• 29.11.2022

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Gastautor: Erwin Seifert

Hin und wieder gehe ich in meinem Leben Kompromisse ein und verbringe einige Zeit mit meiner Verwandtschaft. Interessanterweise, macht es mir dann doch wieder Spass, weil mir so sehr tiefe Einblicke in das Wesen unserer weiblichen Mit(?) Menschen gewährt werden, die mir sonst nicht zuteil würden.

Hoch spannende Fragen werden da geklärt, die ich schon mein ganzes Leben mit mir rumschleppe. Denn mein Sohn hat eine Frau mit zwei Kindern aus erster Ehe geheiratet. Ein Junge 14, ein Mädel 16 (bei Mädel musste ich erst mal innehalten, genau genommen müsste man dieses Wesen eigentlich anders beschreiben, aber ich schreib' hier ja einen Artikel, damit er gelesen wird und nicht, dass er der Zensur zum Opfer fällt).

Nun ist der bemitleidenswerte Junge ja schon länger dem Diktat der beiden Weibsen untergeordnet gewesen; man kann ihm also kaum vorwerfen, dass er so ist, wie er ist, aber bei der Beschreibung seiner Unzulänglichkeiten ist doch Verständnis und Mitleid angezeigt.

Alles in allem bin ich sicher, dass er seinen Weg dennoch ungehindert wird gehen können, denn er hat sich in das uns allen wohlbekannte Schlupfloch Autismus zurückgezogen. An seinem frischen Grinsen kann man aber sehr gut erkennen, dass er nicht wirklich auf den Kopf gefallen ist, sondern sich so das unerträgliche Gesülze seiner Mutter und seiner Schwester vom Hals hält.

Wenn er es mal wieder braucht, gibt er eben keine Antworten mehr, hört scheinbar gar nicht, was man zu ihm sagt und hat so einen ganz abwesenden Blick (gut einstudiert). Meine Hochachtung vor dem Jungen! Er hat sich auf eine für ihn ausgesprochen bequeme Position zurückgezogen. In der Schule kommt er ausgesprochen gut zurecht (was den Quatsch mit dem Autismus lautstark widerlegt). Er hat sich auch auf diese Art dem ganzen Unsinn der Ernährungsvorschriften entzogen; so isst er eben Reis mit Joghurt und obendrauf Ketchup, wenn er dazu Bock hat und er wird von seinen beiden holden Wesen toleriert (er hat ja Autismus, da ist das ok).
Was seine Schwester angeht, sieht die Sache etwas schlechter aus. Die hat sich nämlich mangels Intelligenz nicht so gut positioniert, sondern sich auf die einmal als Kleinkind angewöhnte Uääh-Schreierei festgelegt und sich damit in eine Sackgasse manövriert. In der Schule hat es nämlich nicht so gut geklappt, sich immer mit Kopfschmerzen, "habe meine Tage" oder "mir ist schlecht" vor Leistungsüberprüfungen zu drücken. Da war dann irgendwann mal "Schluss mit lustig" und es blieb nur noch eine Möglichkeit, nämlich die Schule zu verlassen. Was da genau passiert ist, will man mir nicht so recht sagen und ich habe auch nicht gebohrt. Völlig klar, was dabei herausgekommen wäre: "die anderen sind schuld"! Logisch. 

Nun ist sie auf einer Privatschule, wo man ihr formell noch den Weg zum Abitur anbietet, aber der Tag der gnadenlosen Leistungskontrolle wird kommen, so sicher wie das Amen in der Kirche. Aber dann macht sie bestimmt "irgendetwas mit Medien oder so ähnlich". Mal schauen, ob es das noch gibt, wenn es so weit ist.
Mein Sohn hat sich jetzt irgendwann aus der ganzen Erziehungs-Nummer verabschiedet, sind ja nicht seine leiblichen Kinder, auf ihn gehört haben sie auch nicht wollen (der Junge schon, aber dann hat er Druck von seiner Schwester bekommen, dann war es eben auch vorbei) und sich wegen der fremden Brut aufzuregen, hat er dann auch nicht gewollt. Er sitzt jetzt da und beobachtet das Ganze aus dem Hintergrund.

Wenn ihm das Gegreine zu viel wird, geht er in seinen Schrebergarten und hat seine Ruhe (ist ganz idyllisch da draussen!). Bei einem seiner letzten Versuche, noch ein bisschen Struktur in die Chose zu bringen, war ich zufällig anwesend. Habe ich vorher noch nicht erlebt, ein Heul- und Schreikrampf über mehr als zwei Stunden (ohne Unterbrechung), bewundernswert, was für eine Kondition da vorhanden ist, aber es ging ja auch ums Ganze. Hätte sie sich gefügt, wäre die Sache verloren gewesen. Jetzt ist alles wie gewohnt: Das Elefantenbaby hat das Sagen und Mutter und Bruder (der aber nur mit Abstrichen, wie gesagt, Autist) müssen tun, was Klein-Naseweis so beschliesst.

Aber eigentlich wollte ich ja auf etwas ganz anderes hinaus. Mir ist nämlich die Lösung für ein Rätsel offenbar geworden, das mich mein ganzes Leben schon beschäftigt hat. Manchmal hatte ich schon fast eine Lösung gefunden, aber dann hat sich doch die weibliche Bauernschläue meinem Forscherdrang wieder erfolgreich widersetzt:

"Das Rätsel der runtergeklappten Klobrille!" Wie schon angedeutet hatte sich die Gegenseite einmal eine Blösse gegeben, diese aber durch blitzartige Eingebung (oder legen sich die Frauen schon lange im Voraus zurecht, um für etwaige zukünftige Nachfragen immer eine richtige Antwort parat zu haben?) schnell kaschiert. Ich wurde nämlich zufällig Zeuge, wie meine Ex-Schwiegermutter fragte (als ich vom Klo kam und sie mich nicht sehen konnte):"Hat er die Klobrille runtergemacht?" Nun war das meiner Ex-Frau und ihrer Mutter etwas peinlich, dass ich die Frage gehört hatte und meine Frage, was denn daran so schlimm sei, wenn der Deckel oben ist, stürzte die beiden in arge Bedrängnis. Ich hatte mich offensichtlich einem der intimsten Geheimnisse des Frauseins angenähert. Die kurze Pause bevor dann die Antwort kam, machte mich zwar später nachdenklich, aber für den Moment war die Gefahr abgewandt, mit der Ausrede: "sonst drückt der Deckel gegen die Spülungstaste". Was sich später in Ruhe empirisch getestet, als reiner Blödsinn herausstellte. Indessen war meine Ehe von recht kurzer Dauer und die dramatischen Geschehnisse der Trennung machten es unmöglich, die Sache weiterzuverfolgen. Allerdings hatte ich in dieser Ehe noch einen Hinweis erhalten, der sich aber erst viel später als entscheidendes Puzzleteil erwies. Im Film Alien gelingt es ja dem noch rattengrossen Monster durch den Abfluss der Badewanne ein weibliches Opfer zu töten, indem es sich einen Weg durch die heiligsten Hallen der Weiblichkeit frisst. Meine damalige Frau hat diese Szene besonders mitgenommen. Auf meine verwunderte Frage, das sei doch real nicht möglich, schliesslich ist da ja noch ein Sieb und ein Stopfen in jeder Badewanne dazwischen, gab es zur Antwort so ein trotziges "Doch", da hätte sie öfter schon Angst gehabt von "unten" könne sich eine Ratte oder ähnliches durch den Abfluss Zugang zur Badewanne verschaffen. Nun, diesen Hinweis hatte ich zwar im Hinterkopf abgespeichert, aber noch nicht mit dem Klobrillengeheimnis verbunden.

Den entscheidenden Hinweis zu der Frage lieferte meine angeheiratete Nichte. Wie schon erwähnt ist die Gute ("Gute" kann man eigentlich, ohne rot zu werden, nicht sagen, aber was soll ich tun, wir müssen ja alle mit der Zensur klarkommen), jedenfalls ist die Tochter meiner Schwiegertochter in der Plärr-Phase steckengeblieben und wenn ihr etwas zu viel wird, fängt sie eben völlig unkontrolliert an ihre Sprechwerkzeuge zu einem fürchterlichen Gegreine zu missbrauchen, ohne grossartige Kontrolle darüber zu haben, was sie da so von sich gibt.

Jedoch ist das Thema Angst bei Frauen ja sowieso schon sehr delikat. Will man eine Frau durch eine etwas schwierige Situation hindurchbringen, braucht man ja lediglich zu sagen: "oder hast Du etwa Angst" (dies oder jenes zu machen). Dann wird der Kopf trotzig in den Nacken geworfen, ein "ich doch nicht" oder ähnliches gezischt und dann geht alles.

Also der entscheidende Hinweis! Meine Schwiegertochter hatte irgendwelche Essensreste im Klo entsorgt und einiges davon schwamm noch im Klobecken. Auf die scherzhafte Frage meines (angeheirateten(!), soviel bin ich meiner Familie schuldig) Neffen, was denn da für ein Tier im Klo rumschwimme und ich antwortete "das sei bestimmt eine Wasserratte", wurde seine Schwester ganz bleich. Als ich dann auf ihre Frage, "das sei doch nicht möglich", antwortete, "doch, doch das können Ratten" brachen dann (mal wieder!) sämtliche wohl Gepflegten Dämme der zur Schau gestellten weiblichen Souveränität und es ging das schon öfter erlebte hysterische Gekreische los. "Du machst mir Angst!" "Das ist gemein!" "Wir (!) sind da unten verletzbar" (wieso eigentlich nur sie?), ich hab' bestimmt auch keine Lust von unten von einer Ratte angegriffen zu werden.

Da fiel es mir wie Schuppen von den Augen: das ganze dämliche Getue um die runtergeklappte (oder eben nicht!) Klobrille wird gespeist aus der Angst, ein wie auch immer geartetes Untier könne aus der Tiefe kommen und sich an ihren Schatztruhen vergreifen.

Es führten also zwei Umstände zur Enthüllung dieses wohl Gehüteten Geheimnisses unserer holden Weiblichkeit. Einmal das vergleichsweise junge Alter meiner Nichte und dazukommend ihr Steckengeblieben sein im Kleinkind-Modus, dass ihr entschlüpfen liess, worüber Frauen sonst nicht reden: Das Klo macht ihnen Angst! Ist der Deckel unten, fühlen (!) sie sich geschützt.

Endlich wissen wir, warum Frauen immer zu zweit aufs Klo gehen!

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