Gastautor: Josef Stalin jr.
Lieber Genossen, liebe Rotfront,
lasst mich von dem Unglück berichten, das unserem großen Plan zugestoßen ist.
Wie ihr damals auch, war ich beseelt davon, die Welt „zu einem besseren Ort zu machen“. Und ich hätte nie und nimmer gedacht, daß es damit so schnell zu Ende geht, und dass wir so vollständig und komplett und wohl für immer scheitern würden. Nein, das hätte ich wirklich nicht vermutet. Weil damals, 2026, waren wir doch kurz vor dem totalen Sieg.
Fast alle Regierungen des Westens hatten wir infiltriert und übernommen, wir, die „Globalisten“, die „Bilderberger“, die „WEF young leaders“ und wie unsere Gegner uns halt so genannt haben. Genau genommen waren wir ganz normale Linke, vernetzt noch aus alten 68er oder DDR-Zeiten, auf dem Marsch durch die Institutionen, durch die Universitäten, durch die Gerichte, vor allem aber durch die Parteien. Die Pandemiegeschichte lief gut, aber am besten war unsere geniale Lüge von der Klimakatastrophe. Damit hatten wir es fast geschafft: Abschaffung des Privateigentums, Verstaatlichung aller Wirtschaftsunternehmen, Kontrolle von Radio, Fernsehn, Presse und Internet und vollständige Vereinzelung und Überwachung der Bevölkerung. Was will mann als anständiger Kommunist mehr?
Aber dann kam ein Unglück nach dem andern: Die Attentate auf Donald Trump mißlangen, und schlimmer noch, dieser Fascho schrie „Fight, fight, fight“ mit blutendem Ohr und ausgerechnet vor der amerikanischen Fahne! Da ließ es sich nicht mehr verhindern, daß er die kommende Wahl gewann. Obwohl wir unser Bestes gaben und viele Millionen Stimmen fälschten. Too big to rig, war leider so. Ansonsten hatten wir noch alles unter Kontrolle, mit Stamer in den UK, Macron in France, und Merz in der Buntenrepublik.
Aber dann legte ein Idiot zwei Jahre später doch noch Trump um – da war er schon Präsident! Von da an ging alles ziemlich übel und schnell. J.D. Vance, vorher Vizepräsident, wurde zum amerikanischen Präsidenten. Und während Trump doch noch Rücksicht nahm auf sein Ansehen bei den anderen Politikern und bei den Verbündeten, kannte Vance da nix: Er ließ das gesammelte Wissen aller US-Geheimdienste und von Paladir und von Grok über die Politiker/innen von Links bis zur Mitte veröffentlichen. Alles, was den Geheimdiensten so an Skandalen, Unzucht, Kindersex, Drogenmißbrauch, Betrug, Korruption und illegalen Geschäften bekannt war, kam nach und nach heraus. Im Internet, auf X, in den alternativen Medien, sogar im Fernsehen. Und das fiel auf fruchtbaren Boden.
Unsere Genossen und Genossinnen waren wohl eher nicht sehr beliebt gewesen. Hatten sie es übertrieben, die Mitmenschen überfordert, verarmt und verdummt, das Gemeinwohl zuwenig beachtet im Trachten nach der besseren Welt? Könnte sein – dabei hatten sie es doch nur gut gemeint mit der Öko- und Klimagerechtigkeit. Umso schlimmer schlug das Pendel nun in die andere Richtung aus. Politiker/innen vor allem aus der linken Ecke mussten reihenweise zurücktreten. Hillary kam tatsächlich noch in den Knast, etwas, das Trump nie gewagt hätte, aus Angst vor den Schweinereien in den eigenen Reihen. Besonders hart traf es jedoch die etablierten Parteien in Europa und in Schland: die Ex-SED; die Grünen; die sozialdämonische Partei; und die Un-ion; anderswo die Libs, die Tories, die Sozialisten: ein Skandal jagte den anderen. Dokumente, Belege, Filme, Zeugenaussagen, nichts blieb verborgen. Und das meiste davon gerichtsverwertbar. Die Wähler begannen uns zu verachten. Viele von uns wanderten sogar in den Knast, und das Fußvolk, also die Parteimitglieder und die Sympathisanten, wandten sich angeekelt von uns ab. Unsere staatlich finanzierten Stiftungen und NGOs wurden abgewickelt und die Großspender/innen, die das Geld für uns aus dunklen Adern abgezwackt hatten, wanderten mit in den Knast.
Es war massiv!
Nun gut, unser Fehler. Und wie rasch ganz Europa kippte! In Frankreich siegte Marie Le Pen. In England gewann Farage mit der Reform UK haushoch die Wahl, mehrmals. Und in Schland gewann die AfD dreimal hintereinander die Bundestagswahl. Alice für Deutschland. Maximilian Krah wurde und blieb für lange Zeit Präsident der Europäischen Kommission.
Es war eine Katastrophe!
Heute, zwanzig Jahre später, seh ich das eigentlich ganz gelassen: ich muß zugeben, daß wir damals einfach auf dem falschen Weg waren. Gemeinschaftseigentum ist kein Eigentum. Keiner kümmerte sich mehr um irgendwas, alles ging darnieder und zugrunde. Die Züge fuhren niemals pünktlich, Brücken stürzten ein, Städte waren verschlampert, verfallen, verdreckt. Die Menschen waren unzufrieden, mürrisch, unengagiert und hoffnungslos. Und es war sehr gefährlich auf den Straßen: durch die offenen Grenzen waren wirklich komische Menschen aus den heruntergekommensten Gegenden der Welt ein“gewandert“, viele davon mit schweren psychischen Problemen (der Gesundheitsminister sprach von 30%). Messerstechereien, Verbrechen und Vergewaltigungen waren an der Tagesordnung. Obwohl wir alles taten, das zu verschleiern: Es war gefährlich, einfach nur rauszugehen. Niemand war mehr sicher!
Aber das änderte sich schnell! Der Bundesarbeitsdienst für Bürgergeldempfänger war zweifellos eine gelungene Idee: nicht nur half das, die vergammelte Infrastruktur wieder aufzubauen und die Straßen von Drogendealern und „Partyvolk“ zu befreien: auch waren innerhalb weniger Monate fast alle Geflüchteten und Verfolgten weit weit weg und man sah sie nie wieder. Interessierte niemanden. Aber wie das die Sozialsysteme entlastete! Steuern und Abgaben sanken rapide. Mann bekam wieder Termine bei den Fachärzten innerhalb weniger Tage. Sogar Rente ab 65 wurde wieder eingeführt (wo wir doch schon 72 als Normalrentenalter geplant hatten). Es gab auch wieder ausreichend Wohnungen für die, die in den Städten arbeiteten, vor allem aber für die Familien. Die Kommunen konnten ihre ruinierten Finanzen rasch in Ordnung bringen und die Schwimmbäder und die Konzerthallen wieder eröffnen.
Die staatlichen Medien passten sich innerhalb weniger Wochen an die neue Regierung an. Das bedeutete natürlich auch, dass die Menschen endlich die Wahrheit über das Kohlendioxid erfuhren: daß alles, wirklich alles Leben auf der Welt daraus entstanden ist (also gut, die methanatmenden Archaea nicht und die Sulfidoxidierer auch nicht – Korinthenkacker!!) und dass es gut und edel ist, CO2 in die Luft zu emittieren und damit neues Leben zu schaffen. Mit wieviel Freude die Menschen das machten! Starke Motoren kamen wieder in Mode, sogar Tesla baute einen Roadster mit V8! Porsche erholte sich natürlich auch wieder. Stellt euch vor, Deutschland begann sein eigenes Gas zu fördern und erlaubte sogar Fracking in der Nordsee! Und nein, die Welt ging davon nicht unter. Nur das Wetter wurde immer besser.
Erst langsam und dann immer schneller wurde das Land wieder aufgebaut. Nicht nur Deutschland, sondern ganz Europa. Wohlstand und Erfindungsreichtum blühten auf, die Schulen und die Universitäten lehrten wieder echtes Wissen. Am stärksten jedoch war der Wandel bei den Frauen ... ja, träumt ab hier selber weiter, es sind schon mehr als 1000 Worte, das genügt für einen Artikel im MM, und es ist ja noch gar nicht 2026. Das kommt alles erst noch. Eins noch: Hört auf zu jammern, denn alles wird gut. Ihr müsst es aber auch wollen.
He, mitlesender Staatssicherheitsdienst, das ist nuuur Satire. Nuuuur eine Glosse! Das darf das. Diskutiert über den Artikel und freut euch auf die schöne, gute Zukunft.
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