• 24.02.2024

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COL (10) - Barú (1)

aussicht

» Artikel vom

Gastautor: Pancho

Ankunft in Cartagena am späten Nachmittag. Den Fahrer habe ich vorm Abflug über die Verspätung informiert. „Es sei kein Problem, er wartet“.
Der Flughafen in Cartagena ist überschaubar. Schnell haben wir unsere Sachen beisammen und der Fahrer ist da. Ein netter Mann, der sofort losredet. Die süsse COL Maus ist genervt, will eigentlich schlafen, ich halte sie aber zurück, bis wir im Laden sind. In gewohnter Manier, die Fahrt nach Barú wird dauern, steuern wir den erstbesten Laden an, um Reiseproviant zu kaufen. Natürlich auch für den Fahrer, der, wie so oft, sichtlich überrascht ist.

Die Fahrt ist angenehm. Die süsse COL Maus schläft, der Fahrer erzählt mir endlos über die Region, während ich mir eine Bierdose nach der anderen schmecken lasse. Ich höre ihm durchaus zu. Was er erzählt, ist interessant. Auch wenn nur die Hälfe davon stimmt – es sind ja seine persönlichen Eindrücke und Erfahrungen – ist es für mich spannend. Man lernt Land und Leute am ehesten kennen, wenn man ihnen zuhört.

Irgendwann sind wir im Dorf Barú. Vertrauensvoll wirkt es auf mich nicht. Leute feiern, schauen uns aber mit seltsamem Blick an. Der Fahrer beschönigt, ich würde dort aber nicht aussteigen. Zumindest nicht nachts.

Wir kommen endlich im Hotel an. Die Anlage ist komplett abgeriegelt. Das Tor – und das ist noch eine lange Strecke vor dem Empfangsbereich entfernt – bleibt zu. Der Fahrer ruft an, meldet Pancho und Begleitung an. Ein Typ kommt zum Auto, schaut kurz rein. Ich begrüsse ihn nett, wundere mich aber. Ja, Pancho und Begleitung. Geht klar. Das Tor geht auf, und sofort komme ich mir vor wie in einer anderen Welt. Die Anlage befindet sich in einem Mangroven-Wald. Wir fahren noch ein Stück weiter, dann ist für das Auto Schluss. Ein grösserer Golfkart steht bereit, der Fahrer lädt das Gepäck um und es geht zum eigentlichen Empfangsbereich. Es ist jetzt schon klar: Das hier ist eine andere Nummer. Nichts Massentourismus, nichts, was der 08/15-Touri bucht. Das hier ist Luxus auf höchster Ebene.

Der Herr am Empfang ist an Höflichkeit nicht zu überbieten. Nicht aufgesetzt, nicht gespielt, sondern 100% auf die Gäste konzentriert und bieten uns erstmal etwas zu trinken an. Anschliessend entschuldigt er sich – wir sehen müde aus –, dass er mich mit Modalitäten belästigen muss, er mache es aber so kurz, wie nur irgendwie möglich. Wir sollen erstmal ausschlafen, morgen kommt dann jemand und erklärt uns alles Weitere. Ich mache eine innerlichen „Strike“. Alles richtig gemacht. So mag ich es. Nein, es muss nicht immer Luxus sein, ich übernachte auch problemlos in einem insektenverseuchten Zimmer und sehe grosszügig über Kakerlaken hinweg. Wenn ich aber Luxus mache, dann soll es auch wirklich Luxus sein.
Die Personalien sind schnell erfasst, ich muss nur noch einen Zettel unterschreiben, dass das Hotel nicht haftet, wenn wir umgebungsbedingt von Insekten gefressen werden. Noch kurz die KK und das war es. Die süsse COL Maus sagt schon eine Weile nichts mehr. Sie kommt aus dem Staunen nicht raus.

Das Golfkart bringt uns zu unserem Bungalow. Der Weg dahin ist beeindruckend. Die Bungalows sind in ausreichendem Abstand voneinander platziert. Privatsphäre wird hier grossgeschrieben. Wir kommen an. Der Bugalow befindet sich in rund zehn Meter Höhe. Eine lange Treppe führt hoch. Unten ist ein Tisch mit Stühlen, mehrere Hängematten und zwei Fahrräder vorhanden. Muss das jetzt nicht weiter erkunden, mache ich morgen. Der arme Kerl schleppt unsere Koffer hoch. Er bekommt selbstverständlich ein ordentliches Trinkgeld und weist nur noch darauf hin, dass es einen 24×7 Service gibt, der alle Wünsche erfüllt, bevor er sich höflich verabschiedet.

Als wir den Bungalow betreten, bin ich einfach nur geplättet. Habe etliche 5-Sterne-Hotels besucht. Das hier toppt alles. Um Längen. Der Bungalow ist traumhaft und es ist alles da, was man sich nur vorstellen kann. Die Minibar ist prall gefüllt, es ist sogar eine Eismaschine vorhanden. Dazu gibt es mehrere Glasteller mit Deckel, in denen sich Obst und Knabbereien befinden. Das Bett ist mit Vorhängen umrandet, das Bad grosszügig und mit allem ausgestattet, was man sich vorstellen kann. Inkl. einer japanischen Toilette mit allen erdenklichen Funktionen, die einem schon fast einen blasen.

Wir sind begeistert. Selbstverständlich gibt es Bademäntel, Hausschuhe, dazu aber auch noch einen wasserfesten Beutel für Ausflüge an den Strand und etliches mehr. Sogar Antimücken-Spray ist vorhanden. Wie wir später erfahren, gibt es auch eine Wechselsprechanlage mit Kamera. Wenn das Personal zum Putzen kommt, klingelt es unten und man entscheidet, ob man ihre Dienste wünscht.

Der Bungalow hat eine Holzterrasse – alles in zehn Meter Höhe, also zwischen den Baumkronen – mit einem Tisch, Stühlen, Liegen und einem Whirlpool, das wahlweise mit Süss- oder Salzwasser vom Meer gefüllt werden kann.

Wir fallen nur noch ins Bett, weihen es ein und schlafen glücklich und zufrieden ein.

Am nächsten Morgen sieht alles noch besser aus. Die umgebenden Bungalows sind weit genug entfernt und durch die Bäume verdeckt. Wir können hier oben ungestört machen, was wir wollen. Im Bungalow gibt es einen Fernseher. Nicht störend an der Decke angebracht. Schalte kurz ein. Es gibt ein Info-Kanal in dem alle Annehmlichkeiten des Hotels (Restaurants, Wellness & Co) vorgestellt werden. Kurzen Überblick verschafft und abgeschaltet.

Das Frühstück haben wir verschlafen. Nicht schlimm. Wir beschliessen zum Strand zu gehen, dort gibt es eine Bar und ein Restaurant. Die Bungalows verfügen über Fahrräder und wer keinen Bock auf Fahrradfahren hat, der bestellt ein Kart, das einen überall hinfährt (ist im Preis inbegriffen). Wir entscheiden uns für das Golfkart und müssen laut lachen, als es kommt, wir sagen, dass es an den Strand geht, der Fahrer lächelt, ungefähr 20 Meter fährt und vermeldet: „Wir sind da“. Ups, ich hätte mir den Plan der Anlage genauer ansehen sollen.
Am Strand werden wir wie Könige empfangen. Man reicht uns Handtücher. Wir entscheiden uns erstmal etwas zu essen. Der Ausblick ist ein Traum. Wir nehmen nur eine Kleinigkeit, das Essen ist vorzüglich. Auf den Strand verzichten wir vorerst, erstmal geht es los die Anlage mit dem Fahrrad zu erkunden.

Auf dem Weg verlieren wir (ok, ich) kurz die Orientierung. Man stoppt nur eine Sekunde mit dem Rad und schaut sich um. Jeder Angestellte wird sofort fragen, ob man Hilfe benötigt und einem den Weg weisen. Nachdem wir uns umgesehen haben, kehren wir zum Bungalow zurück. Die Klamotten sind sofort weg und wir verbringen den Rest des Tages dort. Abends lassen wir uns was zu essen bringen und geniessen einfach nur das Glück dort sein zu können. Zumindest, wenn wir nicht gerade wieder einmal übereinander herfallen.

Am nächsten Tag schaffen wir es zum Frühstück. Dafür gibt es sowas, wie eine grosse Hütte, mitten im Meer hineingebaut (siehe Artikelbild). Das Buffet lässt keine Wünsche offen. „So geht Frühstück“, denke ich mir und erinnere mich an das lausige Frühstück in Palomino. Die süsse COL Maus versteht endlich, was ich an dem Hotel in Palomino auszusetzen hatte. Es gibt hier alles. Früchte in Hülle und Fülle. Alles, was man sich für ein Frühstück vorstellen kann, ist vorhanden. Selbst edle Käsesorten, frisch zubereitete Speisen, alles da. Das Buffet ist locker 25 Meter lang. Auswahl ohne Ende. Service? Wie es sich in einem richtigen Hotel gehört. Man begrüsst uns nach nur wenigen Stunden bereits mit Namen, erkundet unauffällig unsere Vorlieben und tut alles, um sie zu erfüllen. Geld, ausser, um Trinkgeld zu geben, braucht man nicht. Nimmt man eine kostenpflichtige Leistung wahr, ist anschliessend nur eine Unterschrift nötig, wofür sich das Personal schon fast entschuldigt.

Wir gehen zum Wellness-Bereich und sprechen mit einer äusserst netten, attraktiven Dame über die Angebote. Bisschen Plantschen im grossen Whirlpool soll es werden (kostet nicht extra) und eine Massage. Die süsse COL Maus entscheidet sich für eine Entspannungsmassage, ich wähle die knallharte „löst-jeden-Knoten-auf“-Massage. Oh, es werden Klangschalen-Therapien angeboten? Die süsse COL Maus springt sofort darauf an. Da sage ich nicht Nein. Wir sind hier, um zu geniessen. Was irgendwas kostet, ist mir völlig egal. Es ist es wert.

Am nächsten Tag vergnügen wir uns am Meer. Es ist herrlich. Die süsse COL Maus hat aufgrund einer schlechten Erfahrung etwas Angst im Wasser. Sie lässt sich aber führen, vertraut und geniesst. Sie fühlt sich so wohl, dass sie es wieder nicht lassen kann, mir an die Wäsche zu gehen. Gefällt mir.

Abends geht es zum Clubhaus. Im Erdgeschoss befindet sich ein hervorragendes Restaurant. Die süsse COL Maus hat den Standard hier erkannt und weiss intuitiv damit umzugehen. Das ist nur einer der vielen Gründe, warum sie mir so gut gefällt. Sie hat sowas garantiert noch nie erlebt. Sie geht dennoch perfekt damit um, weiss es zu schätzen und macht was daraus. Erwartungsgemäss sieht sie traumhaft aus und sämtliche Blicke sind mal wieder auf sie gerichtet. Noch etwas, was mir gefällt: Ihr Esprit, die positive Ausstrahlung und ihr Lächeln führen immer dazu, dass wir überall eine Sonderbehandlung erfahren.

Der Service im Restaurant ist selbstredend top, natürlich werden Amuse Gueule serviert und das Essen ist spitze. In der ersten Etage ist noch sowas wie eine Disco, da ist aber nichts los, braucht auch kein Mensch. Im zweiten Stock gibt es eine 360°-Blick-Bar mit gemütlichen, grossen runden – ja schon fast – Betten, in denen wir uns exzellenten Cocktails schmecken lassen. Es gibt hier noch ein Teleskop. Laut bestem Kumpel soll es über eine Melone gekostet haben. Soll richtig gut sein. Gehe kurz hoch, es sind zwei Pärchen dort, die sehr verliebt wirken. Möchte nicht weiter stören und verschiebe es auf einen der folgenden Tage.

Das Hotel ist ein Traum. Nichts für Familien und erst recht nicht, für Alleinreisende. Es ist eher sowas, wie ein Honeymoon Hotel für gut Betuchte. Die meisten Gäste sind verliebte Pärchen. Zwei Familien habe ich gesehen. Eine mit Kindern um zehn Jahre – die Kinder haben sich fürchterlich gelangweilt – herum und eine amerikanische Familie mit zwei erwachsenen Töchtern. Beim Anblick der verliebten Pärchen überkommt mich ein Lächeln. Ob die Jungs wohl wissen, wie sich ihre Beziehung aller Wahrscheinlichkeit nach entwickeln wird? Und was für ein widerliches Biest ihre Liebste sein kann? Vermutlich nicht. Sollen sie es geniessen, solange es anhält.

Nach dem wunderbaren Abendessen ziehen wir uns in unseren Bungalow zurück. Die Maus hat getränkte Papiere her geschmuggelt. Wenn es den perfekten Moment und Umgebung gibt, um sowas auszuprobieren, dann ist es jetzt und hier. Ich fülle schon mal den Whirlpool und lege die „Partylights“ (Leuchtstäbe, die ich noch aus dem Thai-Urlaub habe und dort der Renner bei den Mädels waren) um den Whirlpool. Der JBL-Flip spielt passende Musik, die süsse COL Maus ist längst alle Klamotten losgeworden.

Der heutige Abend wird etwas ganz Besonderes.



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