• 18.11.2018

Das Männermagazin

Leutnant Dino kommentiert

Verpiss Dich

dino

» Artikel vom

Mein Urlaub ist bereits einige Tage her, doch über eine Situation muss ich noch immer lachen. Als ich am Pool lag, kam eine Bekannte zu mir und meinte, dass sie eine ganz tolle Frau für mich hätte. Ich antwortete gleich, dass ich keine Kohle habe sowie impotent, unheimlich geizig und dreifach geschieden bin. Ich will keine Muschi, sagte ich. Irgendwie hat sie mich nicht verstanden, denn am nächsten Tag stand die angepriesene Dame, die händeringend einen Mann sucht, vor mir. Meine Kinnlade klappte nach unten, mein Penis kollabierte und ich fing vor Angst an zu zittern. Nein, bitte gehe ganz schnell weg. Von alten Weibern habe ich komplett die Schnauze voll. Ich war aber zu höflich, ihr das zu sagen und ignorierte sie einfach.

Doch diese überreife Frau, angeblich erst Mitte 30, hatte sich über mich informiert. So zerlegte sie mit großem Sachverstand meine Lieblingspampelmuse, in Thailand heißt dieses Teil Som Oh, und reichte mir den Teller. Ich aß genüsslich die Frucht, während die Dame es sich am Rand meiner Liege bequem machte. Das war mir dann doch etwas zu intim. Ich sprang auf und hüpfte in den Pool. Nicht weil ich geil wurde, sondern um mich aus dieser ungewollten Situation zu retten. Bloß weg, bevor sie mich angrapscht und ich zur Selbstverteidigung möglicherweise handgreiflich werden muss. Mich kotzen solche Frauen einfach nur an. Ihnen geht es nicht um Liebe, sondern nur ums Geld und um nichts anderes.

Um die Sache abzukürzen. Ich sagte meiner Bekannten, dass ich alte Frauen überhaupt nicht mag und wenn ich schon eine Frau in meiner Nähe ertragen muss, dann bitte jung und ausgestattet mit dicken Titten. Das mir zugedachte alte Vieh brauche ich wirklich nicht. Und was soll ich mit einer Thailänderin? Meine letzte Ehefrau war Asiatin, eine nutzlose Filipina in meinem Alter. Nach meiner damaligen Logik habe ich mir bewusst ein altes Leder ausgesucht in der Hoffnung, dass dies auf die Beziehung eine stabilisierende Wirkung hat. Was für ein Schwachsinn. Eine Frau kann nicht jung genug sein, aber noch besser ist es, keine Frau zu haben.

Gerade klingelte mein Telefon und ein Bekannter war an der Strippe. Natürlich vom Bau. Er hat sich alle meine Videos angesehen und meinte er weiß nun Bescheid, was passiert, wenn er oder seine Alte den Hasenfuß macht. Ja, das weiß ich auch, für mich ist das aber nichts Neues. Er schien bester Laune zu sein und die versaute ich ihm gerne ein wenig. Er flog mit seiner Ehefrau nach Ägypten. In der Holzklasse, zu mehr reicht es nicht. So plauderte ich über die Vorzüge der Businessklasse, berichtete von meinen ausgiebigen Shoppingtouren und schilderte detailliert, was ich mir alles gekauft habe. Nur für mich und nichts musste ich teilen. Etwas betrübt meinte mein Kumpel, dass sein verdienter Euro nur 50 Cent wert sei. Unsinn sagte ich. Maximal 30 Cent und keinen Cent mehr. Die Verabschiedung war dann doch etwas kühl, während seine Alte im Hintergrund rief, dass er zu ihr kommen soll. Ich schob noch nach, dass er sich abends sicher wie ein Hund eingerollt vors Bett legen muss. Er wird so schnell nicht wieder anrufen.

Solche und ähnliche Geschichten erlebe ich fast täglich. Ehemänner rufen mich nur an, wenn sie etwas von mir wollen, aber Zeit für mich haben sie nie. Sie dürfen mit mir nicht Essen gehen und auch von einer Einladung zu ihnen nach Hause kann ich nur träumen. Die Herrin des Hauses will mich auf gar keinen Fall sehen. Ich sei der denkbar schlechteste Umgang für jeden Ehemann. Ein Hausverbot habe ich zwar noch nicht bekommen, aber ein verpudelter und weichgespülter Ehemann, der sich mit mir abgibt, hat danach mindestens zwei Wochen das größte Theater mit seiner allerliebsten Gattin.

Als ich das letzte Mal bei einer Familie eingeladen war, konnte ich die Qualität des Abendmahls nicht unkommentiert lassen. Mein Urteil war vernichtend, aber ehrlich. Nudeln an Bolognese Sauce, praktisch ohne Hack, das ist nicht mein Ding. Da kriegt sogar meine Hündin deutlich besseres Essen. Zum Dank für meine ehrliche Kritik bekam ich nie mehr eine Einladung. Den Ehemann bedaure ich nicht, immerhin er hat sein Schicksal selbst gewählt. Eigentlich machen mich solche Besuche glücklich. Das Elend anderer baut mich unheimlich auf und zeigt mir, dass ich alles richtig gemacht habe.

Ich kann meine dumme Schnauze grundsätzlich nicht halten. Als ich meinen Füller mit roter Tinte nachfüllte, waren meine Finger davon eingesaut. Dumm gelaufen. Als ich dann in den Supermarkt ging und einige Paprika kaufte, musste ich der Kassiererin meine roten Fingerchen zeigen mit der Bemerkung, dass ich sicherlich nicht sagen muss, wo die vor einer Stunde drinsteckten. Die Kassiererin bekam eine rote Birne, der Mann hinter mir lachte und ich erfreute mich an meinem schmutzigen Witz. Was mich immer wieder erschreckt ist die Tatsache, dass mir dieser Unsinn einfach so aus dem Mund sprudelt. Im privaten Leben bin ich ganz ich selbst.

Ich möchte nicht schon wieder über die unzähligen Vorzüge des Lebens als Freier Mann berichten, aber Fakt ist doch eins. Geld ist extrem wichtig im Leben und ohne Frau ist die Geldbörse immer richtig fett. Da ist alles drin. Sei es der Langstreckenflug in der Businessklasse oder hochwertige Haushaltsgeräte, die einem das Leben unheimlich erleichtern. Gut, das „oder“ war jetzt gelogen. Ein Freier Mann genießt beides, für ihn gibt es kein entweder oder. Alles was man haben möchte, das hat man eben.

Zu meinem Leben als Freier Mann gehört auch die in wenigen Wochen beginnende Campingsaison. Da wird mein frisch polierter 71er Shiguli aus der Garage geholt, der 35 Jahre alte Wohnwagen Qek junior angekoppelt, das Hündchen eingesackt und los geht es. Das nenne ich Freiheit. Im Übrigen sehen der Shiguli und der Qek aus wie frisch aus dem Laden. Alles im Originalzustand und praktisch wie neu. Da schwelge ich in der Vergangenheit, denn ich liebe meine Heimat, die Deutsche Demokratische Republik.

Als Freier Mann könnte ich einige Frauen durchnageln, aber ich sehe darin einfach keinen Sinn mehr. Zudem habe ich keinen Bock, Sexarbeit zu leisten. Mir ist meine knappe Freizeit einfach zu kostbar und ich verbringe sie am liebsten alleine. Da kann ich wunderbar nachdenken und weitere erfolgreiche Unternehmungen planen. So habe ich alle meine Ziele erreicht, immer ohne Frau.


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