• 18.10.2019

Das Männermagazin

Leutnant Dino kommentiert

Es ist noch nicht verboten, ein Opportunist zu sein

dorf

» Artikel vom

Kämpfe nicht gegen etwas, was du nicht ändern kannst. Das ist eine von vielen Wahrheiten. Mein eigenes Handeln war immer bestimmt vom Streben nach dem eigenen Vorteil, mehr oder weniger jedenfalls. Manchmal gewinnt man, manchmal verliert man. Das Leben ist ein ständiges auf und ab. Doch können wir unser Schicksal beeinflussen? Ja, das kann jeder auf seine eigene Weise. Wir leben heute in einer der besten Demokratien (Husten, Räuspern, Erbrechen bei diesem Wort), aber die hat knallharte Grenzen. Deshalb ist es keine Demokratie, sondern eine Diktatur mit demokratischem Anstrich. Um es bildlicher auszudrücken: Ich weiß einfach nicht mehr, wann ich die Deutschlandflagge schwenken, sie mir in den Hintern stecken oder sie anzünden darf. Was heute noch falsch ist, das kann morgen schon richtig sein. Heute ein Verbrecher, morgen ein Held. Es sind wirklich schwierige Zeiten. Deswegen ist ein gesunder Opportunismus genau die richtige Einstellung. Das Tagesmotto kann nur heißen: Was geht mich dieser ganze Scheißdreck an? Wer sich aus öffentlichen Diskursen konsequent ausklinkt, der lebt in der Tat glücklicher. Auch deshalb sagt die Mehrheit der Deutschen öffentlich nicht mehr das, was sie wirklich denkt. Eine Demokratie muss das aushalten können.

Noch schöner ist es, wenn Opportunismus mit Zynismus kombiniert wird. Das ist sicherlich die übelste Charakterform, aber auch das muss eine Demokratie aushalten können. Jeder Einzelne ist ein Produkt dieser Gesellschaft. Die Mechanismen der Manipulation sind immer dieselben und Gesetzmäßigkeiten ändern sich nicht.

Wenn ich morgens den Fernseher einschalte, dann schaue ich zuerst in die üblichen Nachrichtensender rein. Gefallen mir die Nachrichten nicht, dann schalte ich auf einen Musikkanal und glotze nebenbei ins Männermagazin. Das ist deutlich besser, als seinen Schädel mit negativem Dreck zu füllen. Auch ohne Nachrichten dürfte mittlerweile jedem Trottel klar sein, dass man heutzutage weder mit dem Zug fährt (wegen den Pennern), noch ins Schwimmbad geht (weil man vielleicht auf Finke treffen könnte), noch in einer Großstadt wohnt (wegen den zu hohen Mieten). Jeder kann sich sein Leben entsprechend einrichten, doch stattdessen wird gemeckert und gejammert. Das ist der falsche Weg. Viel besser ist es, beweglich und frisch im Kopf zu sein. Vor vier Jahren war mir nicht klar, dass ich mit meinem Wegzug aus München in ein Kuhdorf nach Oberfranken meiner Zeit weit voraus sein würde, wie bereits Jahre zuvor mit meiner spontanen Unterhaltsflucht nach Thailand, mit der ich lediglich ein Zeichen setzen wollte. In meinem Kuhdorf herrscht Ruhe und Ordnung. Natürlich gibt es hier auch böse Menschen, die beispielsweise versuchten, meinen Bulldog als Kampfhund einzustufen. Doch dieser Versuch scheiterte kläglich. Auch hier muss ein Mann immer ein Zeichen setzen.

Aus der oberfränkischen Sicht kann man über die heutigen Zustände kalt lächeln. Was geht es mir doch gut. Ok, ich wohne in einem Assihaus, aber das ist wirklich cool. Auch hier herrscht Ordnung. Zwar gibt es schon mal was auf die Fresse oder eine Frau will aus Liebeskummer aus dem ersten Stock in den Tod springen, aber das ist eher lustig als gefährlich und kommt nicht jeden Tag vor. Der Kern der Hausbewohner besteht aus harten Kerlchen. Frauen haben hier nichts zu melden und das ist gut so.

Warum nicht auf dem Land wohnen und in der Stadt arbeiten? Da gibt es viele Möglichkeiten. Die Amerikaner machen es uns doch vor. Kein normaler Mensch lebt dort in den Zentren der Metropolen. Nein, dort wird nur gearbeitet. Die Bevölkerung wohnt gut sortiert nach der sozialen Herkunft in auf sie zugeschnittenen Wohnanlagen. Das erzeugt ein relativ hohes Sicherheitsgefühl. Der Deutsche muss sich sicherlich erst daran gewöhnen, aber wer heute über die weitere Entwicklung nachdenkt und die Weichen richtig stellt, der wird schneller sein, als die meisten anderen.

Auf dem Land in der Nähe eines Krankenhauses ist die medizinische Versorgung meist besser als in der Stadt. Als ich mir beim Gassi gehen mit meinem Bulldog den Knöchel gebrochen habe, war um Mitternacht die Notfallaufnahme im Krankenhaus gähnend leer. Innerhalb weniger Minuten war ich versorgt. Das wäre in einer Großstadt undenkbar. Auf dem Land in der richtigen Lage ist das möglich.

Und wer auf dem Land wohnt, der kauft vor Ort nur noch seine Lebensmittel ein. Der Rest wird online bestellt. Das spart jede Menge Zeit, Geld und Ärger mit pampigem, meist weiblichem Verkaufspersonal. Der wichtigste Point auf dem Land ist sicherlich, dass die Mieten recht überschaubar sind und vom Nettolohn deutlich mehr übrig bleibt. Dem gegenüber stehen zwar höhere Fahrtkosten oder Kosten für auswärtige Übernachtungen, aber hier muss der Einzelne kreativ sein. Vielleicht ist ein Wohnwagen eine gute Lösung, so wie ich das praktiziere. Das steigert sogar noch die Lebensqualität, weil ein Wohnwagen durchaus ein gewisses Urlaubsfeeling erzeugt.

Sicherlich ist das Wohnen auf dem Land stressfreier und man ist befreit vom asozialen Pack. Wenn ich mir Wuppertal anschaue, dann frage ich mich wirklich, wieso da überhaupt noch Menschen leben wollen. Mir reicht es schon, wenn ich dort einmal im Jahr meine Freunde besuche. Das ist ein Schock, aber auch wiederum gut, weil ich meine hohe Lebensqualität auf dem Land umso mehr zu schätzen weiß.

Im Moment habe ich für mich alles richtig gemacht, bis vielleicht eine neue Situation eintreten wird. Aber auch dann werde ich die richtige Lösung für mich finden. Nichts anderes machen die Amerikaner und die sind echtes Leid gewöhnt. Wir Deutschen müssen uns umstellen und positiv agieren, statt jammernd und frustriert auf bessere Zeiten zu warten. Wer sich auf die Politik verlässt, der hat die Kontrolle über sein Leben verloren!

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