• 19.11.2019

Das Männermagazin

Leutnant Dino kommentiert

Die große Liebe gibt es nicht für mich

liebe

» Artikel vom

Mir wird gerne vorgeworfen, dass ich Frauen verachten und sie verbal und auch sonst erniedrigen würde. Ja, die Feministinnen werfen mir viel vor. Die Palette reicht bis hin zum kulturellen Sexismus, wobei ich auch nicht genau weiss, was das bedeutet. Ist etwa Sex mit exotischen Frauen verboten? Mittlerweile stehe ich nicht mehr auf die Zierfische, weil die mir in der Haltung einfach zu aufwändig und im Unterhalt zu teuer sind. Deutsche Frauen können durchaus günstiger zu haben sein, aber dafür sehen sie nicht so gut aus, um die Situation höflich zu umschreiben. Deutsche Frauen haben ihre besten Jahre zwischen 19 und maximal 33. Danach wird die Rose welk und die ersten Alterserscheinungen stören den ästhetischen Anblick. Dabei können Frauen durchaus im Alter attraktiv sein, sofern sie denn gebildet sind. Nun muss ich ehrlicherweise gestehen, dass ich auf die Bildung meiner bisherigen Frauen nie genügend achtete. Hätte ich das zu einer zwingenden Bedingung gemacht, dann wäre ich heute noch Jungfrau.

Nun habe ich wieder einmal einen kleinen Kurztrip nach Thailand gemacht. Im Norden von Thailand in einem sehr kleinen Dorf sitzt mein Wahrsager, der gleichzeitig als Lebensberater fungiert. Ich glaube an diesen Unfug überhaupt nicht und lache eher darüber. Doch vor einigen Jahren, nach meinem ersten Besuch, war ich sprachlos, denn er wusste konkrete Ereignisse über mich und sagte mir, wie ich heute weiss, zielsicher meine Zukunft voraus. Die Trefferquote lag bei über 90%. Das ist für mich als überzeugten Ungläubigen ein Wunder. Jetzt besuchte ich meinen Mönch zum dritten Mal. Die Kosten für die umfassende Beratung liegen bei 3,40 €. Eine überschaubare Summe.

Der Raum ist voll und sehr viele ratsuchende Frauen sitzen auf dem Boden. Der Deckenventilator rotiert unter Volllast, weil es extrem heiss ist. Ich schätze, dass ich noch 2 Stunden warten muss, bis ich dran bin. Mein Mönch sitzt im Schneidersitz und erklärt einer Frau was sie tun muss, damit ihr Mann weiterhin treu ist. Sie hat das Gefühl, dass sie nun im Alter nicht mehr so attraktiv aussieht und ihr Mann den Hasenfuß machen könnte. In Thailand ist das nicht ungewöhnlich. Nach meiner Einschätzung wird ihr Ehemann gerade in diesem Augenblick seine Sachen packen und die Chance nutzen, weil seine Ehefrau beim Mönch sitzt und er nicht unter ihrer Kontrolle ist. Ihr Gesicht ähnelt dem eines Medizinballs und ihr Körper ist bemerkenswert üppig.

Ich langweile mich und sehe in einer Ecke ein ganz junges Ding mit wunderschönen großen Brüsten sitzen. Während ich die ganze Zeit ihre Möpse anglotze bemerke ich nicht, dass sie mich anlächelt. Meine Nachbarin stupst mich an, macht mich darauf aufmerksam und ich grinse zurück. Mir wird bewusst, dass ich mir eine so schöne und junge Frau nicht leisten kann. Sie wird ihren Marktwert kennen und thailändische Frauen gehören nicht zu den Schnäppchen. Eine Ausländerin mag ich sowieso nicht mehr.

Nun bin ich an der Reihe. Ich habe meinen Namen auf einen Zettel geschrieben und das Honorar in eine Schale gelegt. Der Mönch nimmt nun einen Bindfaden in seine rechte Hand, der um einen Buddha-Altar gewickelt ist und so eine direkte Verbindung ins Jenseits herstellt. Ich frage sogleich meine finanzielle Situation ab und er sagt mir, dass die nächsten drei Jahre hart sein werden, aber dann die ganz dicke Kohle kommt. Prima. Drei Jahre werden hart, aber er sagte mir noch dazu, dass es für schöne Urlaube reichen würde. Ganz so schlimm wird es also nicht werden. Damit kann ich durchaus leben. Die Frage nach meiner Gesundheit war kurz abgehandelt. Ich bin gesund und werde 84 Jahre alt. Perfekt. Meine letzte Frage war mir etwas peinlich, denn der ganze Saal kann alles mitverfolgen. Das macht die Veranstaltung für alle zu einem schönen und lustigen Ereignis. Gelacht wird nebenbei viel. Thais mögen Späße und ohne Spaß geht nichts.

Ich frage also, wann ich eine Frau kennenlernen würde, die mich liebt und die nicht so teuer im Unterhalt ist. Ich konnte nicht mehr sagen, dass sie etwas größere Brüste haben sollte und nicht zu alt sein darf. Die Zuschauer im Saal lachten und ich saß ein bisschen bedeppert da. Die fette Dame, die nach ihrem Mann fragte, rief mir zu, dass ich sie haben könnte. Der Saal brüllte jetzt.

Der Mönch gab sich nun alle Mühe und brauchte einige Zeit um das Ergebnis meiner Frage aus dem Jenseits zu downloaden. Und es war niederschmetternd. Er sagte mir, dass ich für den Rest meines Lebens keine echte Liebe zu einer Frau finden werde, weil ich meinen Charakter nicht ändern kann. Ich hätte nur eine Chance, indem ich einer Frau einen großzügigen Support einräumen würde. Aber das, was ich will und suche, das gibt es für mich nicht. Der Mönch sagte wortwörtlich: „Die Liebe zu einer schönen Frau ist kostspielig!“ Die Damen im Saal lachten abermals. Kurz bevor ich mich vom Mönch verabschiedete sagte er noch, dass alle Frauen auf der Welt gleich sind. Nun war ich etwas geschockt, dass ich die große und einzigartige Liebe nicht bekomme.

Ich verließ den Saal und in der Ecke saß ein Mann, der sich die Tränen aus den Augen wischte und den Daumen hochhielt. Aha, der ist auch so eine arme ungeliebte Sau wie ich. Er wird bestimmt die gleichen Fragen haben und ahnt bereits das Ergebnis. Schön, dass er auf meine Kosten wenigstens etwas Freude hatte.

Ich stehe auf dem Hof und rauche nun erst einmal eine Roth-Händle ohne Filter. Meine Lieblingsmarke. Kein Geld, keine Liebe, aber gesund! Das ist die kurze und präzise Zusammenfassung meiner Zukunft. Nun überlege ich, ob ich meinem Mönch die Kündigung geben soll und mir einen neuen Wahrsager suche. Nein, das mache ich nicht, denn bisher hat er immer richtig gelegen. Da muss ich jetzt durch und richtig ungeliebt bin ich ja nicht. Meine Hündin Slawa wartet auf mich und für sie bin ich Gott schlechthin. Die Anschaffung eines Hundes war eine Empfehlung dieses Wahrsagers vor zwei Jahren, die ich natürlich befolgt habe. Ich sagte mir: Kopf hoch, es hätte schlimmer ausgehen können.

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