• 11.12.2019

Das Männermagazin

Leutnant Dino kommentiert

Die Schlacht kann beginnen

new_york

» Artikel vom

Eva (35) ist unglücklich, gar unzufrieden mit ihrem Leben. Sie möchte nach über 12 Jahren Ehe endlich wieder unabhängig sein und ihrem Mann nicht mehr als Haushälterin und Sexgespielin dienen müssen. Sie fühlt, dass sie ihren Ehemann nicht mehr liebt und so wird für sie jede Annäherung ihres Mannes zur Qual. Eva mag es nicht mehr, wenn ihr Mann an ihren Brüsten lutscht oder in sie eindringt. Sie könnte vor Ekel jedes Mal kotzen, wenn dieser alte Sack sie besteigt. Eva vertraut sich ihrer Freundin an, die mehrfach geschieden ist und sich in solchen Angelegenheiten gut auskennt.

Eva hat die Lohnabrechnungen ihres Mannes aus seinem Ordner kopiert und geht mit ihrer Freundin gemeinsam zu einer Anwältin, die als überaus erfolgreiche Unterhaltseintreiberin bekannt ist. Mit ihr ist nicht zu spaßen. Sie hat schon zahlreiche Männer erfolgreich in die Mangel genommen, die danach alle brav und anständig den ausgeurteilten Unterhalt zahlten.

Evas Ehemann arbeitet freiberuflich und sein bisheriges Einkommen ist stattlich, obwohl es in letzter Zeit langsam bergab geht. Ihr Mann hat, so weiß sie, große Probleme neue Aufträge zu bekommen. Es ist nicht ihr Problem und deshalb ist es ihr egal. Nach kurzer Durchsicht der Unterlagen strahlte die Anwältin, denn Eva hat einen Unterhaltsanspruch von 3/7 seines Einkommens. Das sind rund 2.500,- €. Eva ist sprachlos und hat vor Glück Tränen in den Augen. Sie hält die Hände ihrer Freundin ganz fest und beide sind überzeugt, dass die gewünschte Unabhängigkeit damit finanziell gesichert ist. Die Anwältin wird in Kürze einen Brief aufsetzen und darin die Forderungen an den Ehemann übermitteln. Notfalls wird sofort Klage eingereicht, falls er nicht kooperieren sollte.

Pascal (49) ist glücklich. Seine Ehefrau Eva ist noch immer ausgesprochen attraktiv und kümmert sich um den Haushalt. Eva hat keine Berufsausbildung und arbeitete bis zur Heirat gelegentlich als Verkäuferin in einer Bäckerei. Pascal waren Ausbildung und Job seiner Eva egal, denn er war schwer in sie verliebt und das ist er bis heute. Allerdings bemerkte er in den letzten Monaten, dass Eva sich von ihm zunehmend entfernt hat und er stellte fest, dass einige Unterlagen in seinem Gehaltsordner fehlten und andere Dokumente plötzlich an einer anderen Stelle lagen. Er vermutet, dass seine Frau heimlich die Trennung von ihm vorbereitet. Er googelt im Internet und recherchiert, dass er bei einer Scheidung an seine Frau Ehegattenunterhalt zahlen muss, bei ihrer geringen Bildung und ohne Aussicht auf einen vernünftigen Job wahrscheinlich lebenslänglich. Nach diesen Informationen musste er sich übergeben.

Pascal hat aber auch gelernt, dass Ehegattenunterhalt reines Zivilrecht ist und seine Ehefrau, sofern er nicht bezahlt, höchstens eine Pfändung gegen ihn einleiten kann. Das klingt nicht gut, aber auch nicht völlig hoffnungslos. In jedem Fall ist die Nichtzahlung von Betreuungsunterhalt strafrechtlich nicht relevant. Es droht weder eine Strafanzeige, noch Gefängnis.

Das Geschäft von Pascal geht in letzter Zeit stark bergab, weil sein Spezialbereich immer weniger gefragt ist. Er wollte eh die Branche wechseln und weil er seiner Ehefrau in Kürze unterhaltspflichtig wird, ist es an der Zeit, Veränderungen vorzunehmen.

Auf den Anwaltsbrief seiner Ehefrau hat Pascal nicht geantwortet und es kam zum Gerichtsprozess. Pascal hat sich nicht durch einen Anwalt vertreten lassen. Die Kosten dafür waren ihm zu hoch und zudem machte ein langer und teurer Rechtsstreit für ihn sowieso keinen Sinn. Pascal hat im Hintergrund seine Auswanderung vorbereitet. Alle Wertsachen hat er zu Geld gemacht und die Konten geplündert. Das gesamte Bargeld hat er einer Vertrauensperson übergeben. Im Unterhaltsprozess wird er zur Unterhaltszahlung von 4.200,- € monatlich an seine Ehefrau verurteilt, weil viele Kosten aus seiner Gewinn- und Verlustrechnung nicht als Betriebsausgaben, sondern als Privatentnahmen angesehen wurden. Dadurch hat sich sein Einkommen fiktiv drastisch erhöht. Pascal war von der Dreistigkeit des Urteils zwar überrascht, aber es war ihm egal. In zwei Wochen startet sein Flieger in Richtung USA und dann ist er weg.

Pascal hat alle Kontakte in Deutschland konsequent abgebrochen, damit niemand weiß, wo er ist. Schließlich kann die Ehefrau sein Gehalt in vielen Ländern, auch in den USA, pfänden lassen. Wenn sie aber nicht weiß, wo er steckt, dann sieht es ganz schlecht für sie aus. Weil es sich bei ihm nur um die Eintreibung von Schulden aus Betreuungsunterhalt handelt, recherchiert weder die Polizei, noch die Staatsanwaltschaft. Seine Ehefrau muss alle Nachforschungen aus eigener Tasche bezahlen, wobei ihre bescheidenen Mittel die Möglichkeiten zur Jagd erheblich einschränken dürften.

Nach nunmehr acht Jahren braucht Pascal einen neuen Reisepass. Er fliegt von Los Angeles nach Paris und fährt mit dem Zug nach Deutschland. Pascal mietet für vier Wochen ein kleines möbliertes Zimmer, meldet sich in der Gemeinde an und beantragt einen neuen Reisepass. Nach zwei Wochen bekommt er die Mitteilung, dass sein neuer Pass abholbereit ist. Pascal nimmt den Pass in Empfang und meldet sich bei der Gemeinde wieder ab ins Ausland mit unbekanntem Ziel. Eine Abmeldung ins Ausland ohne konkrete neue Adresse ist kein Problem für die Verwaltungsangestellte, die jedoch dabei etwas verdutzt schaute.

Pascal fuhr mit dem Zug wieder nach Paris und flog von dort aus zurück in die USA. Er war nicht überrascht, dass in Deutschland alles problemlos gelaufen ist. Die Nichtbezahlung von Exenunterhalt ist keine Straftat und nach acht Jahren hat sich seine liebste Exehefrau sicher daran gewöhnt, dass er weg ist. Pascal hat von ihr jedenfalls nie wieder etwas gehört.

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