ich nicht hungern müssen.

Und nun die Antwort auf die berühmte Frage, wie viel Geld ich erhalten habe. Natürlich nichts. Ich mache das nicht für Geld, sondern weil mir das Thema wichtig ist und ich nebenbei Spaß daran habe.

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