Gastautor: Quotenfeminist

Es gibt Fragen, die die Menschheit seit Anbeginn der Zeit beschäftigen: Gibt es Leben im All? Warum schmeckt der zweite Teller Pasta immer besser? Und natürlich – die drängendste aller metaphysischen Debatten – zählt am Ende die Größe oder doch die Technik? Gemeint ist hier nicht etwa die Größe des Fernseherbildschirms oder das Fingerspitzengefühl beim Kochen, sondern das, was man im Volksmund den Stolz des Südens, den Zauberstab der Selbstüberschätzung oder kurz: Das männliche Zentralorgan des Egos nennt.

Seit Jahrtausenden wird geforscht, gemessen, verglichen und geflunkert. Männer reden darüber, als ginge es um eine olympische Disziplin, bei der Zentimeter Medaillenwerte darstellen. „Wer misst, misst Mist.“ Zählt jeder Millimeter? Und wie steht man im weltweiten Vergleich da? Die Obsession mit der Länge war geboren.

In der heutigen Zeit ist es nicht besser geworden. Im Internet tummeln sich ganze Armeen selbsternannter Experten, die Tabellen, Diagramme und sogar psychologische Tests anbieten, um herauszufinden, ob man „über dem Durchschnitt“ liegt. Der Durchschnitt – dieses mythische Wesen, das niemand je gesehen hat, aber jeder zu übertreffen glaubt.

Das Problem: Der Durchschnitt existiert nur in PowerPoint-Präsentationen und anonymen Forenbeiträgen von Männern, die sich gegenseitig Mut zusprechen. „Größe ist nicht alles“, schreiben sie gern – vorzugsweise solche, die diese Weisheit besonders dringend brauchen.

Doch kommen wir zur Gegenseite, den Technik-Aposteln. Sie predigen den Glauben an die Kunst der Bewegung, die Choreografie des Moments, die Fähigkeit, einen Funken in ein Feuerwerk zu verwandeln – und zwar ohne dabei den Vorschlaghammer zu schwingen.

„Nicht die Größe des Werkzeugs zählt“, sagen sie, „sondern der Meister, der es führt.“ Klingt weise, fast zen-buddhistisch. Nur schade, dass viele dieser Prediger bei näherem Hinsehen weniger Yoda und mehr YouTube-Tutorial sind. Ihr Selbstvertrauen ist groß, ihre Bewegungen fragwürdig, und ihr Rhythmusgefühl erinnert an eine kaputte Waschmaschine im Schleudergang.

Aber wenigstens glauben sie an den Fortschritt! Denn Technik kann man lernen – theoretisch. Es gibt Bücher, Workshops, sogar Online-Seminare mit Titeln wie „Mit Gefühl und Takt – harmonische Bewegungslehre für Fortgeschrittene“ oder „Synchronisiere dich selbst: Eine Anleitung zur Empathie mit Bonuskapitel über Timing“.

Während Männer über Längen und Winkel diskutieren, sitzen Frauen entspannt daneben, trinken ihren Wein und schmunzeln. Sie wissen längst, dass weder Herr Maßband noch Herr Bewegungsprofi allein das Rezept zum Glück sind. In Wahrheit zählt die Mischung: ein Schuss Selbstvertrauen, zwei Prisen Humor, und bitte kein übermäßiger Gebrauch des Wortes „Performance“.

Was sie wollen? Kein Statist, der sich auf Zahlen verlässt, sondern ein Mit-Gefühl. Kein Handwerker mit Zollstock, sondern ein Künstler mit Gespür. Und, ganz ehrlich: Wenn man währenddessen noch Zeit findet, gemeinsam zu lachen, ist das ohnehin schon die halbe Miete.

Eine Freundin meinte einmal: „Größe beeindruckt vielleicht für zwei Minuten, Technik begeistert für zehn – aber Humor hält die ganze Nacht.“ Ein Satz, den man tätowieren lassen sollte (am besten an einer Stelle, wo man ihn beim Nachdenken gut lesen kann).

Die Natur selbst scheint Spaß an diesem Chaos zu haben. Bei Pfauen sind es prächtige Federn, bei Hirschen das imposante Geweih – alles Symbole, um zu sagen: „Schau her, ich bin’s wert!“ Der Mensch hat das Prinzip einfach übernommen, nur dass sein Pfauenschwanz diskreter, aber nicht weniger eitel ist.

Aus biologischer Sicht ergibt das Sinn: Auffallen, beeindrucken, Gene streuen. Doch in einer Welt, in der sich der größte Teil sozialer Kontakte zwischen Smartphones, Sofas und Streamingdiensten abspielt, wirkt diese archaische Showeinlage ein bisschen überholt. Die moderne Paarung findet eher im Chat als in der Savanne statt – dort punkten keine Zentimeter, sondern Emojis, Grammatik und die Fähigkeit, nicht seltsam zu klingen.

Nehmen wir an, Größe hätte tatsächlich einen objektiven Vorteil. Dann müsste man erwarten, dass die Zufriedenheitskurve mit jedem zusätzlichen Millimeter proportional ansteigt – eine hübsche lineare Gleichung, die in der Realität jedoch ungefähr so plausibel ist wie ein Berliner Flughafen, der pünktlich eröffnet wird.

Denn: Mehr Material bedeutet nicht automatisch mehr Wirkung. Man erinnere sich nur an Filme, in denen große Effekte die Handlung überschatten – beeindruckend, ja, aber selten berührend. So wie manche glauben, dass Lautstärke Ausdruck von Musikalität sei. Man kann Eindruck schinden, ja – aber Verbindung schafft man anders.

Interessanterweise leiden viele Männer weniger unter tatsächlichen Größenverhältnissen als unter der Vorstellung, sie könnten „nicht genügen“. Das ist weniger ein anatomisches als ein kommunikatives Problem – ein Drama der Selbstwahrnehmung. Wie oft überschätzen wir die Erwartungen anderer! In Wahrheit denkt kaum jemand in exakten Zentimetern, sondern in Emotionen, Nähe und Vertrauen.

Doch das männliche Ego ist kein rationales Organ. Es braucht Lob, Bestätigung und einen Pokal, am besten mit Gravur. Vielleicht sollte man in jeder Hausapotheke neben Pflastern und Schmerztabletten auch eine kleine Dosis Realität abfüllen – zur wöchentlichen Einnahme, oral und ehrlich.

Am Ende läuft es, wie so oft, auf Balance hinaus. Größe ohne Gefühl ist Show ohne Inhalt. Technik ohne Leidenschaft ist Tanz nach Anleitung. Erst die Mischung aus beidem ergibt das, was wirklich zählt: Verbindung statt Vergleich, Begeisterung statt Berechnung.

Wer versucht, die Liebe (oder was auch immer das da am Samstagabend war) mit Maßband, Tabellen oder YouTube-Tipps zu quantifizieren, hat das Wesen des Ganzen verfehlt. Denn in Wahrheit geht es nicht um Zentimeter – sondern um Zentimentalität. Und das, meine Damen und Herren, ist eine Wissenschaft, in der noch jeder etwas dazulernen kann.
Fazit: Das Märchen vom Maßstab

Es ist vielleicht Zeit, einen neuen Mythos zu schreiben. Einen, in dem nicht der längste, sondern der empathischste Held gewinnt. Einen, in dem es keine Maßstäbe, sondern Maßgefühl gibt. Und falls jemand trotzdem darauf besteht, das Lineal zu zücken – bitte, aber dann wenigstens mit Humor. Denn wer sein Werkzeug zu ernst nimmt, macht sich nur lächerlich. Und wer darüber lachen kann, der hat schon längst bewiesen, dass er’s kann – und zwar richtig.

Den Männern die Zweifel an ihrer Hardwareausstattung oder den Fähigkeiten der Softwareversion ihres Werkzeuges haben, sei gesagt, das es auch Frauen gibt denen 8,5 cm völlig ausreichend sind um sie glücklich zu machen und ihnen dabei sogar die zur Anwendung kommende Technik völlig egal ist, solange es sich dabei um eine Mastercard, Visa oder vergleichbare Karte handelt und diese immer ordentlich gedeckt ist.



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