• 16.05.2019

Das Männermagazin

Leutnant Dino kommentiert

Wer um sein Recht kämpft, verliert so oder so

ohnefresse

» Artikel vom

Das Familienrecht ist mittlerweile so kompliziert wie das Steuerrecht. Niemand blickt mehr durch und alles ist möglich. Komplizierte Gesetze erfreuen die Rechtsanwälte, denn je aufwändiger ein Verfahren ist, desto mehr Taler wandern in deren Taschen. Das Familienrecht ist sorgfältig in viele gesonderte Bereiche gegliedert, die jedes Mal eine neue Klage erfordern. Scheidung, Unterhalt, Umgang, Sorgerecht, Vermögensausgleich sind nur einige Beispiele, die mitunter ein jahrelanges Klagen notwendig machen. Die Anwaltskosten summieren sich schnell auf 10.000,- € und mehr. Anwälte lieben Scheidungen, besonders wenn der Ehemann zur Mittel- oder Oberschicht gehört. Da gibt es bei der Erstberatung beim Fachanwalt für Familienrecht Kaffee und Gebäck. Geduldig hört sich der Anwalt die Geschichten an, während er in Gedanken bereits sein Honorar aufaddiert, das er in den nächsten Jahren mit diesem Mandanten erzielen wird.

Noch schöner für die Anwälte ist eine bockige und streitlustige Ehefrau, die auf Rache aus ist. Dabei vergessen die Streithähne, dass niemand wirklich gewinnen kann. Jahrelange Prozesse und Kleinkriege nebst der Geldverbrennung mindern die eigene Lebensqualität. Viele Anwälte sind stinkfaul und kreieren selbst keine Ideen. Vielmehr beschäftigen sie ihre Mandanten mit der Beantwortung unzähliger Fragen, um daraus die passenden Textbausteine auszuwählen und so mit wenig Aufwand ein Briefchen zu schreiben. Minimaler Aufwand bei maximalem Ertrag. Besonders gewieft sind die Anwälte, die generell auf Vereinbarungen stehen. Das verspricht überhaupt keine Arbeit bei gleichbleibendem Honorar. Vereinbarungen mit der Gegenseite müssen sogar oft extra entlohnt werden.

Ein besonderes Beispiel jahrelanger Prozessflut ist Frau Anna Peters, die zusammen mit mir Gast in Menschen bei Maischberger war. Peters ist deshalb etwas Besonderes, weil sie Unterhalt an ihren Exmann zahlen muss. Das müssen nur sehr wenige Frauen. Unter 1% liegt die Wahrscheinlichkeit, dass eine Frau Unterhalt abdrücken muss. Anna Peters hat unzählige Prozesse über Jahre hinweg geführt, mit dem Ergebnis, dass sie sich selbst verschlissen hat. Heute ist sie arbeitsunfähig, nimmt Tabletten und erhält eine kleine Rente. Ihre Gesundheit ist ruiniert. Wäre Anna Peters ein Mann, dann würde sich niemand für dieses Schicksal interessieren. Dass statt wie üblich Männer mal eine Frau wegen exorbitanter Unterhaltszahlungen abstürzt, das ist ungewöhnlich und eine seltene Ausnahme.

Das Tragische an Anna Peters Erlebnissen ist das hohe Gewaltpotential ihres Ehemannes. Er ist ein Säufer und hat sie über Jahre misshandelt. Solche Zustände wünscht man niemand, weder einer Frau noch einem Mann. Frau Peters hatte zudem das Pech an einen Richter zu geraten, der sein Urteil ohne Frauenbonus geschlechtsneutral fällte. Generell gilt, dass Gewalt in der Ehe nicht den Unterhalt mindert oder ihn gar ausschließt. Gemeinsam in der Ehe erwirtschaftetes Eigentum muss eben geteilt werden. Bei aller Tragik und Mitleid für Anna Peters muss ebenso erwähnt werden, dass Glück und Pech zum grössten Teil in den eigenen Händen liegen. Die eigene Niederlage vor Gericht auf andere abzuwälzen entbindet nicht von der eigenen Verantwortung. Männer müssen sich oft den dummen Spruch gefallen lassen, dass Frauen ihre Gründe haben, wenn sie ihren Mann verlassen. Wer solche Weisheiten zu Frau Peters im Fernsehen sagen würde, der würde einen Sturm der Entrüstung auslösen und wäre medial erledigt. Frauen werden stets und in allem mit Nachsicht behandelt. Kritik ist nicht erwünscht, sondern tief empfundenes Mitleid, wenn möglich gepaart mit grenzenloser Hilfsbereitschaft. Anna Peters hat sich ruiniert, finanziell und gesundheitlich. Damit reiht sie sich ein in die endlose Zahl von Scheidungsmännern, die mit wenig Geld auf dem untersten Level leben müssen.

Mir wird Zynismus vorgeworfen, weil ich Anna Peters als Beispiel dafür genannt habe, dass unzählige Gerichtsprozesse nichts bringen. Lieber alles und sofort gegen die Wand klatschen, dann hat man seine Ruhe. Das Ergebnis ist zwar die Pleite, aber wenigstens bleibt man gesund. Unterhaltspflichtige, die sich nicht in jahrelangen Prozessen verschleißen, können sich sofort auf ihre neue Situation einstellen und Pläne für die Zukunft schmieden. Anna Peters ging immer, sicher befeuert durch ihren Anwalt, von einem Sieg vor Gericht aus. Frauen gewinnen tatsächlich fast immer, aber manchmal eben auch nicht. Sie war ein Beispiel im Fernsehen dafür, dass es andere Lösungen geben muss.

Ich habe mit Anna Peters fast 3 Stunden in einem Raum gesessen. Bei aller Logik und meiner Einstellung, dass Frauen finanziell das Gleiche leisten sollen, wie wir Männer, darf niemand so enden. Ich war geschockt von dem, was ihr widerfahren ist. Das Umfeld von Anna Peters war nicht in der Lage die Handbremse zu ziehen. Sie selbst konnte es nicht. Anna Peters ist heute physisch und psychisch am Boden und wenn Familienrechtsstreitigkeiten dieses Ergebnis bewirken, darf man von einer Scheidungskrankheit reden. Sie hat mein uneingeschränktes Mitgefühl.

Ich habe die Handbremse für mich gezogen. Nach dem Erlebnis von Anna Peters bin ich sogar der Meinung, dass ein Knastaufenthalt gesundheitlich die bessere Alternative ist, wobei ich natürlich, wie jeder andere, nicht ins Gefängnis möchte. Bei guter Gesundheit hat man letztlich eine bessere Zukunftsperspektive und mit ein bisschen Glück gibt es gute Freunde, die die Armut erträglicher machen. Gut gekleidet durch die Welt ziehen ist noch lange kein Beweis, dass man ein knastwürdiger Unterhaltspreller ist.

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