• 12.11.2019

Das Männermagazin

Leutnant Dino kommentiert

Irgendwann sind wir alle im Arsch, Teil 2

arbeiter

» Artikel vom

Ich bin alle paar Jahre irgendwie im Arsch. Ein Job bricht weg, die Ehefrau ist unzufrieden oder ich habe schlichtweg aufs falsche Pferd gesetzt. Das sind alles Ereignisse, an denen ich selbst schuld bin. Nur die Selbsterkenntnis setzt neue Energien frei, die zur Problemlösung beitragen und die eigene Lebensfähigkeit wieder herstellen.

Ich erinnere mich sehr gut an alle meine Desaster und wie ich sie jeweils selbst regeln konnte. Es wäre natürlich immer einfach gewesen, vom Staat zu leben, aber das hat mit Eigeninitiative nichts zu tun. Ein schönes Beispiel fällt mir aus dem Jahr 2010 ein. Meine dritte und vorerst letzte Ehefrau, die mittlerweile ihr eigenständiges Leben gewählt hat, maulte damals permanent rum. Mein Auftraggeber war weggebrochen und ich hatte auf einmal kein Einkommen mehr. Reichtümer waren auch nicht vorhanden und so wurde es finanziell ziemlich eng. Eine Ehefrau hilft ihrem Mann da natürlich besonders gut weiter, wenn sie ihn mit möglichst vielen Vorwürfen überschüttet. So hat man neben seinem Jobproblem auch noch eine unzufriedene Ehefrau. Schlimmer kann es nicht kommen.

Kein Job, keine Ahnung wie es weiter geht, aber die Ehefrau flennt. Ich ließ sie links liegen. Es bringt in dieser Situation nichts, sich um die Gefühle einer Frau zu kümmern. Davon gibt es keinen neuen Job und damit kein Geld. Und so erstellte ich mir eine Liste von Bekannten, die in Schlüsselpositionen sitzen und Jobs vergeben dürfen. Nachdem ich da nur Absagen erhielt, kamen die potentiellen Auftraggeber dran. Abends gegen 22 Uhr war nur noch einer übrig. Ich hatte keine Manschetten, ihn um diese Zeit anzurufen, denn schließlich ging es um meine Existenz. Ich rief also an: „Hallo Ralf, hier ist Detlef. Wie geht es Dir?“. Ralf: „Hi Detlef, es geht mir perfekt.“ Der Einstieg war ganz gut. Immerhin legte Ralf nicht sofort auf, obwohl wir in der Vergangenheit einige Differenzen hatten. Und so fragte ich nach einem Job mit dem Hinweis, dass ich keine Aufträge mehr habe und natürlich Geld brauche. Und er gab mir einen Job.

Schon zwei Tage später arbeitete ich für Ralf und zwar acht Wochen lang in Nachtschichten. Ich war sehr froh, denn Ralf brauchte meine Leistungsfähigkeit und die alten Differenzen waren ihm egal. Ein Profi eben. Meine Ehefrau war allerdings noch stinkiger als vorher, weil ich nun nachts auf Arbeit war und ansonsten den ganzen Tag schlief. Das war eine harte Zeit und ich habe vor Männern, die in Nachtschichten arbeiten, höchsten Respekt. Irgendwann hatte meine Ehefrau dann die Schnauze voll von mir und war weg. Das ist ihr gutes Recht. Heute bin ich froh, dass ich für eine Frau keine Verantwortung mehr übernehmen muss. Das widerspricht zwar meinem Standpunkt, dass eine Beziehung stets gleichberechtigt sein sollte, aber Frauen drängen Männer sehr geschickt in eine Verantwortung für sie.

Wenn ich Arbeit brauche, dann rufe ich jeden an, den ich kenne, auch wenn er mich persönlich nicht mag. Hier geht es ums Geschäft und um die eigene Existenz. Ralf sagte mir später, dass er in der Hose einen Harten bekam, als ich ihn um Arbeit angebettelt habe. Ich war ganz unten und bat ihn, mir bitte zu helfen. Das hat er gerne getan. Nun hält mich Ralf sicherlich immer noch für einen Arsch, aber er mag eben auch meine offene und ehrliche Art. Ich bin ihm heute noch dankbar, dass er mir in einer echten Krise half. So etwas darf ein Mann nicht vergessen.

Sicherlich hätte ich auch einige Freunde um Geld bitten können, aber das ist nicht meine Art. Sich selbst zu helfen, das setzt eine unglaubliche Energie und Motivation frei. Hier geht es, wie schon gesagt, nicht um Reichtümer, sondern um die Sicherstellung der eigenen Existenz.

Ich schaue immer nach links und rechts, wie andere Männer ihr Leben gestalten. Ein Freund von mir lebt im Ruhrpott. Markus, noch keine 25 Jahre alt, hat einen guten Berater an seiner Seite. Es versteht sich fast schon von selbst, dass Markus keine Frau oder Freundin hat. Das würde ihn nur blockieren. Markus ist ein guter Handwerker, doch seine Schulnoten sind nicht so gut. Er hat nie einen guten Job bekommen, weil Mitbewerber mit besseren Zeugnissen stets bevorzugt wurden. Und so ging Markus das Risiko einer Selbständigkeit ein. Er fing mit Abbrucharbeiten in Häusern an und hat sich dann langsam weiter entwickelt. Er baut heute Küchen ein, repariert tropfende Wasserhähne, pflegt Gärten und kauft sogar für Rentner ein, die nicht mehr gut zu Fuß sind. Markus ist sich für nichts zu schade und macht alles, was irgendwie Geld bringt. Mittlerweile kann er sogar Bäder sanieren, die danach richtig geil aussehen. Nun sind im Ruhrpott die Löhne nicht hoch und der Markt recht schwierig, aber er hat unternehmerisch ein sehr einfaches System. Das Material lässt sich Markus von seinem Auftraggeber direkt bezahlen, ohne Aufschlag. Seinen Lohn bekommt Markus bar auf die Hand. Damit haben die meisten Auftraggeber das Gefühl, dass sie schwarz an der Steuer vorbei zahlen und dabei jede Menge Geld sparen.

So ist es natürlich nicht, denn sein Honorar in bar ohne Rechnung zu kassieren ist nicht verboten. Markus nimmt alle Einnahmen in die Buchhaltung und zahlt darauf seine Steuern. Ein Auftraggeber hatte ihn mal wegen Steuerhinterziehung angezeigt und gab an, dass er 500,- € in bar zahlen musste. Das war ein echter Schenkelklopfer, als das Finanzamt feststellte, dass diese 500,- € ordnungsgemäß gebucht und versteuert worden sind. Markus kassiert seinen Lohn immer noch in bar, aber er schreibt nun im Nachgang doch eine Rechnung. Das ist transparenter.

Markus hat bewiesen, dass er mit Eigeninitiative viel erreichen kann. Reichtümer wird er wahrscheinlich nicht anhäufen, aber er kann gut davon leben und ist sein eigener Herr. Er hat sich mit 5.000,- €, die er von einem Freund lieh, selbständig gemacht. Ein alter Transporter, ein gebrauchter Hänger und ein bisschen Werkzeug kaufte er davon. Alle anderen Geräte finanzierte Markus aus den Einnahmen. Das geht natürlich nur, wenn man selbst sparsam lebt und seine Ziele richtig auslotet. Nicht der Konsum ist wichtig, sondern die Sicherstellung seiner Existenz und Unabhängigkeit. Da ist eben kein Platz für eine Frau, die nur über teure Liebesgeschenke bei Laune gehalten werden kann. Markus sagt, dass er zwar gerne mal eine Alte aufbockt, aber ihn eine Frau ansonsten in seiner weiteren Entwicklung stört. Er hat den richtigen Berater. Einen Mann. Was sonst?

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