• 11.12.2019

Das Männermagazin

Leutnant Dino kommentiert

Echte Männer vom Bau

bau

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Wahre Liebe und Zuneigung gibt es nur unter Männern, auch deswegen arbeite ich auf dem Bau. Ich könnte stundenlang geile Geschichten darüber erzählen. Erst heute verstehe ich, warum die alten Chefs bei Besprechungen immer erst zwei bis drei Stunden über sich und ihre großartigen Erfolge sprechen, bevor es um die technischen Dinge geht. Heute bin ich auch so ein alter Sack und ertappe mich dabei, dass ich bei jungen Bauleitern in dasselbe Strickmuster verfalle. Irgendwann kriegen die alten Haudegen vom Bau Altersstarrsinn und wollen einfach nur noch rechthaben. Wahrscheinlich werde ich genauso enden, aber noch ist es nicht soweit.

Als junger Bauleiter saß ich in einer Besprechung mit dem Chef und wurde als Sicherheitsingenieur für den Betrieb eingeteilt. Natürlich hatte ich für diesen Job überhaupt keine Zeit, weil ich bereits mehr als genug Baustellen hatte. Jedenfalls sprach mich mein Chef in dieser Besprechung an, ob ich ausreichend kontrolliert und die erforderlichen Protokolle geschrieben habe. Nein, natürlich nicht. Und schon schrie er mich an. Er war ein Choleriker. Nachdem er mich zur Sau gemacht hatte, sagte ich ihm, dass es doch eh wurscht sei. Wenn auf den Baustellen etwas schiefgehen würde, dann gingen wir gemeinsam in den Knast. Ich sah, wie seine Halsschlagader regelrecht aufquoll und dann warf er mich schreiend aus der Besprechung. Ich musste nach Hause gehen. Ok, warum nicht? Am nächsten Tag rief mich seine Sekretärin an, dass ich unbedingt in die Firma kommen muss, weil der Chef meinetwegen total Scheiße drauf sei und die Kollegen wahllos abbügeln würde. Nur ich könne da helfen, indem ich mich bei ihm entschuldige. Ich trabte also in den Betrieb, ging mit gesenktem Kopf zum Chef und entschuldigte mich in würdiger und ehrfürchtiger Form. Wie von einem König wurde ich begnadigt und schwuppdiwupp war der Boss wieder bester Laune.

Im gleichen Betrieb, ungefähr ein Jahr später, kam ich auf die Idee, meinen Firmenwagen, einen BMW 325 Tds, mit breiteren Reifen auszustatten. Ich fuhr zum BMW Händler und bestellte die richtig fetten und breiten Felgen mit den passenden Niederquerschnittreifen. Am Tag darauf kam ein Anruf aus der Werkstatt, dass sie dazu die Lenkung umbauen und die Kotflügel leicht verbreitern müssten. Ja dann macht das doch, war meine Antwort. Bald darauf war die Karre fertig und sah voll Porno aus. Eine Woche später schrie der Chef aus seinem Büro, wo der geisteskranke Bräunig sei. Er hatte gerade die Rechnung von BMW bekommen und auch ich war erschrocken, dass der Spaß knapp 8.000 DM gekostet hat. Nach gefühlten zehn Minuten Standpauke und mit dem schreienden Hinweis, dass ich nun besonders gute Baustellenergebnisse abliefern müsse, warf er mich aus seinem Büro.

Besonders pikant war, als ich eine Sekretärin vernaschte. Natürlich im gleichen Betrieb. Ich wusste, dass sie immer etwas zu Rauchen hatte und so bin ich eines Abends zu dieser Dame gefahren. Ich klingelte an ihrer Haustür. Wir rauchten gemeinsam, kippten eine Flasche Rotwein und dann nahm ich sie am Küchentisch, dann auf den Stuhl und zum Abspritzen lagen wir in ihrem Bett. Ich habe sie dermaßen hart und intensiv durchgeknallt, dass sie beim Gang ins Bad vergaß, die Badezimmertüre zu öffnen und dagegen donnerte. Ich war früher ein extrem geiler und standfester Hengst. Am nächsten Tag stand ich mit dem Chef am Kopierer und wir plauderten. Die Sekretärin ging vorbei, kniff mir in den Hintern und gab mir ein Küsschen. Meinem Chef ist beinahe das Gebiss herausgefallen. Ich musste ihm ins Büro folgen und er faltete mich wie immer zusammen. Das schallte durch alle Räume. Nach meiner geistreichen Antwort, dass man gegen die Liebe nichts machen könne, warf er mich aus seinem Büro.

Und es traf nicht nur mich. Eine Kolonne von mir fuhr auf der Autobahn und der Chef sah vermeintlich seinen LKW mit pornografischen Zeitschriften hinter der Frontscheibe. Aufgebracht rief er mich vom Auto aus an, dass ich sofort in den Betrieb fahren und die LKW-Besatzung fristlos entlassen solle. Das habe ich natürlich getan. Blöd für den Chef war nur, dass der LKW mit den Pornomagazinen nicht sein LKW war. Er sieht nicht besonders gut und das wurde ihm hier zum Verhängnis. Nach der Aufklärung des Sachverhalts hat er alle Männer mit einer kräftigen Lohnerhöhung wieder eingestellt.

Den Vogel habe ich bei einer Besprechung abgeschossen. Zu diesem Anlass gab es stets belegte Brötchen in miserabelster Qualität. Die Wurst war Dreck, die Brötchen pampig. Mich kotzte das immer an. So nahm ich die Sache in die Hand und bestellte bei einem Cateringservice eine ordentliche Frühstücksplatte. Als die ins Büro geliefert wurde, spotteten die Damen aus dem Sekretariat, dass ich heute wieder eine dicke Zigarre bekommen würde. Und ja, der Chef flippte völlig aus. Er schrie sich die Lunge aus dem Leib, dass ich sein Geld verplempern würde und so weiter. Das Übliche eben. Nachdem er sich beruhigt hatte und ein Brötchen aß, meinte er, dass das Catering eine gute Entscheidung war. Das Brötchen schmecke ihm hervorragend. Da hatte ich wieder einmal echt Glück gehabt.

So richtig brenzlig wurde es bei einem Italiener, zu dem der Chef alle Poliere und Bauleiter eingeladen hatte. Mir war klar, dass es bei den gestandenen Polieren echten Ärger gibt, wenn der Teller nicht randvoll ist. Und es kam, wie es kommen musste. Der Kellner brachte einem Polier einen Teller mit einem sehr übersichtlichen Steak. Kaum stand das Gericht auf dem Tisch, packte der Polier den Kellner am Kragen und drohte ihm eine längerfristige Nahrungsaufnahme mit dem Strohhalm an. Ein anderer Polier ging währenddessen zum Restaurantchef und legte ihm mit zärtlichem Druck seine schwere Pranke auf die Schulter. Im Ergebnis spurten die Kellner und es gab Fleisch im Überfluss. So ist das Leben mit echten Männern vom Bau.

Damals hatte ich lange Haare und einen kleinen Zopf. Ich rannte immer in kaputten Jeans rum, fuhr lässig meinen BMW und Kohle hatte ich auch genug. Ich arbeitete extrem hart. Damals habe ich bereits über 100.000 DM pro Jahr verdient. Irgendwann stand eine Fachtagung an und mein Chef beorderte mich dorthin. Seine Sekretärin sprach mich an, was ich da denn anziehen würde. Natürlich so wie immer. Nein, sagte sie und schickte mich zu einem Nobelitaliener zum Einkleiden. Das hat ein Vermögen gekostet, doch ich musste nichts bezahlen. Der Chef übernahm alles. So cholerisch er sein konnte, Leistung hat er stets anerkannt und vorzüglich bezahlt. Mein Lohn war zwar größtenteils Schmerzensgeld, doch alles, was ich für mein Berufsleben brauchte, habe ich von ihm gelernt. Sein Wille zum Erfolg war immer ungebrochen und er war ein anerkannter Fachmann. Er war und bleibt mein großes Vorbild. Von seiner Erziehung profitiere ich noch heute, obwohl meine Zeit als sein Diener und Leibeigener vor 25 Jahren endete. So lange ist das schon her.

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