• 21.09.2019

Das Männermagazin

Leutnant Dino kommentiert

Das lief nicht so gut

bulldog

» Artikel vom

Im Radio musste ich diese Woche hören, dass die Zulieferer von BMW ernsthafte Probleme haben, weil Aufträge ausbleiben. Nun haben sie Überkapazitäten in der Produktion, die abgebaut werden müssen. Und Vodafone scheint auch am Ende zu sein. Seit einigen Tagen hat der Laden seine Kunden ins Mittelalter katapultiert. Man kann froh sein, dass wenigstens Telefonate noch funktionieren. Das Internet von Vodafone ist momentan schlechter, als in den Anfangszeiten vor 20 Jahren. Google wird nach langem Warten geladen, aber andere Webseiten gehen gar nicht mehr auf. Das sind sichere Zeichen, dass die Krise nun da ist. Zum Glück gibt es noch keine autonomen Autos, die auf Mobilfunk angewiesen sind. Diese Autos würden, wenn sie über Vodafone vernetzt wären, entweder crashen oder einfach stehenbleiben.

Meine Woche lief auch nicht gut. Es gab eine Telefonkonferenz mit rund 15 Teilnehmern, einige hoch qualifizierte Frauen waren natürlich auch dabei. Eine der Damen hatte ein Baby auf dem Arm, das permanent schrie. Für eine Telefonkonferenz ist das ein echtes Ärgernis, weil man sich bei dem Geschrei nicht konzentrieren kann und akustisch nicht alles versteht. Selbst nach einem Hinweis des Konferenzleiters war die Dame nicht gewillt, ihr Mikrofon lautlos zu stellen, solange sie nichts zu sagen hatte. Ich habe mich dann einfach aus der Konferenz verabschiedet, damit ich kein Ohrenleiden bekomme. Das Babygeschrei habe ich schlichtweg nicht mehr ausgehalten.

Und dann bekam ich diese Woche auch eine Beschwerde. Ich hätte zur Mitarbeiterin einer Firma gesagt, dass sie sich sexy und geil anziehen soll, wenn ich bei ihr aufschlage. Diese Dame ging dann sogleich zu ihrem Chef und beschwerte sich. Obendrein drohte sie mit dem Betriebsrat. An sich ist das für mich kein Problem, weil solche Beschwerden an mir abprallen, aber in diesem besonderen Fall brauchte ich diese Dame noch. Das hat sie ziemlich clever ausgenutzt. Aber ich habe mich nicht beirren lassen und bei unserem Meeting am nächsten Tag trotzdem meine anzüglichen Bemerkungen abgelassen. Auch habe ich darum gebeten, dass sie zum Betriebsrat geht und eine Strafanzeige sei das Mindeste, was ich von ihr erwarte. Nein, sagte sie, das wolle sie nicht tun. Das ist dann wohl doppelt schlecht gelaufen für mich. Schade. Vielleicht klappt es ja beim nächsten Mal.

In einer anderen Firma habe ich eine neue Sekretärin gesehen. Ein ziemlich heißer Feger und neugierig, wie ich bin, fragte ich nach ihrem Beziehungsstatus. Alleinerziehend. Wow, das ist ja ein Ding. Und warum hat Dich Dein Mann verlassen? Zur Antwort bekam ich, das würde mich nichts angehen. Zu gerne hätte ich nun meinen Spruch abgelassen, dass sie wirklich schlecht im Bett sein muss, wenn der Vater des Kindes den Hasenfuß macht.

So richtig rund wurde die Woche, als mir ein Polier berichtete, dass bei einer unserer künftigen Baumaßnahmen eine Bauleiterin eingesetzt wird. Was? Eine Frau? Mir bleibt nichts erspart. Was für eine beschissene Woche. Schlimmer geht es nicht mehr. Da war ich wirklich platt und habe in der Chefetage vorsorglich gestreut, dass ich mit einer Frau bestimmt nicht klarkommen werde. Der Polier tat dasselbe in den unteren Etagen. Nun bleibt es abzuwarten, was passieren wird. Ich kenne keine Bauleiterin, die auf der Höhe der Zeit ist. Zu gut erinnere mich noch an den Vorfall, wo der Polier zu einer Bauleiterin sagte, wenn sie nicht endlich ihre dumme Fresse hält, dann wirft er sie in die Donau. Wir standen damals auf einer Brücke über der Donau. Flennend ist sie dann abgezogen und hat bei ihrem Chef gepetzt. Zudem war diese Bauleiterin so hässlich, dass da noch nicht mal der Hund rangeht. Das ist hart und leider ist dieser Spruch nicht von mir. Es scheint auf dem Bau auch noch andere Sexisten zu geben.

Doch damit nicht genug. Am Freitag war ich in der Nähe von München und beim frisch operierten Bein meines Bulldogs muss noch regelmäßig das Wundblut abgesaugt werden. Ich ging zu einer Tierklinik und glotzte am Eingang auf die Ärztetafel. Durchwegs nur Frauen. So eine Scheiße aber auch. Die Bude war komplett leer, ich war der einzige Kunde. Wir kamen sofort dran, doch die Ärztin wusste nicht, was sie tun sollte. Ich erklärte ihr, wie man das Blut absaugt, doch sie sagte, dass sie da erst eine Kollegin fragen muss. Das tat sie und dann machte sie es genauso, wie ich es gesagt habe. Das Ganze dauerte keine fünf Minuten und weil mein Bulldog von einer Ärztin behandelt wurde, haben diese fünf Minuten 44 Euro gekostet. Das war sehr hart für mich. Die 44 Euro haben mich nicht gejuckt, aber das Geld in den Rachen einer Frau zu werfen, das tut wirklich weh.

Wäre ich nicht mit meinem Wohnwagen unterwegs gewesen, dann hätte ich einen Psychologen gebraucht, der mich wieder aufbaut. Doch in meinem Wohnwagen und in der besonders schönen Umgebung des Campingplatzes trat ein spontaner Selbstheilungsprozess ein. Da habe ich nochmal Glück gehabt. Wenigstens die Kosten für einen Psychologen blieben mir so erspart.

Eine solch schlimme Woche wünsche ich nicht mal meinem ärgsten Feind. Der Kontakt mit Frauen versaut einem nicht nur den Tag, sondern die komplette Woche. Das muss ich dringend ändern, denn ich möchte nicht, dass sich mein Frauenbild noch mehr verschlechtert. Und niemand kann sagen, dass ich selbst schuld daran bin. Die Frauen sind einfach nicht die hellsten Kerzen auf der Torte. Das macht alles ziemlich anstrengend und geht mir an die Substanz. Da sind die Probleme mit Vodafone fast nichts dagegen. Das Internet wird sowieso überbewertet. Die täglich schlechten Nachrichten braucht niemand. Und nach so einer Woche frage ich mich, wie Ehemänner es zusätzlich zum beruflichen Stress mit ihren Weibern aushalten. Die müssen sich doch jeden Tag besaufen, um das Gelalle halbwegs ertragen zu können. Es muss nicht erwähnt werden, dass ich besonders viel Glück habe und so ein Exemplar nicht ertragen muss!

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