• 16.05.2019

Das Männermagazin

Leutnant Dino kommentiert

Der Sinn des Lebens durch weitsichtige Männer neu definiert

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» Artikel vom

In meinem Umfeld höre ich immer wieder, wie fast jeder möglichst früh in Rente gehen will. Da wird über geschickte Strategien zur Maximierung von Abfindung und Rente philosophiert. Und natürlich wird man dann endlich das tun, was man immer schon tun wollte. Reisen, Reisen und nochmals Reisen. Schöne Länder anschauen, vielleicht am Haus basteln oder sich um die Enkelkinder kümmern. Hauptsache nicht mehr arbeiten, denn die Arbeit nervt und hat noch nie richtig Spaß gemacht.

Nun gibt es in meinem Umfeld jede Menge Beispiele, wie diese Rentner tatsächlich leben. Morgens schleppen sie sich zum Bäcker, um frische Semmeln zu holen, fürs Frühstück und natürlich die Bildzeitung dazu. Danach ein Plausch mit dem Nachbarn über die guten alten Zeiten, als sie den Betrieb alleine am Laufen hielten. So wichtig waren sie und die jungen Kollegen haben natürlich alle keine Ahnung. Jeden Tag die gleichen Gespräche, jeden Tag die gleichen Rituale und sie merken nicht, dass sie schleichend, aber sicher komplett verblöden. Die Kinder bzw. Enkelkinder kommen nur ungerne, denn sie haben keine Lust mit einem verblödeten Opa immer wieder über die gleichen beschissenen Themen zu labern. Opa war vielleicht früher mal schlau, aber heute ist er ein Greis und sein Gehirn ist geschrumpft, obwohl er eigentlich noch nicht zu alt ist. Und dann stürzt Opa immer tiefer und schneller ab. Fast stoisch kaut er nun morgens seine Semmel und mit seiner Frau wechselt er kaum mehr ein Wort. Er ertappt sich immer öfter, wie er mit sich selbst spricht. Manchmal weiß er nicht, was er gestern getan hat und ob er morgens duschte. Es ist ihm egal geworden, er ist viel zu sehr mit sich selbst beschäftigt.

Verblödete Menschen merken nicht, dass sie verblödet sind. Sie haben keinen realen Vergleich zu ihren Mitmenschen. Wird ein Geisteskranker in einer Klinik gefragt, ob er sich gesund fühlt, dann wird er diese Frage immer mit Ja beantworten. Menschen mit schwachem Geist fühlen sich gut, aber auch einsam. Niemand will mit ihnen etwas zu tun haben.

Nun ist die frühe Rente ein klassischer Fehler. Wer seinen Beruf als notwendiges Übel und nicht als Berufung, als sinnvollen Lebensinhalt empfindet, der hat im Leben generell etwas falsch gemacht. Die Erfüllung von Aufgaben und das Meistern von Herausforderungen ist ein männliches Grundbedürfnis. Arbeit macht Spaß, Misserfolge spornen an und Erfolge erzeugen eine tiefe innere Befriedigung. Eine positive Arbeitseinstellung ist deshalb so wichtig, weil Arbeit einfach einen großen Stellenwert im Leben hat.

Es gibt eine wachsende Zahl von Männern, die weit über ihr Rentenalter hinaus zur Arbeit gehen, obwohl sie finanziell ausgesorgt haben. Die Arbeit macht ihnen Spaß und hält sie geistig fit. Der Umgang mit jungen Kollegen lässt sie nicht altern. Selbst mit 80 sehen diese Männer wie Anfang 60 aus und die geistige Frische dieser Männer ist verblüffend. Sie hantieren mit dem Smartphone wie die Jungen. Im Denken bleiben sie messerscharf und können sogar die jungen Kollegen noch übertrumpfen. Ein alter Sack ist sehr erfahren und schlau. Ein junger Bursche hat es da ganz schwer, ihm die Butter vom Brot zu kratzen. Dabei profitieren gerade die jungen Kollegen von einem erfahrenen Mitarbeiter. Der vermeintlich alte Mann hat immer eine Lösung parat und verliert nie die Ruhe und den Überblick. Nebenbei ist er auch im Leben der Jungen integriert. Oft haben diese Alten noch ein ganz junges Häschen an ihrer Seite. Der Stift kann durchaus auch mit fast 80 noch prima hart im Wind stehen. Das ist kein Problem.

Nun sind die Renten nicht üppig und das Geld ist sicherlich eine Motivation, als Rentner zu arbeiten. Das Wichtigste ist jedoch, dass Arbeit jung und munter hält. Der Geist bleibt klar und die gesellschaftliche Anerkennung ist einem sowieso sicher. Wer Spaß an seiner Arbeit hat und als Rentner noch im Betrieb ist, der wird lange leben. Und wer möchte das nicht?

Die Politik begründet die Verschiebung des Rentenalters völlig falsch. Sie verschweigt, dass wir durch Sinn und Aufgabe länger leben und somit mehr vom Leben haben. Wer dann noch eine Sekretärin auf seinem Schreibtisch vernascht, bekommt keinen Ärger, sondern Anerkennung dafür, dass er in seinem hohen Alter noch einen funktionieren Knüppel hat. Die alten Säcke genießen Narrenfreiheit und das kann man prächtig ausnutzen.

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