• 07.04.2020

Das Männermagazin

Leutnant Dino kommentiert

Die Jugendamtsverwandtschaft

pbanner

» Artikel vom

Familienfeiern haben mal ihre lustigen, langweiligen, nervtötenden, interessanten Seiten. Interessant ist, dass man Leute trifft und mit ihnen zwangsläufig Zeit verbringt, mit denen man im sonstigen Leben nie etwas zu tun haben will. So geht es mir auch und als besonderes Highlight wurde ich im Familienkreis mit sage und schreibe drei langjährigen Jugendamtsmitarbeitern beglückt. Mit dem Jugendamt habe ich immer viel zu tun, in allen Gerichtsverfahren saß einer von denen im Saal, schrieb idiotische Stellungnahmen oder klagte als Beistand gegen mich. Im Ordner der Jugendamtsschreiben liegen mehr Unterlagen, als ich Privatbriefe im Leben bekommen habe.

Zwei dieser Familienunfälle kennen viele Elemente meiner Unterhaltspreller- und Trennungsvaterkarriere, eine weitere Dame kennt sie auch, aber verdrängt es immer wieder, weil ihr Geist und Gedächtnis selten mehr als ein paar Tage weit reichen. Wenigstens reicht es für sie und ihren Job. Person A ignoriert mich seit meiner Trennung und macht höchstens vor Dritten schnippische Bemerkungen. Herr B hat wie ich genug Sarkasmus und Ironie, um zu lachen, bei ihm ist alles entspannter. Es liegt wahrscheinlich daran, dass er Wohngemeinschaften mit Problemjugendlichen betreut, ein harter Job, den wirklich nicht viele machen können, vor allem keine Frauen. Er macht das für ein gutes Einkommen, verdient deutlich mehr als die Schreibtischtäter in der Abteilung Beistandschaften, die hauptsächlich „bewährte“ Textbausteine herumschicken, um Väter zu ruinieren.

Die vergessliche Dame C gab mir immerhin wieder einmal freimütige tiefe Einblicke in die Gründe und Mechanismen von Jugendämtern und der Helferindustrie. Sie selber ist langjährige Grünensympathisantin, gehört zum großstädtischen Juste Milieu, Bioladenkundin der ersten Stunde, übergewichtig, offen gegenüber allen lieben Gästen, die uns so zahlreich mit ihrer Anwesenheit beehren, späte Mutter. Bösartig ist sie niemals, eher eine einfache Person, die gerne manipuliert (aber nicht schlau genug ist, um es richtigzumachen) und feste Glaubensgrundsätze hat, zu denen wir später kommen.

Sie verdient ihr Teilzeitgeld mit Interventionen in „Problemfamilien“. Ihre Kolleginnen sind alle ebenfalls Frauen. Das läuft so ab: Irgendeine Meldung läuft im Jugendamt ein. Eine Lehrerin meldet beispielsweise, ein Kind hätte davon berichtet, zu Hause geschlagen zu werden, oder im Trennungskrieg äußert jemand so einen Verdacht. Dann beginnt eine Maschinerie anzulaufen. Helfer reiten ein. Die Damen gehen in die Familie, gucken sich um, strecken die Fühler aus, ob man die Kinder rausnehmen könnte, den Vater rauswerfen, wer dort unterwegs ist, wie die Verhältnisse liegen. Eine Armee von bezahlten Helferinnen läuft auf. Schulsozialarbeiter, Polizei, Familienhelfer, bei Bedarf Dolmetscher, Kursleiter, in deren Kurse man eventuell jemand schickt, werden mit dem Fall beschäftigt. Berichte werden geschrieben, Papier produziert, Verwandte kontaktiert, Frauenhaus, Gerichtshilfe, das Helfernetzwerk ist je nach Situation gigantisch und das Jugendamt selbst macht nur einen Teil davon aus. Es beschäftigt aber auch viele freie Mitarbeiter gegen Honorar.

Was Madame tut, basiert auf festem Glauben und festen Grundsätzen. Laut diesem einfachen Glauben ist bewiesen, dass definitiv Männer, egal welcher Herkunft, Gewalttäter sind. Das sagt sie ausdrücklich und unverändert seit 20 Jahren. Wenn Frauen gewalttätig sind, dann weil sie unter Ausnahmestress stehen, von Männern so weit gebracht wurden, nur von männlicher Gewalt mitgerissen werden. In diesem Punkt prallt jeder zarte Einwand und jede Relativierung ab. Entsprechend ausgerichtet ist die Zusammenarbeit mit Polizei und Frauenhaus und entsprechend klar sind die unbewussten und bewussten Zielsetzungen. Für Frauen gibt es unendlich viel Verständnis. Den Mann loszuwerden und fernzuhalten ist ein ganz offen gelebtes Ziel ihrer Arbeit. Frieden durch Beseitigung des Mannes. Die Teams, die in den Familien agieren, sind rein weiblich, die Kolleginnen haben sich alle auf dieselbe Sicht der Dinge normiert. Ausnahmen sind nicht lange beim Jugendamt, außer sie leisten Drecksarbeit, bei der es Frauen nicht lange aushalten. In den Helferblock kommt gar niemand hinein, der von Erkenntnissen der Gewaltforschung etwas hält oder dessen Qualifikation Störungen des bewährten Ablaufs befürchten lässt.

Im letzten Jahr stammten 100% der Familien, in denen sie tätig war, aus netten Ländern mit vielen Umzugsexperten. Von diesen Umzügen profitieren alle. Dank dieser freundlichen Menschen können Madame und ihre vielen Kolleginnen das Geld für den Bioladeneinkauf generieren. So erlangt die Helferindustrie die Kundschaft und damit die Existenzberechtigung für ihr Business. Natürlich haben sie nichts gegen die Ausweitung ihres Kundenstamms. Die Rechnung bekommt der deutsche Steuerzahler, der diese „Expertinnen“ mitsamt ihren „Kunden“ teuer zu finanzieren hat. Derselbe Steuerzahler, auf den die Gesamtheit der Medien Glut, Hass und Gift regnen lässt, wenn er es wagt, seinerseits zu versuchen, dem Wahnwitz des Unterhaltsrechts zu entkommen. Riesiges Verständnis hat sie für die Besonderheiten „ihrer Familien“. Es sind die Arbeitgeber und die Gesellschaft, die sich anpassen sollen, die Fehler machen, wenn es mit einem Job nicht so recht klappt. Die Stadt gibt außerdem hohe Summen für bezahlte Familienhelferinnen aus, die in Haushalten über Monate hinweg oder noch länger in Form eines steuerfinanzierten Hausmädchens arbeiten, weil die schwangere Mutter sich schonen muss und der Vater arbeitslos herumhängt, aber nichts im Haushalt tut, weil das für ihn eben undenkbar ist. Vielleicht ist er auch nur schlauer als Andere und wir sollten davon lernen, dachte ich mir bei dieser Schilderung. Eine lukrative Sache, Familienhelfer verdienen selber dran und der deutsche Steuerzahler ist weltweit ohnehin legendär in seiner Belastbarkeit, Duldsamkeit und seinem handzahmen Verhalten, die Vielfalt der Goldsucher aller Couleur nicht nur grenzenlos hinzunehmen, sondern für sie grenzenlos zu bezahlen. Staatsfeinde sind aber die, die aus dieser Mühle aussteigen, nicht mehr mitspielen, sei es wirtschaftlich oder politisch. Was wohl einmal passieren wird, wenn die vielen ausgegebenen Gelder nicht mehr von der Wirtschaft erwirtschaftet werden? Eine Frage, die sich niemand der Helfer stellt, das Geld hat einfach da zu sein. Notfalls druckt man es, wie es die Europäische Zentralbank ja auch mehr oder weniger tut. So mancher Stadtkämmerer reibt sich die Hände und schickt Gebete zur EZB, befreien die Eurobanker die hoch verschuldeten Gemeinden doch von lästigen Zinszahlungen, bringen sogar noch Geld ein. Bundesanleihen haben schon eine Weile Negativzinsen. Man zahlt Geld dafür, dass man dem Staat Geld leihen darf. So kann man das tote Pferd länger reiten, teure Jugendämter und die Helferarmee lange finanzieren.

Viel zu reden gab es nicht für mich, zuhören und ab und zu ein Stichwort abliefern reichte völlig. Interessant wurde das noch einmal, als es um den eigenen Nachwuchs ging. Das älteste Kind will ein Studium beginnen. Und plötzlich dreht sich die Sichtweise um 180 Grad, weil es nun ans eigene Geld geht. Studenten haben einen pauschalen Bedarf von mindestens 735 Euro. Das ist nicht wenig und muss erst mal von den Eltern aufgebracht werden. Manchmal wird es mehr, weil besondere Sachverhalte vorliegen - Krankenversicherungskosten, Studiengebühren, andere Sonderkosten. Oft bezahlen Eltern so oder so deutlich mehr, wenn die Kinder in Städten studieren und hohe Mietkosten nicht vermeiden können. Ein Zustand, der maßgeblich von der Tatsache verursacht wird, dass dort ein enormer Zustrom herrscht.

Plötzlich werden Sätze geäußert wie die Unlust, auf etwas verzichten zu müssen, weil ein Studium zu finanzieren sei. Man legte sich schon Pläne zurecht, wie diese Kosten zu verringern seien. Das sollen doch bitteschön andere bezahlen. Bafög für alle, das Kind solle nebenher arbeiten, der Staat solle billige Wohnheimplätze bereitstellen..., als jugendamtszertifizierter Unterhaltspreller hätte ich an dieser Stelle auch genügend Ratschläge geben können, vermutlich wäre aber dann zu viel mühsam unterdrückte Ironie durchgedrungen und der freimütige Informationsfluss wäre versiegt. Ich bin schließlich Mann, damit Gewalttäter, Vertreter des privilegierten Patriarchats.

Alles in allem war‘s ein netter Tag. Dem Vater zum Geburtstag gratuliert, viel Honig verschenkt, einen Kuchen gebacken und gesehen, warum dieses Land mitten auf dem Weg ist, geplündert und ruiniert abzustürzen.

P.


Weiterführender Link: TrennungsFAQ
Ratsuchende Väter finden im TrennungsFAQ-Forum konkrete Hilfe


Diskutiere über diesen Artikel und teile Deine Erfahrungen mit anderen Lesern!

Beachte bitte die Kommentarregeln!


Alle Artikel im Archiv lesen - Das Männermagazin

Das Männermagazin

Leutnant Dino kommentiert


Über Leutnant Dino
Impressum
Datenschutz