• 21.09.2019

Das Männermagazin

Leutnant Dino kommentiert

Leimstreifen vermeiden

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» Artikel vom

Zu den erstaunlich konstant praktizierten Aktivitäten von vielen Männern gehört es, sich gründlich an Schwachsinn abzuarbeiten, der von Frauen und anderen Schwachmaten produziert wird. Besonders sichtbar wird das in den weniger stark zensierten Kommentarsystemen verschiedener Medien. Deutschsprachig sind das zum Beispiel die Diskussionsbereiche von heise.de, freiewelt.net, mit einigen Einschränkungen auch welt.de und noch seltener focus.de. In nicht deutschsprachigen Medien ist exakt dasselbe zu beobachten, beispielsweise der Daily Mail, dailymail.co.uk.

Kommentare sind in vielen anderen Blättern längst abgeschaltet, die Lesermeinung will man nicht öffentlich machen. Andere Blättchen kanalisieren und begrenzen sie stark oder verstecken sie bis zur Unbrauchbarkeit. Der Leser soll das Gefühl haben, seinen Senf dazugeben zu können, sich beteiligen zu dürfen, aber wirklich öffentlich sichtbar werden soll seine Meinung nicht. Man versteckt sie oder lässt sie de facto nur im Ausnahmefall zu. Musterbeispiel dafür ist DIE ZEIT, wo unbrauchbar sortierbar und unbrauchbar navigierbare Kommentarseitenketten entstehen. Dieses Fischblatt besitzt auch noch die Frechheit, trotz völliger Veränderungsresistenz die Leser gelegentlich nach Wünschen und Verbesserungen des Kommentarbereichs zu fragen. Überhaupt hält nur eine schrumpfende Minderheit der Medien weiterhin an Kommentaren fest, die große Mehrheit hat sie wie gesagt komplett gestrichen oder sehr eng begrenzt - technisch, inhaltlich, zeitlich.

Einen anderen Weg beschreiten Häuser wie der Heise-Verlag. Hier werden die Kommentare als Umsatzbringer genutzt und hinten rum trotzdem heftig und miefig zensiert, vorn herum spielt man das Lied der angeblich großen Freiheitsshow und lobt die Kommentatoren. Eine Bigotterie ohnegleichen. Artikelthemen, die erfahrungsgemäß viele Kommentare anziehen, werden besonders gepimpt, erscheinen extra häufig und hervorgehoben. Man provoziert das eigene Publikum. Auf der Kommentarseite merkt man schnell, warum das so ist: Heise schüttet den Leser mit idiotischer Werbung zu, bei jedem Aufruf Werbebanner, Datenweitergabe. Auf Kosten des Lesers, wenn der auch noch per Mobilfunk solche Seiten aufruft. Da knallt er im teuren Deutschland umso schneller an die Datenvolumengrenze. Dass es um Werbung geht, beweist sich auch durch die Tatsache, dass man in einigen Bereichen ihrer Seiten mit ausgefeilten Techniken gegen Werbeblocker experimentiert. Zensiert wird aber trotzdem, insbesondere Beiträge, bei denen Heise selbst Hosen gestrichen voll hat - bestimmte Religionen, Satire, wenn irgendeine Potentatin fachkundig angegangen wird. Die Journaille ahndet Majestätsbeleidigung wie vor 150 Jahren. Meine Abonnements sind schon lange weg und meinen langjährigen Account habe ich vor kurzem komplett gelöscht, nachdem meine Beiträge immer wieder ins Aus verschoben wurden, zuletzt ein Kommentar zur Mondlandung vor 50 Jahren. Ich schrieb, wie die das bloß damals geschafft haben ohne Frauenquote. Heise löschte, drohte Sperrung wegen der „Provokation“ an. Einen Tag später erschien ein übel lila gefärbter Artikel „Von Sexismus bis zum Mond: Frauenpower im Weltall“. „Keine Damentoiletten bei der NASA“ schrieb man bei Heise. Oh, Göttin. Überall Männerprovokation und außerdem wollte man die Klicks lieber selber vermarkten. Tschüss, Heise. Männermagazin-Leser wissen es sowieso: Die Mondflüge haben nur geklappt, WEIL keine Frauen dabei waren oder dahinter standen.

Bei Themen, die mit Männern, Geschlecht, Vätern zu tun haben, tritt zutage, was Fakten und Ansichten des Publikums wert sind: Nichts. Die Blätter pumpen ungerührt nach alter Sitte ihre männerdiffamierenden Artikel hinaus, zelebrieren hemmungslos Genderquatsch, linksradikalen Stinkemüll, poststrukturalistischen Abfall aus der Mottenkiste der Frankfurter Staatszerstörer-Schule. Wie auf Kommando gibt es auch alle paar Monate oder öfter beispielsweise eine Unterhaltsprellerwelle, in der laut jammernd über Männer geklagt wird, denen man nicht die Höchstsätze Unterhalt abpressen kann. Das ist alte Gewohnheit unserer journalistischen Fachkräfte und nicht überraschend, aber die verbliebenen Kommentarbereiche schon mehr: Männer können es einfach nicht lassen, mit Ernst und Fakten den Schreiberlingsquatsch Punkt für Punkt zu widerlegen. Da wird zum Beispiel seit 15 Jahren die Lohnlückenlüge (die Behauptung, Frauen würden für gleiche Arbeit weniger verdienen) fachkundig mit Nachweisen von eifrigen Kommentatoren widerlegt, wieder, wieder und immer wieder, samt Nachweisen und solider Quellennennung. Die Kommentare unter solchen Artikeln gehen jedes Mal in die Hunderte bis Tausende, fast alle mit weit mehr Sachkunde, als die versammelte Journaille. Kreuzbrav wird der Artikelschwachsinn jedes Mal von Neuem argumentativ widerlegt. Und ein paar Wochen später rast derselbe verlogene Artikelmist leicht variiert und völlig ungerührt in die nächste Runde. Das lief bei der Lohnlückenlüge sage und schreibe über 15 Jahre lang so. Faszinierend bleibt, wie heftig stark der Gegenwind ist - und wie komplett unbeeindruckt die bezahlten Produzenten dieser Lügen. Und der Kommentator mit den leserproduzierten Inhalten wird nicht bezahlt, er bezahlt alles selber mit Zeit, Daten, Inhalt, Werbekram-Empfang.

Und das ist das Problem. Leider wird damit endlos männliche Zeit verschwendet. Unsere Zeit. Denn wie wir gesehen haben, wird damit nicht das Geringste bewirkt. Die Leute arbeiten sich ab an Mist und werden damit gebunden, verschwenden ihre Energie, ihre Zeit, ihr Leben, ihr Geld. Kommentare unter Medienprodukten wirken wie Leimstreifen, die lästigen Brummer werden damit festgehalten und aus dem Verkehr gezogen. Nichts gegen Kommentare, die man aus persönlichem Spaß rausjagt, da hat man wenigstens selbst etwas Jux davon, aber diese ehrlichen, braven Argumentationen sorgen nur dafür, dass auch der Artikelmist öfter aufgerufen wird, Werbeeinnahmen steigen und mit einer Ernsthaftigkeit geadelt wird, der ihm gar nicht zusteht. Ich gebe zu: Mir passiert das auch manchmal. Dann kann ich die Finger nicht stillhalten und schreibe doch was. Männer scheinen sehr darauf geprägt zu sein, Dinge richtigzustellen, geradezumachen, Irreführungen offenzulegen. So ist zwar die Flucht aus vielen Zeitungen, Zeitschriften und Publikationen in vollem Gange, aber nicht die Flucht aus den Rückmeldungen, den Kommentaren.

Möchte man mit seiner kostbaren Zeit etwas anderes als Werbeeinnahmen für verlogene Medien bewirken, sollte man die Energie für Antworten auf andere Dinge umleiten. Beispiele dafür:

(1) Selber publizieren, statt konsumieren und kommentieren. Natürlich heißt das nicht, sich sofort auf Blogs, Videos und Bücher im Selbstverlag zu stürzen. So aufwendig muss es nicht sein. Gastbeiträge sind ein Anfang, für Online-Magazine, für andere Blogs. Oder man tut sich mit anderen Menschen zusammen und schafft gemeinsam etwas. Von da an kann es so weit gehen, wie man bereit ist zu gehen. Das bringt zwar vielleicht viel oder wenig Aufmerksamkeit, aber in jedem Fall mehr als Kommentare unter Medienbeiträgen.

(2) Im echten Leben mitmachen, statt nur kommentieren. Diese Taktik wenden linke und feministische Gruppen erfolgreich an, nicht erst seit dem Debakel der Piratenpartei, die von Verwirrten ganz real und offline geflutet und dann wie die 6. Armee 1943 zerlegt wurde. Dasselbe Zerlegungsspiel läuft gerade beim CCC. So regen sich viele Leute über die unbrauchbaren, einseitigen Artikel in der Wikipedia auf, wenn es um bestimmte Themen geht. Wikipedia ist aber nicht nur durch Autoren und ihre Schirmherrinnen zu dem geworden, was sie ist. Dahinter steht ein Wikimedia Verein, der die tragenden Strukturen bereitstellt, Millionenbeträge einnimmt und wieder ausgibt. Das haben mit der Zeit auch viele Leute gemerkt und so erlebte dieser Verein einen sprunghaften Anstieg der Mitgliederzahlen auf mittlerweile 74000 Mitglieder. Als Mitglied kann man mitbestimmen, man kann Anträge für die Mitgliederversammlung stellen, den Vorstand wählen sowie zu Entscheidungen über Satzungs- und Beitragsänderungen abstimmen. Nur hier lässt sich mehr Einfluss nehmen, nicht in Edit-Wars oder sich ärgern über Ideologiemist, der das Werk flutet.

(3) Sich ganz ausklinken, den Medien Aufmerksamkeit und Geld entziehen. Das ist momentan die Hauptrichtung, auch wenn viele Männer das Kommentieren nicht sein lassen können. Oft wird auch der Fehler gemacht, weiter Medienseiten aufzurufen, aber keinen Werbeblocker zu verwenden. An einigen Zeitschriften sieht man, wohin die Entwicklung geht: Nachrichtenmagazine befinden sich teilweise im freien Auflagenfall. Einen beispielhaften, kometenhaften Aufstieg zum auflagenstärksten Heft nach TV-Zeitschriften hat dagegen „Landlust“ erlebt, das auch weit höher liegt als alle Nachrichtenmagazine. Wer heute noch Druckerzeugnisse kauft, will ein kleines unpolitisches Idyll mit ein bisschen Natur, viel Vergangenheit. Die Sprache ist einfach und positiv, alle aktuellen Probleme werden komplett ausgeblendet. Das ist es, was zurzeit gigantischen Erfolg hat. Die Journaille hat es erfolgreich geschafft, so viel ungenießbaren Schwachsinn zu produzieren, dass die Leser massenhaft auf Ruheinseln wie „Landlust“ geflohen sind. Das ist schon eine bewundernswerte Leistung, wenn ein Berufsstand es schafft, so gründlich seine eigenen Kunden zu vergraulen.

Fassen wir zusammen: Kommentare schreiben gegen Quatsch ist sinnlose Ressourcenverschwendung. Entweder, wir partizipieren an den wenigen Stellen, an denen mehr Chancen für Einfluss bestehen oder wir halten uns fern von den Dummschwätzerprodukten. Freie Männer sind kein Klatsch- oder Buhrufpublikum im Halbdunkel hinter der Bühne. Sie sind da und bewirken etwas oder sie sind weg und bewirken etwas für sich selbst.

P.


Weiterführender Link: TrennungsFAQ
Ratsuchende Väter finden im TrennungsFAQ-Forum konkrete Hilfe


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