• 18.10.2019

Das Männermagazin

Leutnant Dino kommentiert

Hilfe, meine Freundin ist schwanger

schwanger

» Artikel vom

Erstmal herzlichen Glückwunsch, wenn die Freundin schwanger ist, denn nun beginnt für Dich als werdender Vater ein neuer Lebensabschnitt mit einer gesellschaftlich wichtigen Verantwortung. Du bist nun lebenslänglich unterhaltspflichtig.

Dazu gibt es einige Besonderheiten im deutschen Familienrecht. Viele Männer glauben, dass der Unterhalt für die Freundin maximal 3 Jahre beträgt. Das ist leider völlig falsch, denn der Unterhalt für die Freundin beträgt mindestens 3 Jahre und wird unbefristet ausgeurteilt. Das heisst nichts anderes, dass die Unterhaltsdauer erstmal lebenslänglich gilt. Der Unterhaltspflichtige hat das Recht alle paar Jahre eine Abänderungsklage zu führen, damit der Unterhalt für die Freundin vielleicht stufenweise gesenkt werden kann.

Ein Tipp

Wirft man die schwangere Freundin gleich aus der Wohnung, dann ist die Unterhaltsdauer kürzer, weil es dann eine kurzfristige Beziehung ist. Je länger die Beziehung, desto länger ist die Unterhaltsdauer. Der sofortige Rauswurf ist die Konsequenz aus dem Unterhaltsrecht.

Im Übrigen ist die Freundin in Sachen Unterhalt einer verheirateten Frau gleichgestellt. Vor 4 Jahren wurde dieser Bonus per Gesetz verabschiedet.

Nun ist die Freude über ein neues Menschenleben sicherlich groß, aber die Frage, ob man tatsächlich der Vater ist, sollte unbedingt geklärt werden. Immerhin sind 10% aller in Deutschland geborenen Kinder sogenannte Kuckuckskinder. Da ist der freudige Vater "leider" nicht der Vater. Weil alle Babys jedem Mann irgendwie ähnlich sehen, ist das kein Indiz für eine Vaterschaft. Klarheit bringt nur ein DNA-Test, den man zwar heimlich durchführen kann, aber gesetzlich nicht darf. Die Persönlichkeitsrechte des Babys könnten dadurch verletzt werden.

Als unehelicher Vater gibt es kein Sorgerecht und auch kein Aufenthaltsbestimmungsrecht, aber immerhin gibt es das Recht das Kind und die Mutti finanziell zu versorgen. Das ist doch besser als nichts, oder?

Die Frage nach dem Unterhalt für die geschwängerte Freundin ist einfach, denn die Höhe richtet sich nach dem bisherigen Verdienst. Hat die Dame 2.000,- € netto verdient, dann sieht es übel aus. Zuerst wird der Kindesunterhalt bezahlt und wenn dann von dem Gehalt noch was übrig bleibt, wird es die Madame bekommen. Einem Normalverdiener bleiben maximal 950,- €, wobei die Familienrichter durchaus festlegen können, dass man durch zusätzliche Jobs mehr verdienen muss. Dann wird das Gehalt einfach fiktiv nach oben geschraubt, so dass mehr Unterhalt sprudelt. Hat die Freundin vorher keinen Job gehabt, so hat die Dame einen Anspruch zwischen 770,- € bis 840,- €. Das ist deutlich mehr als Hartz IV. Das ist auch logisch, denn wenn es Mutti gut geht, dann geht es auch dem Kind gut. Natürlich kommt noch der Kindesunterhalt hinzu, der bei 232,- € startet und stetig teurer wird.

Insgesamt kostet die Freundin plus ihr Kind mindestens 1.000,- € pro Monat an Unterhalt.

Da ist ernsthaft zu überlegen, ob man noch vor der Geburt auswandert, natürlich mit unbekanntem Ziel. Wenn die Vaterschaft nicht anerkannt ist, dann gibt es keine Unterhaltspflicht und ohne Unterhaltspflicht gibt es keine Unterhaltspflichtverletzung. Somit gibt es auch kein Strafverfahren nach §170 StGB "Unterhaltspflichtverletzung".

Auswandern ist deshalb schlau, weil die Staatsmacht erstmal einen Vaterschaftstest zustande bringen muss. Wenn der mutmassliche Papa den Hasenfuss gemacht hat, dann sieht es für die gesamte Abzockerindustrie ganz schlecht aus.

Alle Artikel im Archiv lesen - Das Männermagazin

Das Männermagazin

Leutnant Dino kommentiert


Über Leutnant Dino
Impressum
Datenschutz