• 20.02.2020

Das Männermagazin

Leutnant Dino kommentiert

Steinzeitgehirne

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» Artikel vom

Geklagt wird viel in diesen Zeiten. Nicht nur vor Gericht. Gesellschaftliche Strukturen lösen sich auf, jahrtausendealte Verträge zwischen den Geschlechtern einschließlich der Ehe werden aufgekündigt. Es gibt so viele Singles wie noch nie zuvor. Wer heute eine Ehe eingeht, hat das höchste Scheidungsrisiko aller Zeiten. Frauen suchen mehr denn je einen Versorger. Alle reproduktiven Rechte sind heute bei Frauen konzentriert. Noch nie zuvor war es für einen Mann so zerstörerisch und teuer, sich von einer rechtlich mit ihm verpartnerten Frau zu trennen. Eine ganze Menge menschlicher Steinzeitprägungen wurde über Jahrtausende durch Gesellschaftsstrukturen und Vereinbarungen in produktiven Bahnen gehalten, nun fallen sie weg und Selbstzerstörungsvorgänge werden immer deutlicher. Nur wer flexibel auf diese drastischen Wetteränderungen reagieren kann, schwimmt oben - alle anderen klagen, klagen, klagen und gehen unter.

Wie war es früher? Die Evolution zwingt alle Lebewesen dazu, sich selbst dem Überlebenstrieb zu unterwerfen, überlebende Nachkommen zu produzieren. Das ist ein beherrschender Zwang: Leben führt Leben fort. Unser darauf optimiertes Urzeitgehirn sagt uns Männern deshalb, wir sollen uns reproduzieren. Für diese Aufgabe sind gesunde und damit maximal reproduktionsfähige Frauen die wertvollsten. Also hat Jugend und Schönheit von Frauen für Männer den allerhöchsten Wert. Schönheit lässt sich nicht ganz so punktgenau definieren wie Jugend, aber genau genug: Schönheit ist eigentlich Gesundheit, Lebens- und Gebärfähigkeit. Die schöne Person muss einer allgemeinen Norm entsprechen (die durch ihre massenhafte Existenz bewiesen hat, dass sie gut ist), Körpermaße im Durchschnitt der eigenen Herkunftsgruppe ohne große Abweichungen haben, einen symmetrischen Körperbau. Zeichen der Jugend, Straffheit, keine Falten, gute Zähne, gesunde Haut, keine Zeichen von Fehlernährungen und Krankheiten begleiten das. Kommt ein Mann nach einem Blick auf die Dame zum Schluss „die ist schön“, dann hat sein Urzeitgehirn eigentlich in Sekundenbruchteilen einen Gesundheitscheck nach den Maßstäben des Dr. Flintstone gemacht. Menschen können das, das sind Kernkompetenzen des Urzeitgehirns.

Die Kurve der Attraktivitätsabnahme von Frauen gesehen durch das männliche Auge ist exakt deckungsgleich mit der Kurve ihrer Reproduktionsfähigkeit: Ab 25 geht es nach unten mit Schönheit und Jugend, ab 35 wird es bitter und zu einer Resteverwertung, in den Jahren jenseits von 40 ist es komplett vorbei. In einer lächerlich kurzen Zeitspanne von 18 bis 25 sind Frauen maximal attraktiv. Davor sind sie pickelig, aussichtsreich, aber verboten, danach sind sie wieder mal lächerlich. So sieht es unsere Urzeitprägung. In dieser Plateauphase von gerade einmal einer guten Handvoll Jahren stehen massenhaft Männer aller Altersstufen Schlange, gaffen und hoffen, machen die tollsten Faxen um wenigstens zeitweise die Finger auf so eine Frau legen zu dürfen. Durften sie mal ran, sind sie stolz drauf. Score! Diese Frau kann in ihrer guten Zeit ihrerseits auf hohen Pferden reiten, hat eine gigantische Auswahl an Partnern und kann sich dem Gefühl hingeben, dem König der Alphamänner zu gefallen. Damit hat sie absolut recht - und allein wir Männer verschaffen ihr diesen geilen Status. Wir sind es, die sie auf diese hohen Pferde heben.

Auf die Frauen selbst wirkt das aber zerstörerisch, heute mehr denn je. Die 21-jährige reitet zwar noch auf dem hohen Pferd, wird immer ausnutzen, was sie kriegen kann und das ist berauschend viel. Längere Bindungen entstehen dabei jedoch immer weniger, sie ist immer auf der Jagd nach dem Alpha der Alphas, immer unzufrieden. Sex und Reproduktion sind heute getrennt, Bindungsfähigkeit unwichtig. Das Urzeitgehirn kann gut kurzfristig, schlecht langfristig entscheiden. Gelungene Reproduktion kommt bei der Alphajagd heute selten heraus, wenn doch Reproduktion mit dem Alpha, dann werden daraus häufig bedürftige, kaputte Alleinerziehende. Nach ihrer Plateauphase wird schließlich mit wachsender Verzweiflung ein Vater gesucht, der ihr Kinder verschafft und ernährt. Sie stürzt sich dann nicht nur der Ressourcen und dem Sex wegen, sondern auch zur Reproduktion in Beziehungen. Sie kommt mit ihrer stetig sinkenden Attraktivität nicht klar, versucht mit Kleister und Tricks gegenzuhalten, wird immer künstlicher statt Authentizität zu lernen. Das ist schwierig, weil ihr die Welt in ihrer Plateauphase zu Füssen lag, was ihre Entwicklung in Wirklichkeit blockierte. Entwicklung erschien überflüssig, schließlich war alles optimal für sie. Mit Ende 30 gerät sie in den Panikmodus und wird richtig gefährlich. Das ist heute mehr denn je der Normalfall. Das durch­schnitt­li­che Al­ter der Müt­ter bei der Ge­burt des ersten Kindes beträgt heute z.B. in Baden-Württemberg fast 32 Jahre. Offenbar haben es soziale Netze, auf die sie 24 Stunden am Tag Zugriff hat, mit ihren permanenten Validierungsmöglichkeiten und der Kommunikationsinflation geschafft, die Plateauphase ins Groteske hinein zu überhöhen, sodass der Abstieg daraus so schwer wie eine Suchtentwöhnung von Heroin geworden ist. Eine Dorfschönheit früher hatte zehn Bewunderer sowie einige ältere Mahner und Bremser in der Familie, hatte einen festen Platz in der Gesellschaft, heute sind es künstlich kommunikationsverstärkt zehntausend durstige Männer und viele davon zahlen bereits für ein wenig Aufmerksamkeit. Sie kann machen was sie will, kann jeden irren Trieb ausleben, alles verlangen, muss keine Konsequenzen tragen, es gibt keine Grenzen für sie. Ihr noch fester Hintern und ein noch faltenfreies Gesicht öffnen ihr jede Tür.

Die Ablehnung von Frauen nach ihrer Plateauphase durch die Männer ist fast ebenso heftig und gleicht einer Art Rache an Frauen für deren (durch Männer) privilegiertes Plateau. Sie kennen viele hässliche, schmierige Witze und überschreiten die Grenzen der Geschmacklosigkeit und Peinlichkeit regelmäßig. Sie wollen es den Frauen endlich mal heimzahlen und grinsen über die „alten“ aber in Wirklichkeit gleich alten Weiber. Dieselben Männer, die ihnen ein paar Jahre zuvor sabbernd zu Füssen gelegen haben, die von ihnen Sex gekauft haben, das Glas des Handybildschirms abwetzten, weil sie zehntausendmal nach rechts wischten in der Hoffnung auf ein „Match“, bittebittebitte nimm mich. Auch einige ältere Männer wollen lieber nach wie vor Unsummen ausgeben, um in der Nähe der Frauen zu sein, die ihr Urzeitgehirn ihnen als besonders hochwertig markiert. Prostitution blüht wie eh und je, neue Formen von Prostitution prägen ganze Städte. In kanadischen Universitätsstädten hat mittlerweile ein Drittel der Studentinnen ein Sugardaddyverhältnis zu einem weit älteren Mann. Das Urzeitgehirn des Mannes erhält bei dieser Transaktion ein sehr hochwertiges Statussymbol, die junge, ansehnliche Frau, neben der er gelegentlich hergehen darf und mit der er seine oft tablettenunterstützten Lustsekunden abkeuchen darf. Das Urzeitgehirn der Frau ebenso, sie will den Mann mit den guten Kreditkarten und den luxuriösen Reisen, sie erhält von ihm Zugriff auf vereinbarte materielle Ressourcen. Eigentlich befriedigen sie beide nur Triebe der fernen Vergangenheit, die aber heute in die Katastrophe führen und bestenfalls bloß nichts mehr bringen. Reproduktion gibt‘s dabei selten (wenn, dann unerwünscht), die Teilhabe der Frau an den Ressourcen des Mannes erstreckt sich nicht auf die viel wichtigere Reproduktionsphase. Ein Affentanz, der nach ein paar Jauchzern nur in Erschöpfung, innere Leere und in eine evolutionäre Sackgasse übergeht.

Was wollen eigentlich Frauen? Seit je her die Ressourcen von Männern, um sich ihren eigenen Reproduktionserfolg zu sichern. Das ist das eigentliche Ziel und es war nur über ein mehrjähriges Bekenntnis des Mannes zur Frau zu erreichen. Frauen sind dabei äußerst wählerisch, denn wenn Männer Schlange stehen und sich ständig anbieten, gibt es enorm viel Auswahl. Ressourcen sind: Versorgerqualitäten, Alphaqualitäten, Zuwendungsqualitäten in emotionaler, körperlicher oder auch geistiger Hinsicht. Das muss nicht positiv besetzt sein, der letzte Loser kann sehr attraktiv sein, wenn er ein schlimmer Bad-Boy ist, was auch wieder seine Durchsetzungsstärke und damit Alphaqualitäten beweist. Weibliche Emotionen schlagen dabei seltsame Kapriolen, die Urzeittriebe fegen die kleinen Anteile von Realismus und Logik hinaus. Wissenschaftlich bewiesen ist, dass Psychopathen besonders attraktiv für Frauen sind (Studie von Kristopher Brazil, publiziert in „Evolutionary Psychological Science“). Massenmörder wie Anders Breivik erhalten Waschkörbe voller Liebesbriefe, vor wenigen Tagen erschien die Schlagzeile „Frauenmörder Peter Madsen im Heiratsglück“. Oder: Auf das Gelaber der letzten Kriminellen aus Kaputtländern fallen reihenweise Frauen herein. Sie finden die volle Aufmerksamkeit anziehend, die ihnen die Betrüger in der Anfütterungsphase bieten: Ein maximales Zuwendungsorchester, das das Nichtvorhandensein von Ressourcen verbirgt und übertönt. Da schlägt der weibliche Urzeitgehirnteil den denkenden Hirnteil um Längen.

Die Gegenwart funktioniert aber völlig anders als das, zu dem uns unsere Steinzeittriebe drängen, aber fast niemand bemerkt das. Kosten und Risiken der Reproduktion tragen heute die Männer. Sie werden von der Staatsmacht gezwungen, auch über das Bindungsende hinaus bis zur Hungergrenze ihr Geld für Frau und Kind einzusetzen. Das Unterhaltsrecht hat lebensprägend negative Folgen für sie. Aber wer die höchsten Kosten hat, ist am höchsten wählerisch, das gilt für alle Lebensformen des Planeten - nur der Mann der Gegenwart hat das nicht begriffen bzw. seine Steinzeittriebe. Er giert weiter nach seinem Untergang, obwohl Kinder zeugen und dann ohne Kosten, ohne Nachteil weiterziehen ein Ding der fernen Vergangenheit sind. Die Gegenwart heißt Düsseldorfer Tabelle, Jugendamt, Pfändung, Unterhaltspflichtverletzung, Aufenthaltsermittlung. Dem zu entkommen schafft nur eine kleine Minderheit und oft wird das Entkommen schmerzvoll, ein einfacher Weg für die Mehrheit ist es definitiv nicht.

Auch die männliche Wertigkeitsprägung ist objektiv ungültig geworden. Die wahnsinnige Überhöhung der weiblichen Plateauphase hatte ihre Berechtigung, solange die Menschen mit 40 nicht mehr leistungsfähig oder schon tot waren. Wer da sein Kind erst mit 35 bekam, dessen Reproduktionschance sah unterm Strich schon richtig schlecht aus und hatte folglich für einen Mann keinen Wert mehr für das Investment seiner Ressourcen. Doch das gilt in der Gegenwart nicht, Frauen sterben mit 40 noch nicht oft, Menschen werden wesentlich älter, Geburten sind heute sehr selten ein Lebensrisiko seit Hygiene erfunden wurde. Auch Frauen, die mit 35 Mutter werden, erleben heute fast immer sogar noch das Großmutterdasein. Ihre durchschnittliche Lebenserwartung beträgt 82 Jahre.

Idealerweise erkennen oder lernen denkende Männer mit der Hirnrinde, zu welchen Verhaltensweisen sie die tieferen Hirnschichten treiben und machen sich davon wenigstens ein Stück weit frei. Freie Männer richten ihre Aufmerksamkeit nicht auf die Erhöhung von Plateaufrauen und nicht auf die Erniedrigung von Nichtplateaufrauen, sondern überhaupt nicht auf Frauen. Wenn sie wirklich Vater werden wollen, dann berücksichtigen sie nicht die Steinzeitdirektiven, sondern die Fakten der Gegenwart, zum Beispiel die Unwetter des Unterhaltsrechts oder die irre Überhöhung von Plateaufrauen, die sowieso immer auf Dauersuche nach dem noch besseren Alphamann sind. Wer die hart verdrahteten menschlichen Lebensmechanismen entschlüsselt, kann sein Handeln besser danach ausrichten, wird seine Ziele leichter erreichen und vor allem sein Leben glücklicher leben.

P.


Weiterführender Link: TrennungsFAQ
Ratsuchende Väter finden im TrennungsFAQ-Forum konkrete Hilfe


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