• 06.07.2020

Das Männermagazin

Leutnant Dino kommentiert

Jetzt kommt die Depression

umwelt

» Artikel vom

Unsere weise und vorausschauende Bundesregierung hat absolut grandiose Maßnahmen und Hilfen veranlasst, um die Wirtschaft mit einem Wumms anzukurbeln. Wie immer muss man hier die Bundesregierung ausgiebig loben, wie fürsorglich sie zu den Bürgern ist. Es ist und bleibt die beste Bundesregierung im besten Land aller Zeiten. Was sonst. Jede davon abweichende Meinung ist nicht erwünscht und führt mitunter zu ungewollter Beobachtung durch den Verfassungsschutz. Eine Sperre bei Facebook oder Twitter ist dabei das kleinere Übel.

Im Prinzip hat die Bundesregierung drei weitreichende Maßnahmen beschlossen. Kinder bekommen ein kleines Geldgeschenk, natürlich nicht sie selbst, sondern deren Eltern oder präziser formuliert die Mama. Dabei dürfte klar sein, was mit diesem Geld passiert. Die Knete wird verjubelt, aber wohl nicht fürs Kind. Ein Kind braucht kein Geld, sondern eine liebende Mutter. Das weiß doch jeder. Wenn es der Mutti gut geht, dann geht es auch dem Kind gut. Deshalb ist es richtig, wenn die Mama diese Knete für sich verjubelt.

Dann soll der Strom bezahlbarer werden. Dabei wissen sicherlich die meisten Bürger, dass der Strom durch die Öko-Scheiße erst so richtig teuer wurde. Somit ist es kein Geschenk, das die Bundesregierung hier verteilt, sondern eine kleine Rücknahme des Betrugs an den Bürgern. Deutschland dürfte fast die höchsten Strompreise weltweit haben, aber angeblich soll das ja gut fürs Klima sein. Wie auch immer. Jedenfalls fällt der Strompreis um wenige Cent. Da ist jetzt aber Jubel an die Bundesregierung angesagt. Lasst uns alle feiern!

Der größte Posten des Hilfspakets ist die Mehrwertsteuersenkung von 19 auf 16 und von 7 auf 5 Prozent. Wow. Hat die Bundesregierung etwa nicht gelernt, was bei der letzten Mehrwertsteuersenkung für die Hotels passiert ist? Richtig, gar nichts, denn davon wurde ganz unternehmerisch nichts an den Endkunden weitergegeben. Für den Bürger änderte sich nichts und so wird es nun auch wieder sein. Es ist nicht zu erwarten, dass die Preise nun purzeln werden und wenn doch, dann fallen drei Prozent kaum ins Gewicht. Selbst beim Kauf eines teuren Autos können vielleicht 1.000 Euro gespart werden, mehr wird es kaum werden. Eine echte Konjunkturhilfe und eine Zündung des Kaufrausches bewirkt das nicht. Die Unternehmen werden sich die Mehrwertsteuersenkung zur Profitmaximierung in die eigenen Taschen stopfen. Das wird passieren.

Die beschlossenen Maßnahmen der Bundesregierung sollen einen Wert von 130 Milliarden Euro haben, aber der Bürger wird nicht viel davon sehen. Grundlegend ändert sich nichts und die Stimmung in Deutschland bleibt am Boden.

Die herrschende Maskenpflicht ist sicherlich nicht verkehrt und schützt die Bürger mit einiger Wahrscheinlichkeit vor Corona. Das ist glaubhaft und richtig. Die Kehrseite dieser Medaille ist aber auch, dass durch die Maske das persönliche Wohlbefinden eingeschränkt ist. Die Maske muss immer dabei und in jedem Geschäft umgebunden sein. Das geht den meisten Leuten auf den Sack. Um die Maske schnell wieder loszuwerden, wird der Einkauf auf Effizienz getrimmt. Es gibt kein Schlendern im Laden, kein Stöbern, nichts. Der Kunde geht hinein und füllt seinen Einkaufswagen zielgerichtet nur mit dem Notwendigen, um möglichst schnell wieder aus dem Laden zu kommen. Es ist zwar nicht bewiesen, aber man hört, dass die Kunden rund 50 Prozent weniger ausgeben. Obendrauf kommt noch die Angst, wie die persönliche wirtschaftliche Zukunft wohl aussehen wird. Durch Corona ist die Produktion eingebrochen, der Konsum rauschte in den Keller und die Menschen horten ihr Geld. Das ist ein Strudel, der langsam, aber unaufhaltsam in den Abgrund führt. Die Geschäfte sitzen auf ihren Waren und werfen irgendwann mit Rabatten um sich, damit sie das Zeug loswerden. So beginnt eine Deflation. Ist diese Phase erstmal erreicht, dann gibt es kaum mehr Chancen für einen Aufschwung. Japan hat viele Jahre alles versucht und es bis heute nicht geschafft, die Depression aufzulösen und die Konjunktur anzuwerfen.

Die Automobilindustrie ist Deutschlands wichtigster Wirtschaftszweig. Nun geht es den arroganten Managern dort an den Kragen. Natürlich nicht persönlich, aber die Verkaufszahlen sind im Vergleich zum Vorjahr bereits um 50 Prozent abgestürzt. Das hat Folgen, die jedem klar sein dürften. Die Kosten müssen gesenkt werden, das bedeutet Personalabbau auf allen Ebenen, auch bei den Zulieferern. Und der Automobilbereich ist nur ein Beispiel von vielen. Andere Wirtschaftszweige leiden ebenso, z.B. die Luftfahrt, die nur mit viel Staatsknete überleben kann.

Dank Corona dürfen in Deutschland alle, vom einfachen Bürger bis zum Weltkonzern, ihre Mietzahlungen aussetzen. Nach dem Rückzieher von Adidas möchte man glauben, dass dies für Unternehmen vom Tisch sei. Nein, überhaupt nicht, denn große Hotelketten setzen davon unbeeindruckt weiterhin ihre Mietzahlungen aus. Nur wird darüber nicht öffentlich gesprochen, weil es negative Nachrichten sind und genau das kann die Bundesregierung momentan nicht gebrauchen. Alles muss positiv und super klingen, und das mit viel Wumms. Kritik ist nicht erwünscht und kann ganz locker durch Einstufung als Fake-News verboten werden. Die passenden Gesetze gibt es dafür.

Die Antwort auf die Frage, was zu tun ist, ist ganz einfach. Morgens anstatt n-tv oder WELT zu glotzen, ist ein Musikkanal die richtige Wahl. Müll, Dreck und Unsinn darf nicht ins Hirn sickern. Auch wenn man den Nachrichten nicht glaubt, die Lobhudelei erzeugt Aggressionen. Und die kann sicherlich niemand gebrauchen. Schließlich soll der Tag harmonisch und sorgenfrei beginnen. Wer nur an sich denkt, der liegt genau richtig. Das Befinden der Allgemeinheit ist völlig uninteressant und kommt unter dem Begriff Egoismus nicht vor.

In der Krise, die nun zweifelsfrei da ist, gibt es stets auch Gewinner. Und das sind ebenso zweifelsfrei die Freien Männer. Kein Ballast, keine Verpflichtungen, keine Verantwortung für Frau und Kinder, das ist der Schlüssel zum Erfolg. Ein Freier Mann muss sich nicht das demotivierende Gezeter einer unglücklichen Frau anhören, die nun nicht in die Karibik oder nach Australien fliegen kann. Verzicht ist für jede Frau ein echtes Drama. Reisen und Shopping sind für sie die wichtigsten Gradmesser einer Beziehung. Wer keine Frau hat, der hat dieses Problem erst gar nicht. Das mag eine alte Leier sein und zu oft im Männermagazin stehen, aber man kann es nicht oft genug betonen. Wer davon befreit ist, dürfte 90 Prozent seiner Sorgen und Probleme für immer los sein.

In der heutigen Zeit ist mehr denn je Flexibilität gefragt. Firmen werden schließen oder ihr Personal stark abbauen. Ist ein Freier Mann davon betroffen, kann er sofort darauf reagieren und bei Bedarf unkompliziert seinen Wohnort wechseln. Er kann es, weil er niemanden fragen und auf niemanden Rücksicht nehmen muss. Andererseits haben Frauen gerade in der Krise immer sehr gute Ideen, die ihren Ehemann garantiert zum Erfolg führen. Wer daran wirklich glaubt, sollte gerade jetzt eine Frau heiraten. Viel Glück!

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