• 18.06.2019

Das Männermagazin

Leutnant Dino kommentiert

Warum Alfred ein Unterhaltspreller geworden ist

trennung

» Artikel vom

Alfred (42) hat ausgedient. Seine Frau Katharina, mit nicht mehr ganz so knackigen 38 Jahren, hat ihn verlassen und will nun ihr Leben unabhängig gestalten. Aus der Ehe sind zwei Kinder entstanden. Ein Bube und ein Mädel. Alfred hat die Trennung hingenommen. Er war stets ein guter Vater. Das sagt auch seine Exfrau Katharina.

Vor der Hauptverhandlung zur Scheidung versuchte Alfred seiner Exfrau das Wechselmodell schmackhaft zu machen. Das Wechselmodell hat den Vorteil, dass die gemeinsamen Kinder zu gleichen Teilen bei den getrennt lebenden Eltern wohnen. Diese Idee fand Katharina sehr gut, denn so hat sie auch etwas Zeit für sich und deutlich mehr Freizeit als bisher, so empfand sie das. Katharina und Alfred setzten eine handschriftliche Vereinbarung auf und Alfred war glücklich, dass er seine Kinder künftig sehr oft sehen kann. Sie sprachen gemeinsam mit den Kindern und auch die fanden es sehr gut, dass es keinen Streit gibt und sie beide Eltern gleichermassen sehen dürfen.

Alfred zog aus der gemeinsamen Wohnung aus und überliess die gesamten Möbel seiner Exfrau. Er hat sogar fast 60% des gemeinsamen Sparvermögens an Katharina abgeben. Alfred dachte, dass seine Exfrau bisher fair und anständig war, von der Trennung abgesehen, denn Katharina hat schon einen neuen Freund. Alfred vermutet, dass seine Frau schon während der Ehe fremdgegangen ist, aber beweisen kann er es nicht. Es spielt auch keine Rolle, denn Scheidungsgründe werden vor dem Familiengericht nicht bewertet.

Einige Wochen nach seinem Auszug meldete sich Katharina bei ihm. Sie möchte nun Unterhalt für sich und die Kinder, und das unverzüglich. Alfred erklärte ihr, dass bei einem Wechselmodell doch beide Elternteile die gleichen Kosten haben und deswegen kein Unterhalt fällig wird. Alfred erläuterte weiter, dass er neben dem Wechselmodell selbstverständlich arbeitet und das könne sie schließlich auch. Katharina schrie Alfred am Telefon an, dass er ein Geizkragen sei und er schon sehen werde, was er davon hat.

Katharina ging unverzüglich zu einer Familienrechtsanwältin und die beantragte eine Einstweilige Anordnung beim Familiengericht, um zügig Unterhalt zu kassieren. Die Familienrichterin legte fest, dass die zwischen Alfred und Katharina bestehende schriftliche Vereinbarung zum Wechselmodell nicht rechtsgültig ist und sprach Katharina das alleinige Aufenthaltsbestimmungsrecht zu. Damit war das Wechselmodell geplatzt und fortan lebten beide Kinder bei ihrer Mutter. Alfred bekam ein Umgangsrecht mit seinen Kindern, das er alle 14 Tage für wenige Stunden beanspruchen darf. Durch den Wegfall des Wechselmodells wurde Alfred unterhaltspflichtig und musste fortan monatlich 840,- € für seine Exfrau und 398,- € für beide Kinder zusammen zahlen. Durch die Kindeserziehung kann seine Exfrau Katharina nicht arbeiten gehen. Die Erziehung der Kinder ist ein Vollzeitjob, so die Familienrichterin.

Nun merkte Alfred, dass sein Einkommen bis zur Pfändungsgrenze geschrumpft ist. Das Verhältnis zu seiner Exfrau verschlechterte sich dramatisch und sie sabotierte die wenigen Umgangstermine. In einem persönlichen Gespräch höhnte sie, dass sie ihm doch gesagt hat, was er von seiner Weigerung Unterhalt zu zahlen haben würde. Er hätte eben brav sein sollen, dann wäre das alles nicht passiert.

Alfred war nun klar, dass seine Exfrau ihn fest am Nasenring hatte. Er war ihr und ihren Launen machtlos ausgeliefert. Geld war Katharina wichtiger als die gemeinsame Erziehung der Kinder und Hilfe hatte er nirgendwo zu erwarten. „Wenn die Mutter nicht will, dann kann man nichts machen“, diesen Satz hörte er immer wieder.

Alfred hat nach dieser schmerzlichen Erfahrung einen völlig neuen Plan aufgestellt. Warum soll er für seine Exfrau Unterhalt zahlen, die ihn sowieso hasst? Warum soll er Unterhalt für seine Kinder zahlen, die er kaum noch sehen darf und die ihn, manipuliert durch die Mutter, mittlerweile ablehnen?

Alfred kündigte seine neue Wohnung und bezog eine kleine möblierte Wohnung. Das hat den Vorteil, dass die Wohnungseinrichtung nicht pfändbar ist. Schließlich gehören ihm die Sachen nicht. Sein neuer Vermieter ist sein Bruder und das ist legal. Es mag vielleicht anrüchig sein, aber sein Bruder ist eine eigenständige juristische Person. Nebenbei dürfte klar sein, dass die Wohnungsgegenstände luxuriös sind und höchsten Ansprüchen genügen. Auch fährt Alfred ein nagelneues Auto, das seinen Eltern gehört. Er darf es nutzen und auch das ist weder verboten noch pfändbar. Das Auto ist eben nicht sein Eigentum.

Alfred hat sich von seinem Arbeitgeber kündigen lassen. Nach kurzer Arbeitslosigkeit musste Alfred einen schlecht bezahlten Job annehmen. Er verdient jetzt in seiner neuen Vollzeitstelle netto nur noch 950,- €. Nebenbei hat er einen kleinen Nebenjob in einem Restaurant als Kellner, wo er zusätzlich 300,- € verdient. Dadurch ist Alfred in der Lage, Unterhalt für seine Kinder zu zahlen. Er überweist nun monatlich 135,- € pro Kind. Das entspricht in der Höhe zwar nicht dem ausgeurteilten Unterhalt, aber immerhin ist es die gleiche Summe, die das Jugendamt als Unterhaltsvorschuss zahlen würde. Insgeheim glaubt Alfred daran, dass dies in jedem Fall keine Unterhaltspflichtverletzung sein kann, denn er deckt den Lebensbedarf für seine Kinder. Das Jugendamt zahlt schließlich auch nicht mehr. Was dem Jugendamt recht ist, das kann Alfred nur billig sein.

Alfreds Exfrau ist außer sich, als ihr Unterhalt ausbleibt und Alfred für ihre Kinder nur so wenig bezahlt. Sie hat insgesamt drei Titel gegen ihren Exmann und schickt sofort den Gerichtsvollzieher in die Spur, der Alfred kurz darauf in seiner Wohnung besucht. Alfred hat für den Gerichtsvollzieher bereits eine kleine Akte mit den wichtigsten Dokumenten vorbereitet. Er hat Kopien seiner Gehaltsabrechnungen, seiner Krankenversicherung, des Mietvertrags, seines P-Kontos nebst Kontoauszügen und seines Personalausweises angefertigt. Zudem hat er den Fragebogen für die Vermögensauskunft ausgefüllt und unterschrieben. Der Gerichtsvollzieher war über diese Präzision überrascht und merkte sofort, dass sich Alfred nicht nur gut vorbereitet, sondern das System begriffen hat. Bei Alfred ist nichts zu holen und nach nur fünf Minuten war der Gerichtsvollzieher wieder gegangen. Alfred war zum Gerichtsvollzieher höflich und zuvorkommend. Schließlich hat er es nicht nötig, seinen Frust an dem guten Mann abzulassen, auch deshalb, weil er alles im Griff hat.

Die nun extrem frustrierte Exfrau Katharina schäumte vor Wut und stellte Strafanzeige wegen Unterhaltspflichtverletzung bei der zuständigen Staatsanwaltschaft. Nach acht Monaten erfolgloser Ermittlungen seitens der Kriminalpolizei wurde das Strafverfahren unter Auflagen eingestellt. Die Auflage: Alfred solle den Unterhalt von 135,- € pro Kind weiterzahlen. Nun, das macht Alfred ja sowieso.

Alfred reibt sich die Hände. Er macht mit seinem Job als Kellner zwar offiziell nur 300,- €, aber in Wahrheit sind es fast 1.000,- €, oft auch mehr, denn er bekommt häufig ein üppiges Trinkgeld. Mit seinem Arbeitgeber im Hauptjob hat Alfred vertraglich eine 36-Stundenwoche vereinbart, tatsächlich muss er nur 25 Stunden pro Woche ins Geschäft. So hat er ausreichend Zeit, nebenbei zu kellnern und auch die Freizeit kommt nicht zu kurz. Die Gaststätte zahlt einen kleinen Teil seines Lohnes offiziell und den Rest cash auf die Hand. So sparen beide Seiten Geld, der Arbeitgeber die Sozialversicherungsbeiträge und Alfred den Unterhalt.

Alfred sieht seine Kinder nicht mehr, aber dafür hat er heute deutlich mehr Zeit und Geld für sich zur Verfügung, als während der Ehe. Seine Exfrau Katharina lebt heute von Hartz IV und ist in die Unterschicht abgestürzt. Sie sieht gealtert, gar abgerissen aus. Ihr neuer Freund hat den Hasenfuß gemacht und Katharina hat danach keinen Freund mehr gefunden.

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