• 12.12.2018

Das Männermagazin

Leutnant Dino kommentiert

Die geschickte Vorbereitung für ein Leben als Unterhaltspreller

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Daniel (41) hat die Nase gestrichen voll. Er lebt in Scheidung und die gegnerische Anwältin zieht alle Register. Es geht um das beliebte Thema Unterhalt und um ihn schnell mürbe zu machen, werden seine zwei Kinder geschickt als Waffe gegen ihn eingesetzt. Nun ist Schluss mit dem Kampf, sagt sich Daniel. Die einzige Sprache, die seine Nochehefrau und ihre Anwältin verstehen, ist der Geldentzug.

Daniel kündigt zuerst seine Wohnung, die eh zu teuer ist. Als künftiger Unterhaltspreller muss seine künftige Wohnung günstig und auf Hartz IV Niveau sein. Aber zu allererst räumt er seine Konten ab und verkauft alle Wertgegenstände. Bei künftigen Pfändungen stürzt sich der Gerichtsvollzieher zuerst auf die Konten und versucht danach Sachpfändungen durchzuführen. Ist nichts vorhanden, dann geht der Gerichtsvollzieher schlichtweg leer aus. Das ist auch das Ziel von Daniel.

Daniel geht sogar noch weiter, denn wenn er eine neue Wohnung anmietet, dann muss er eine Kaution hinterlegen. Die ist oft üppig und zudem pfändbar. Also wird Daniel selbst kein Mieter, sondern ein besonders guter Freund mietet die Wohnung an und macht mit Daniel einen Untermietvertrag. Gesagt, getan, wobei Daniel den Untermietvertrag noch mit dem Zusatz verfeinert, dass er die Wohnung möbliert anmietet. Damit dieser legale Trick nicht dumm sondern echt aussieht, verscherbelt er seine komplette alte Wohnungseinrichtung.

Die neue Wohnung von Daniel ist nicht groß. Ein Zimmer, eine kleine Küche, ein Bad und eine Abstellkammer. Insgesamt sind es 45 qm, das ist ausreichend. Daniel hat diese Wohnung als Hotelzimmer eingerichtet. Natürlich hat die Möbel sein bester Freund gekauft. Schließlich ist Daniel offiziell pleite und kann sich neue Gegenstände nicht leisten. Der Mietzins beträgt möbliert 390,- €. Da kann kein Gerichtsvollzieher sagen, dass er zu teuer wohnt. Alle Gegenstände wie Fernseher, Rechner und Smartphone gehören nicht ihm, sondern sind in der Mobiliarliste des Mietvertrages enthalten.

Sein gesamtes Bargeld hat Daniel bei seinen Eltern verstaut und niemand weiss das. Auch wenn seine geldgierige Exdame den kleinen Schatz dort vermutet, sie hat keine Chance da dran zu kommen.

Daniel hat seinen Rechner von einem IT Experten verschlüsseln lassen. Selbst ausgebuffte Experten werden die verschlüsselten Daten nicht finden, außer die ausgelegte Fährte, wo einige private Bilder abgelegt sind.

Natürlich musste Daniel auch seinen Job aufgeben, da er durch die Scheidung traumatisiert ist. Er ist ganz offiziell nicht mehr belastbar und im Arbeitsleben kaum noch zu gebrauchen. Inoffiziell hat er mit seinem neuen Arbeitgeber einen kleinen Deal laufen. Sein Gehalt liegt offiziell bei netto 1.100,- €. Den Bonus durch hervorragende Arbeit kassiert Daniel cash auf die Kralle. Das weiss natürlich niemand, auch wenn es weder die liebe Nochehefrau oder die Richterin glauben mögen. Zwischen Glauben, Wissen und Beweisen gibt es erhebliche Unterschiede und ohne Beweise droht kein Ärger.

Nun ist für Daniel völlig klar, dass Kinder Geld kosten und wer keinen Unterhalt für die Kinder bezahlt, hat ständigen Stress mit Polizei und Staatsanwaltschaft. Sein simpler Plan: Daniel zahlt lediglich den Kindesunterhalt in Höhe des staatlichen Unterhaltsvorschusses und damit ist der Lebensbedarf der Kinder gedeckt. Damit kann er sich zwar nicht vor Strafanzeigen schützen, aber eine Verurteilung droht letztlich nicht. Er zahlt monatlich für seine zwei Kinder insgesamt 270,- €. Nach Abzug von Miete und Kindesunterhalt bleiben Daniel 440,- € zum Leben übrig. Abzüglich den beruflich bedingten Aufwendungen liegt das bereinigte Einkommen in etwa auf Hartz IV Niveau.

Daniel hat strategisch alles sauber vorbereitet. Noch bevor die Familienrichterin ihr Urteil gesprochen hat, ist Daniel offiziell pleite und hat nichts mehr auf Kralle. Seinen Anwalt hat Daniel entlassen. Nun sitzt er alleine bei den zahlreichen Gerichtsprozessen und geniesst seine unangreifbare Position. Egal wie das Urteil ausfällt: Es wird kein Geld geben.

Daniel wird zu hohen Unterhaltszahlungen verurteilt, zahlt aber nur den Unterhaltsvorschuss für die Kinder. Seine Ex stellte insgesamt drei Strafanzeigen, doch alle Verfahren wurden eingestellt. Der Gerichtsvollzieher besuchte ihn zwei Mal und ging jedes Mal leer aus. Daniels Strategie ist aufgegangen. Seine Ex lebt nun von Hartz IV und das schöne Leben auf seine Kosten gehört der Vergangenheit an.

Den Gerichtsvollzieher und die Polizisten hat Daniel immer mit großem Respekt und kooperativ behandelt. Er hat eine Akte für die Behörden angelegt, wo alle seine Lohnabrechnungen, Kopien von Personalausweis, Krankenversicherung, Untermietvertrag und Arbeitsvertrag enthalten sind. Durch diese Präzision sind die Behördendiener immer überrascht. Diese grandiose Unterstützung der Ermittler sagt nichts anderes, dass Daniel ein Profi und legaler Unterhaltspreller ist.

Es versteht sich von selbst, dass Daniel heute deutlich mehr Geld zur Verfügung hat als in der Ehe. Er leistet sich mehrere Urlaube pro Jahr und es fehlt ihm an nichts. Auf die Frage der Polizei, wie er sich denn die Urlaube leisten kann, antwortet er immer süffisant: „Ich mache es wie die Frauen und lasse mich einladen.“ Manchmal antwortet er auch, dass es doch viel schöner ist, wenn die Polizei kriminalistisch ermittelt, denn er ist schließlich nicht auf die Welt gekommen, um der Polizei die Beweise gratis gegen sich zu liefern.

Im Laufe der Jahre ist Daniel ein Profi im Umgang mit der Polizei und Staatsanwaltschaft geworden. Er kennt exakt seine Rechte und Pflichten. Es gibt von ihm keine Informationen oder Anhaltspunkte. Daniel sagt nur das, was ihm letztlich keinen Schaden zufügen kann.

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