Gastautor: Anonym

Es ist 20 Jahre her, dass Wolfgang Schäuble auf der ersten Zusammenkunft der Islamkonferenz den viel zitierten Satz aussprach, der mittlerweile fest im kollektiven Gedächtnis Deutschlands verankert ist: "Der Islam ist Teil Deutschlands und Europas".

Der Inhalt dieser Aussage ist unbestritten. Der demographische Wandel und die verstärkte Migration seit Herbst 2015 haben Deutschland geprägt wie wenige historische Ereignisse zuvor. Das Wort des Propheten - "Gott segne ihn und schenke ihm Heil!" 1) - durchdringt Deutschland mehr und mehr. Auch hier im sogenannten Männermagazin ist es heilsam, wenige Tage vor Beginn des Ramadan einmal einigen Weisheiten des Quran-al-karim, der Hadithe und der Gelehrten zu lauschen.

Diese kleine Ermahnung wurde von mir, einem langjährigen Leser des MM anonym eingereicht, der erst vor kurzem zum Islam konvertiert ist. Die folgenden Worte sind daher keine Satire, keine Zerstreuung, sondern ein ernst gemeinter Versuch, den Lesern dieses Online-Magazins ein wenig die Augen zu öffnen.

Ich habe lange mit mir gerungen. Ist das MM der richtige Ort, die Lehren des Propheten darzulegen? Eigentlich nicht. Sowohl das hier verbreitete Männer- und Frauenbild, das Sexualverhalten, die Lebens- und Umgangsformen laufen den Lehren des Quran-al-karim teils völlig zuwider. Aber wenn mein Text auch nur ein Mindestmaß an Interesse für die Lehre des Propheten erweckt, so hat er sich bereits gelohnt. Wie ihr die Lehren auffasst, liegt ganz an euch. Es gibt keinen Zwang im Glauben 2) und Allah - "Gepriesen und erhaben ist Er!" - leitet recht, wen er will. 3)

Also aufgepasst! Seid unbesorgt! Was jetzt folgt, ist kein Religionsunterricht im üblichen Sinne. Denn dem folgt ihr sowieso nicht. Wenn ich jetzt mit den fünf Säulen des Islam beginne, schlaft ihr alle ein. Also packe ich euch da, woran ihr sowieso den ganzen Tag nur denkt: An Sex.

Allah hat die Menschen als Mann und Frau erschaffen. Und der Sexualakt zwischen Mann und Frau bedingt den Fortbestand der Menschheit und die folgenden historischen Zeitläufte. Ohne Sexualität keine Menschheit. Sex und das damit verbundene Zusammenleben ist daher keine Spiel, kein lustvoller Zeitvertreib, sondern eine bedeutende Handlung, die im Quran-al-karim und den Hadithe ihre genaue Weisung gefunden hat.

Sollten Mann und Frau diesen weisen Vorgaben folgen? Ja, unbedingt. Denn wie auch in der Bibel genannt, besiegeln die Worte des Quran-al-karim wahrhaft und endgültig, dass am Tag der Auferstehung 4) der Mensch für seine Taten zur Rechenschaft gezogen werden wird.

Was richtig und falsch ist im sexuellen Beziehungsspiel zwischen Mann und Frau in der muslimischen Welt, war dem westlichen Wissen bis vor Kurzem weitgehendst unbekannt. Doch der schnell verfügbare Buchdruck moderner Zeit hat jetzt für Abhilfe gesorgt: "Grundwissen für Frauen - gemäß der hanafitischen Madhab" von Rauf Pehlivan. 5) Wir haben es hier mit einer eher konservativen Auslegung zu tun. In diesem Werk wird nicht nur für Frauen, sondern auch für Männer genau geschildert, was im Lichte des Korans und der Hadite gestattet ist, und was nicht.

Warum das wichtig ist? Nochmals! Weil keiner weiss, wann der Tag der Rechenschaft anbricht. Der Quran-al-karim gibt uns keine genaue Auskunft, aber nach o.g. Werk gibt es Vorzeichen, dass der Tag der Auferstehung und Rechenschaft sich genähert hat. Die sogenannten "kleinen" Vorzeichen sind:

1 Wirtschaftliche Probleme und Dürre häufen sich.
2 Immer mehr Leute werden Zinsen nehmen. Halal wird mit Haram vermischt.
3 Zwietracht und Übel herrscht zwischen den Menschen.
4 Reiche Menschen werden respektiert, ehrenvolle erniedrigt.
5 Sünde wird offen begangen und Homosexualität verbreitet sich.
6 Das rituelle Gebet wird als Last und Störung betrachtet.
7 Eine Herrschaft von Frauen wird beginnen.
8 Anvertrautes wird nicht mehr geachtet.
9 Die Quran-Rezitatoren werden hinter Besitz und Reichtum her sein. 6)

Wir sehen also: Es bleibt uns nicht mehr viel Zeit ...

Grundsätzlich und immer gilt für alle Lebensfragen: Was euch der Gesandte gibt, das nehmt an; und was er euch untersagt, dessen enthaltet euch. Und fürchtet Allah. Wahrlich, Allah ist streng im Strafen! 7)

Aber für den gläubigen und züchtigen Mann gibt es keinen Grund zur Sorge. Im Gegenteil! Für ihn gilt: Wer heiratet, vervollständigt hier auf Erden die Hälfte seiner Din. (Din, das sind die religiösen Pflichten). Und ausschließlich die Heirat erteilt die Erlaubnis zum Geschlechtsverkehr 8) Junggesellentum gibt es im Islam weder für den Mann noch für die Frau. Die Heirat bewahrt sie vor dem charakterlichen Verfall! 9) Lesbentum ist absolut haram! 10)

Sofern er sie versorgen kann, darf der muslimische Mann bis zu vier Frauen ehelichen. "... heiratet, was euch an Frauen gefällt, zwei, drei oder vier. Wenn ihr aber fürchtet, nicht gerecht handeln zu können, dann heiratet nur eine." 11)

Die Frau wird wegen vier Besonderheiten geehelicht: Wegen ihres Reichtumes, ihrer Abstammung, ihrer Schönheit und ihrer Religiosität. Untersuche und finde von ihnen die Religiöseste und du wirst glücklich werden. 12) Es ist daher völlig klar, dass nur die Nikah (Heirat) die Erlaubnis zum Geschlechtsverkehr erteilt. Der Mann soll bei seiner Gattin Ruhe finden 13) und sie soll ihm ein Saatfeld sein. "Geht zu eurem Saatfeld, wo immer ihr wollt." 14)

Um sexuelles Fehlverhalten jedoch bereits in möglichst jungem Alter zu vermeiden, gilt daher das, was der Weise Ali al-Qari sagt: "Das Kind wird vom Bett der Mutter und der Geschwister getrennt, wenn es sieben Jahre alt wird, denn dies ist das Alter, wo seine sexuellen Gefühle sich anfangen zu entwickeln." 15)

Mit dem Eintritt in die Geschlechtsreife hat die Frau ihre Aura zu verhüllen. Aura, das sind die Schamstellen des Körpers, die zu zeigen und sehen beschämend sind. Bei einer freien muslimischen Frau besteht die Aura aus ihrem gesamten Körper, außer ihren Füßen bis zu den Knöcheln, ihren Händen bis zu den Handgelenken und ihrem Gesicht. Alle anderen Körperteile sind entsprechend zu verhüllen. (Auch die Männer sollen - auch untereinander - ihre Aura verbergen. Deswegen duschen muslimische Männer im Fitnesscenter immer mit Slip.) 16)

Die Kleidung der Frau darf nicht transparent oder fein sein, nicht eng. Sie soll kein Schmuck sein und die Frau darf keine schönen Gerüche tragen. Die Kleidung der Frau darf nicht der Kleidung von Männern ähneln und darf schon gar nicht der Kleidung von Nicht-Muslimen ähneln. Die Kleidung der Frau darf auch "keinen Ruhm bringen". 17)

Letztlich hat es der Prophet für das ziemliche Verhalten der Frau auf den Punkt gebracht: "Haltet euch in euren Häusern auf und stellt euch nicht zur Schau wie in der Zeit der früheren Unwissenheit. Verrichtet das Gebet und entrichtet die Abgabe und gehorcht Allah und seinem Gesandten." 18) Ohne trifftigen Grund hat die Frau daher nicht das Haus zu verlassen und sich gar unter fremden Männern aufzuhalten. 19)

In einer funktionierenden Ehe wird die liebende Ehefrau ihrem Ehemann ohnehin gerne zu Diensten sein, so dass die Männer ihre Frauen erst gar nicht "ermahnen, meiden im Ehebett, und schlagen" 20) müssen. Diese Zeilen werden leider allzuoft falsch verstanden ...

Dennoch weist der Prophet sowohl Männer wie Frauen dringendst darauf hin, der Unzucht nicht nahe zu kommen: "Gewiss, sie ist etwas Abscheuliches - und wie böse ist der Weg!" Wer dennoch Unzucht betreibt, wird hart bestraft: "Eine Frau und ein Mann, die Unzucht begehen, geißelt jeden von ihnen mit hundert Hieben! ... Und es soll bei der Vollstreckung der Strafe an ihnen ein Teil der Gläubigen anwesend sein." 21) Bei verheirateten Unzuchttreibenden ist die Strafe noch drastischer, da auf die hundert Stockschläge auch noch die Steinigung erfolgt. 22) Dass ein Ungläubiger eine muslimische Frau nicht ehelichen darf, versteht sich aus dem Vorhergesagten eigentlich von selbst ... 23)

Übrigens: Das im MM berüchtigte "in den A.... zählt nicht", ist absolut haram! Egal, ob verheiratet oder nicht! Wer sich den Frauen von hinten nähert, ist verflucht! Nähert euch den Frauen von dort, wo Allah es euch befohlen hat! 24)

Auch die hier oft beschworene Vasektomie ist - wenn sie nicht aus medizinischen Gründen erfolgt - haram, da sie das Prinzip verletzt, dass der Mensch nicht in die natürliche Ordnung eingreifen darf. Viele islamische Gelehrte und Institutionen wie der Islamic Fiqh Council 25) argumentieren, dass solche Eingriffe in die Zeugungsfähigkeit gegen die Koranverse und die Hadithe verstoßen, die die Erhaltung der Nachkommenschaft betonen.

Vielleicht versteht ihr jetzt ein wenig besser, warum sich gläubige Muslime in Deutschland SO verhalten und nicht anders. Tut euch einen Gefallen! Werft einmal einen Blick in den Koran und ihr werdet noch viel, viel mehr erfahren.

Genug für heute. Heute ist Freitag und mich ereilt der Ruf zum Freitagsgebet ...

Möge Allah euch rechtleiten!


1 Die Segensformel nach Allah und Mohammed wird hier jeweils einmal vollständig genannt. Um eine bessere Lesbarkeit zu gewährleisten, möge der geneigte Leser die Segensformeln jedesmal dann im Geiste wiederholen, sobald der Name Allahs und der des Propheten ein weiteres Mal genannt wird.
2 Koran Sure 2:256
3 Koran Sure 2:272
4 Koran Sure 75 Al-Qiyamah
5 Pehlivan, R.: Grundwissen für Frauen gemäß der hanafitischen Madhab. 2018. 527 S. Die hanafitische Madhhab gilt als größte und älteste Rechtsschule der vier sunnitischen Madhabs und ist für ihre Betonung der Argumentation und Interpretation des Korans bekannt. Pehlivan verweist an den angegebenen Stellen wiederum auf die entsprechenden Hadithe. Aus Gründen der leichteren Zitierbarkeit sind hier nur die entsprechenden Seitenzahlen angegeben.
6 Pehlivan, aaO, S. 87
7 Koran Sure 59:7
8 Pehlivan, aaO, S. 345
9 Pehlivan, aaO, S. 379
10 Pehlivan, aaO, S. 469
11 Koran Sure 4:3
12 Pehlivan, aaO, S. 346
13 Koran Sure 30:21
14 Koran Sure 2:223
15 Pehlivan, aaO, S. 521
16 Pehlivan, aaO, S. 410
17 Pehlivan, aaO, S. 418
18 Koran Sure 33:33
19 Pehlivan, aaO, S. 409
20 Koran Sure 4:34
21 Koran Sure 24:2
22 Pehlivan, aaO, S. 468
23 Koran Sure 2:221
24 Pehlivan, aaO, S. 172 f.
25 Islamic Fiqh Council. It is an independent Islamic scholarly body with a distinct legal personality, operating within the framework of the Muslim World League. It is composed of a select group of eminent jurists and scholars from across the Islamic world.

(Das Bild über dem Text ist ein Kunstprodukt von Grok.)



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