• 14.12.2018

Das Männermagazin

Leutnant Dino kommentiert

Die nächste Wirtschaftskrise kommt ganz bestimmt

krise

» Artikel vom

Die Wirtschaft läuft in Deutschland ganz gut. Die Auftragslage ist in fast allen Wirtschaftsbereichen stabil, der Ölpreis ist niedrig und vielleicht werden die Sanktionen gegen Russland aufgehoben. Das wird einen zusätzlichen Schub geben.

An sich könnte es besser nicht laufen, jedoch ist der Mensch vergesslich. Nach einem Hoch kommt immer der tiefe Fall in den Abgrund. Das ist ähnlich wie in der Beziehung mit einer Frau. Zuerst das hohe Glücksgefühl, dann wird konsumiert und dann kriselt es, meist wenn die Kohle knapp wird. Genauso verläuft das Leben, im Privaten wie auch beruflich. Gerade im Glücksgefühl wird alles ausgeblendet und man glaubt tatsächlich daran, dass es immer so bleiben wird. Tut es aber nicht.

Branchenabhängige Krisen sind wiederkehrend, sie kommen und sie gehen auch wieder. Die Intervalle sind unterschiedlich. Krisen sind davon gekennzeichnet, dass in Betrieben massive Entlassungen anstehen. Zuerst werden die Mitarbeiter entlassen, bei denen keine sozialrechtlichen Probleme zu erwarten sind. Junge Mitarbeiter ohne Familie und Kinder sind die Ersten, gefolgt von den Mitläufern und zum Schluss sind die langjährigen Kollegen dran. Es kann jeden erwischen. Die Firmen müssen handeln, wenn die Aufträge und damit die Deckungsbeiträge einbrechen. Die Personalkosten betragen eben 50% und mehr. Beim größten Posten wird zuerst gespart. Das ist klar.

Ich kann mich gut an eine Fernsehsendung im Bayerischen Rundfunk erinnern, wo Siemens eine Niederlassung stark verschlankt hat. Da saßen die Arbeitslosen im Fernsehen und regten sich wie die Sau auf, dass Siemens fette Gewinne einfährt, aber gleichzeitig ineffiziente Bereiche schließt. Nun kamen alle Mitarbeiter aus einem kleinen Ort und alle sangen das gleiche Lied. Was soll man denn nun machen? Demonstrieren? Wie kann man die Geschäftsleitung zwingen, die Entscheidung rückgängig zu machen? Diese Gedanken liegen nahe, sind jedoch absolut lächerlich. Ein waschechter Kapitalist dürfte damit kaum zu beeindrucken sein.

Im Einzelfall ist es bitter, eine Kündigung zu erhalten. Doch eine Kündigung kann eine echte Motivation sein. Langjährige Mitarbeiter sehen eine Kündigung nicht als Chance. Sie haben es sich über die Jahre ziemlich bequem gemacht und dass es mal vorbei sein könnte, kam ihnen nicht in den Sinn. Wird denn in der Schule nicht das Wesen des Kapitals erklärt? Das Kapital ist immer auf Profitmaximierung aus. Es geht nicht darum, dass der Profit gleichbleibend ist. Der Profit muss auf Wachstumskurs sein, damit die Aktionäre befriedigt werden können. Nichts anderes. Eine Quersubventionierung defizitärer Bereiche hat in diesem System keinen Platz.

Zurück zu den arbeitslosen Mitarbeitern. Ein Familienvater hat das große Glück, dass er seine Sorgen mit seiner Ehefrau teilen kann. Seine Last teilt sich dann gleichmäßig auf und nicht zu vergessen, die guten und wichtigen Ratschläge seiner Frau. Das nennt man Glück, wenn man so eine Ehefrau hat. Frau und Mann packen nun gemeinsam an und werden diese Krise der Arbeitslosigkeit zusammen meistern. Das war ein kleiner Scherz, denn eine Ehefrau verschärft die Krise. Sie fängt an zu jammern und zu zetern, spart nicht mit Vorwürfen und heult in ihr Kissen. Was soll denn nun werden? Ein Ehemann hat niemals nur ein Problem, sondern immer mehrere. Wer nun glaubt, dass er wenigstens beim Sex mit seiner Frau ein wenig Entspannung findet, der ist nicht von dieser Welt. Bei Problemen, egal welcher Art, hat die Muschi Ruhetag.

Nur ein Single hat gut lachen. Ja, er hat auch die Kündigung bekommen, ist aber ohne schweren Rucksack extrem mobil. Ein weitsichtiger Mann achtet immer darauf, dass die Last in seinem Rucksack möglichst gering ist. Kein Wohnungseigentum, keine langfristig bindenden Verträge, keine Frau, keine Kinder und er pflegt die Freundschaft plus. Niemals eine Frau in die eigene Wohnung einziehen lassen. Damit ist die Unabhängigkeit garantiert. Ein Single hat hier eine echte Chance für einen Neustart. Es gibt keinen Grund zur Panik.

Unabhängige Männer nutzten jede Chance zur Weiterbildung und waren im Betrieb immer mobil. Diese Aktivitäten zahlen sich nun aus. Die weitreichenden Kontakte werden zur Jobsuche genutzt. Der selbstbewusste Mann geht offen mit seiner Kündigung um. Ja, ich wurde entlassen. Na und? Potentielle Arbeitgeber werden diese Lage vielleicht ausnutzen, um den Lohn etwas zu drücken. Das stört nicht weiter, weil nach wenigen Monaten der Arbeitgeber freiwillig das Gehalt anheben wird. Klasse und Einsatz setzen sich immer durch.

Die Wohnung ist schnell gekündigt und in den ersten Wochen am neuen Arbeitsplatz in einer anderen Stadt tut es auch eine Pension. 50 Euro pro Nacht mit Frühstück sind finanziell machbar. Schließlich saugt keine Ehefrau die Geldbörse leer. Nein, die ist bei einem Single stets prall gefüllt.

Hochqualifizierte Männer müssen sich um eine umfangreiche Bewerbung keinen Kopf machen. Wer in seinem Fach auf Höchstniveau ist und das mit hochwertigen Zertifikaten belegen kann, der steht in der ersten Reihe. Da reicht eine kurze Email völlig aus. In der Anlage den Kurzlebenslauf, die Zertifikate und der Schlusssatz, dass man sich auf das Feedback freue. Mehr ist nicht nötig und alles andere würde die eigene Qualität verwässern.

Auch weitsichtige Männer können die Zukunft nicht vorhersagen, aber man kennt die möglichen Gefahren und Krisen. Glück hat eben derjenige, der sich nicht mit Frau, Kindern und kreditfinanziertem Eigenheim beschäftigen muss.

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