Gastautor: Pancho

Vorab: Dieser Reisenbericht wird keinen Schmuddelkram enthalten. Er richtet sich primär an Reise interessierte, die in Erwägung ziehen diese Insel zu besuchen.

Pünktlich um 6:00 kommt das Taxi und bringt mich zum nahegelegenen Flughafen. Kofferabgabe geht Dank BC-Ticket schnell. Ausnahmsweise diesmal mit aufgegebenem Gepäck, da ich drei Wochen bleibe und zudem noch ein paar Sachen für süße COL Mäuse mitnehme. Security geht ebenfalls flott, da um diese Zeit kaum was los ist und der Flughafen endlich moderne Scanner hat, bei denen man nicht mehr Notebooks, Tablets & Co auspacken muss. Ab in die Lounge, noch was essen, nebenan im Raucherbereich noch eine geraucht, dann geht es schon los. Im Flieger nach AMS bin ich der einzige BC Gast, bekomme also die volle Aufmerksamkeit. Sitze ok, Kurzstrecke, da ist BC bekanntlich kaum lohnenswert, als Zubringer zu Langstrecke bekommt man es automatisch. In AMS habe ich nicht viel Zeit. Schaffe es nicht die KLM Lounge auszuprobieren, weil sie ewig weit weg ist und ich nichts riskieren möchte. Der Flug nach BOG ist mit KLM echt ok. Sitze wirken zwar etwas abgenutzt, Einzelsitze mit 180° Sitz machen aber viel wett. Ein großer Bildschirm ist auch nett. Internet – zumindest für Messenger – gibt es für Flying Blue (das Miles & More von KLM, Air France & Co) Mitglieder kostenlos. Reicht mir, ich muss nur die Ankunft der süßen COL Maus 2 abstimmen, die ich in BOG treffe und wir anschließend nach ADZ (San Andrés) weiterfliegen. Das Essen in der KLM BC ausgesprochen gut, bin angetan. Weil ich beim letzten Langstreckenflug nicht schlafen konnte, habe ich diesmal eine Einschlafhilfe (Melatonin Einschlafrspry) und Dorm (frei erhältlich) dabei. Die Einschlafhilfe hilft nichts, also eine Dorm rein und Tschüss. Pünktlich zum zweiten Essen aufgewacht.

Ankunft pünktlich in BOG, die vorab bei Jeff gekaufte SIM-Karte funktioniert, ich habe Internet. Die süße COL Maus 2 kam vor mir an, hat bereits ihr Gepäck eingecheckt und wartet in der Avianca Lounge. Bei mir dauert es. Wie so oft eine endlose Schlange bei Migration und es dauert fast eine Stunde. Mir fällt auf, diesmal bin ich beim Start nicht nach Check-Mig gefragt worden. LH hätte mich damals ohne nicht mal nach FRA fliegen lassen. Nach Migration noch Koffer abholen, ab zu Avianca mein Gepäck aufgeben, anschließend zur Maus. Da Avianca mir ein sehr nettes Angebot gemacht hat, habe ich vor Abflug aus den Flügen nach ADZ BC gemacht, uns stehen also drei Lounges zur Verfügung. Avianca Gold, Avianca Diamond und The Lounge (wg. Priority Pass – AMEX). Wir probieren alle drei aus. Alle ähnlich, Essen nirgends spannend, also begnüge ich mich in der Diamond-Lounge mit einer Gemüsesuppe, die nach nichts schmeckt. Nach 2h ist es endlich soweit, ab nach ADZ. Dank BC schnell rein, und bessere Sitze, Getränke und Snacks.

Ankunft in ADZ. Kleiner Flughafen, echt nett, Migration fällt aus, da San Andrés (ist eine kleine Insel vor Nicaragua) zu COL gehört. Koffer sind Dank BC schnell da und im Nu sind wir draußen. Es reicht gerade mal für eine Zigarette, bevor der per Booking bestellte Transport zum Hotel (33 Euro hin und zurück) da ist. Van, sauber, klimatisiert, netter Fahrer. Die Fahrt dauert rd. 15 Minuten, die Insel ist überschaubar groß. Es ist bedeckt aber warm. Das Hotel (Cocoplum Beach, 3 Sterne) gefällt mir ausgesprochen gut. Es liegt auf der Ostseite relativ in der Mitte der Insel. Der Strand soll dort besonders schön sein. Wäre er auch, wenn er nicht voller 'Sargazo' (Golftange (Sargassum)) wäre. Eine echte Plage in diesen Ländern. Der Strand ist ansonsten wirklich schön und nicht umsonst nennt man das Meer dort das Meer der sieben Farben. Tiefe und Untergrund führen zu traumhaften Farben. Wie immer habe ich extrem schnell Anschluss zum Personal, es läuft also alles wunderbar.

San Andrés ist eine typische Urlaubsinsel, die vom Tourismus lebt. Entsprechend tummeln sich dort – laut Einheimischen – über 200 Hotels. Die Partyzone ist im Nordosten mit typischer Einkaufsmeile für wohlhabende Touristen, die dort gerne Luxusartikel kaufen, weil die ganze Insel Duty-free ist, vieles also deutlich günstiger ist, als auf dem Festland. Natürlich wird entsprechend Schmu betreiben. Beispiel: Tequila 1800 Añejo. Im großen Duty-free-Shop angeboten für 178k (statt 220k angeblicher regulärer Preis). Hab’ zwei Flaschen ein paar Ecken weiter für je 130k gekauft, was ungefähr 30 Euro entspricht. In DE kaum unter 50 Euro zu bekommen.

Es gibt ein paar gehypte Restaurants. Sie machen ein Riesendrama um Reservierungen und täuschen vor exklusiv und wahnsinnig begehrt zu sein. Die aktuelle Nummer 1 ist „La Regatta“. Vorab Reservierungen unmöglich, angeblich ausgebucht. Man riet mir tagsüber hinzugehen, da hätte man Chancen und dort eine Reservierung für Abends zu machen. Gesagt, getan. Strenge Eingangskontrolle, der Touri mit Ami-Fresse (in ihren Augen) darf natürlich rein. Der Laden max. zu 20 % belegt. Frage nach einem Tisch abends, ginge nicht, alles voll, ich solle aber einfach vorbeikommen, evtl. geht was. Ok, dann essen wir erstmal, mal sehen, ob das Essen es überhaupt wert ist. War es nicht. Der Laden ist zwar echt schön gemacht, das Essen wird hübsch gestylt, geschmacklich aber echt kein Hit. Völlig überbewertet. Dazu noch schlechter Service. Hatte zwei Cocktails als Aperitif bestellt, erwartete die vorab, und für mich zum Essen ein Wassermelonen-Saft. Es hat ewig gedauert, es kam der Cocktail der Maus, meiner nicht, dann das Essen und später mein Saft. Ah ja, das ist also die Nummer 1. Ok, damit ist alles gesagt, den Laden brauche ich kein zweites Mal. Immerhin haben sie meinen Mojito nicht auf die Rechnung gesetzt.

Auch probiert: „The Islander“, das auch zu den Top-Restaurants gehören soll. Dort tatsächlich eine Online-Buchung für den nächsten Abend machen können. Wir kommen hin, der Laden ist max. zu 10 % belegt, meine Reservierung finden sie nicht, wir dürfen aber auch so rein. Bestellt habe ich zweimal Languste (das teuerste, was sie anbieten), dazu Wasser und einen Weißwein. Als Intro zwei Cocktails. Service können sie wenigstens, geben sich Mühe, das Essen ist aber eine einzige Enttäuschung. Wie zum Geier schafft man es Languste zu verbrennen? Habe nicht nachgefragt.

Fazit dazu: Die Edelrestaurants kann man sich sparen. Sie machen auf wichtig, sind teuer und halten nicht im Ansatz, was sie versprechen. Wer trotzdem hin möchte, dem rate ich den ganzen Mist mit den Reservierungen zu ignorieren und einfach hinzugehen. Wer nach Auslandstouri aussieht und nicht gerade in Badehose daherkommt, wird natürlich hereingelassen werden. Voll war keines dieser Lokale.

Ein Restaurant, das uns sehr gefallen hat: „Besamé Morenita“. Ein kleines Lokal in der Partyzone mit mexikanischem Essen. Flautas und Tacos, preiswert und das beste, was ich dort gegessen habe.

Das waren die Kritikpunkte an San Andrés. Die Insel hat aber sehr wohl sehr schöne Sachen zu bieten. Was ich empfehlen kann:

Buggy mieten – kostet für einen Tag (09:00 bis 18:00) rund 100 Euro. Damit kann man die Insel umrunden und sie erkunden. Es gibt wunderschöne Strände und diverse Orte an denen man verweilen kann. Die Westseite der Insel bietet eine andere Landschaft als die Ostseite. Idealerweise einen Röhre – z. B. JBL – mitnehmen, um Musik zu haben. Wir haben damit die Insel zweimal umrundet, diverse Aktivitäten gemacht und hatten noch Zeit übrig, um noch eine Kokosnuss an einem wunderschönen Strand zu genießen und in an einem anderen Strand zu baden. Buggys, Mopeds & Co gibts nur von 09:00-18:00 Uhr, weil es in der Vergangenheit nachts zu vielen Unfällen mit besoffenen Touristen gekommen ist.
Bootstour zu den bekannten Inseln. Wichtig: Bucht bloß keine Standardfahrt. Ihr werdet – je nach Anbieter – in ein Boot mit bis zu 35 anderen Touris gequetscht und in klassischer Manier gibt’s das Standardprogramm für Touris. Besser: Private Fahrten besorgen. Uns wurde eine für 90k pro Nase angeboten, die top war. Ein kleines Boot, ein Guide und nur wir beide. Wir wurden am Hotel abgeholt, zur Marina gefahren, wo unser Guide Andrés bereits mit seinem Boot auf uns wartete. Wir haben uns top verstanden und es gab das andere Programm. Er hat uns beim Schnorcheln über wunderschöne Korallengärten gezogen, später in Mangroven gefahren, wo wir Dank seines kleinen Bootes tatsächlich durchfahren konnten, viel über Insel, Natur & Co erzählt und dann zum Aquarium gefahren. Er hätte uns auf Wunsch auch dort gelassen und später abgeholt, haben aber dankbar abgelehnt, weil diese Sehenswürdigkeit komplett mit Touris überlaufen war. Anschließend hat er uns zum Strand vor unserem Hotel gefahren und uns dort abgesetzt. Die im Boot vergessenen Sonnenmilch hat er uns auch noch etwas später hinter hergebracht.
Namaste: Das ist ein kleines Restaurant am Strand mit Bar und Liegen am Strand. Liegt direkt neben dem Hotel, das wir hatten. Die besten Cocktails, das Essen war auch gut und dort haben wir nach der Bootsfahrt den ganzen Nachmittag verbracht und sind abends halb betrunken ins Hotel. Der Laden ist zwar teuer, aber als einziger die hohen Preise absolut wert. Ob es wirklich teuer war, kann ich gar nicht genau sagen, weil nur die Rechnung hoch war, ich aber die Übersicht verloren habe, was wir dort alles konsumiert haben. Es waren etliche Margaritas und Mojitos, dazu Krabbencocktail und sie hatte noch einen Fisch.
Abends den Strand in der Partyzone besuchen. Dort sind viele Leute unterwegs, die sich die teuren Hotels am Strand nicht leisten können und ausgelassen feiern. Ein kunterbunter Mix von allem und gut, um die dortige Mentalität und die Bräuche kennenzulernen.

Zurück ging es für mich nach BOG, um von dort den Flug nach San Salvador zu nehmen, sie ist von ADZ direkt nach Medellín geflogen. In BOG angekommen musste ich mein Gepäck holen und einchecken. Hat alles lange gedauert, bei Migration zur Ausreise rund 45 Minuten verloren und es gerade rechtzeitig zum Gate geschafft. Vor Abflug in ADZ hatten wir viel Zeit, also noch die Lounge dort (Dank Priority Pass) ausprobiert. Recht unspannend, aber immerhin bequeme Sitzplätze, kostenloses Essen (nichts Spannendes) und Getränke. Alkohol gibts dort auch, allerdings auf zwei Getränke beschränkt, dann kostenpflichtig. Um 6:00 braucht aber keiner Alkohol und wir schon gar nicht, da wir die Nacht vorher mächtig gefeiert haben.

Fazit: San Andrés ist durchaus eine Reise wert und hat echt schönes zu bieten. Man ist dort sicher, wie wohl nirgends anderes in COL. Als wir mitten im Zentrum waren, habe ich vergessen meinen JBL mitzunehmen. Er hing offen sichtbar am Buggy und war bei unserer Rückkehr noch da, wo ich ihn gelassen habe. Egal wo sonst in COL: Er wäre weg gewesen und das Buggy vermutlich auch ;) wer also dort hinfährt kann entspannt sein. Auch nachts.

In der Fortsetzung geht es dann um El Salvador. Von mir mit großer Spannung erwartet.

PS: Bilder und Links erspare ich mir, das gibt es alles massig im Internet. Wen es interessiert, einfach die Namen und Orte googeln.


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