• 04.08.2021

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Jeder Freie Mann sollte ein Musikinstrument spielen!

music

» Artikel vom

Gastautor: Neo

Im Männermagazin wird viel über Frauen geschrieben, doch wird dabei oft ein wichtiger Aspekt im Leben des Freien Mannes vergessen: das Hobby. Für Hantel-Hakan ist es das Fitnesscenter und der eigene Körper, für P. sein Garten und seine Bienen, für andere ist es das Auto oder die liebevoll gepflegte Modell-Eisenbahn. Männerhobbys sind vielfältig und sie werden umso wichtiger, je mehr Mann sich dem ewigen Rattenrennen um die Frau mit den üppigsten Brüsten, dem knackigsten Hintern oder den längsten Beinen entzieht. Auch die Motivation zu einer sinnvollen Freizeitbeschäftigung ist vielfältig: Von zusätzlich eine Stange Geld verdienen bis hin zu reiner Liebhaberei, aber auch, um damit bei Frauen zu punkten. Oder einfach nur, um mit sich selbst ins Reine zu kommen, um „abschalten“ zu können. Die Liste der Gründe für ein bestimmtes Hobby ist lang.

Ich möchte in diesem Artikel die verschiedenen Hobbys, denen Männer in ihrer Freizeit nachgehen, weder bewerten noch verurteilen. Im Gegenteil: Wenn ihr etwas gefunden habt, dass euch Spaß macht, hört nicht damit auf. Das wichtigste ist immer die eigene Befindlichkeit. Deshalb möchte ich euch hier ein Hobby vorstellen, das im Männermagazin bisher viel zu kurz kam und viele der oben bereits erwähnten Motivationsgründe vereint, nämlich die Musik. Genauer gesagt, das Erlernen eines Musikinstruments.

Jeder Freie Mann sollte meiner Meinung nach ein Musikinstrument spielen. Das ist eine gewagte Aussage, aber es gibt mehrere Gründe, die dafür sprechen, wie ich gleich aufzählen werde. Dabei ist es nicht wichtig, dass man der nächste Mozart wird, im Gegenteil. Wichtig ist, dass man ein für sich befriedigendes Niveau erreicht – aber dazu später mehr. Nachfolgend die für mich sieben wichtigsten Argumente, es gibt noch wesentlich mehr, die für das Erlernen eines Musikinstruments sprechen.

(1) Das Spielen eines Musikinstruments erhöht evidenzbasiert die kognitiven und kreativen Fähigkeiten des Mannes und beugt Krankheiten wie Alzheimer, Schlaganfällen u.v.m. nachweislich vor. Wir wollen ja alle frauenlos möglichst alt werden, damit wir möglichst viel von unserer sauer verdienten Kohle noch selbst ausgeben können. Das Erlernen eines Musikinstruments ist ein guter erster Schritt in diese Richtung.

(2) Das Erlernen eines Musikinstruments bringt Geld. Ja, richtig gelesen. Wer ein Musikinstrument auf einem akzeptablen Niveau beherrscht, kann damit auch auftreten und Geld verdienen. Die Welt besteht nicht nur aus Profimusikern oder solchen, die es gerne werden wollen. Im Gegenteil: Laienmusiker sind in der Überzahl und können damit ziemlich viel Kohle nebenher dazuverdienen, wenn man es richtig macht. Da kann ich aus Erfahrung sprechen.

(3) Beim Musizieren findet man Freunde fürs Leben. Egal ob in einer Jazz-Formation, in einer Harmoniemusik, in einem Orchester oder in der Big Band, ob in einer Pop-Gruppe oder als DJ in der Dorfdisco. Man findet Gleichgesinnte aus allen Altersgruppen und sozialen Schichten, darunter zwar auch Frauen, aber mehrheitlich Männer. Voraussetzung dafür ist natürlich, dass man sein Instrument auf entsprechendem Niveau beherrscht. So kann man echte Männerfreundschaften finden, die weit über die Musik hinausgehen.

(4) Musizieren bringt dir was für den Alltag. Dass das Musizieren gesund ist, haben wir ja schon gelernt. Ebenfalls nicht zu unterschätzen ist, dass dabei die Hand-Auge-Koordination sowie die Konzentrationsfähigkeit trainiert und gesteigert wird. Die Geschicklichkeit, die manche Instrumente erfordern, helfen dir im Alltag bis ins hohe Alter. Viele Instrumente schulen die Körperhaltung oder auch das Atemsystem. Neben dem Gesundheitsaspekt halten diese kleinen positiven Nebenwirkungen des Musizierens im Alltag jung und agil. Jedes Stück ist anders, jede Situation, sei es Probe oder Gig, erfordert Flexibilität. Die Macht der Eintönigkeit und Langeweile hat da keine Chance mehr.

(5) Ein Musikinstrument bietet dir eine neue Form des Ausdrucks. Es gibt Dinge, die kann man nicht in Worte fassen und auch nicht mit Bildern beschreiben. Hier fängt die Ausdrucksstärke der Musik an. Wer ein Musikinstrument beherrscht, gewinnt ein Ventil zum Ablassen von Gefühlen: Wut, Trauer, Angst, Glück, Freude, ja sogar die von Frauen oft gefakte Liebe. Das alles lässt sich über ein Musikinstrument darstellen. Es ist in meinem Leben schon oft vorgekommen, dass ich nach einem schlechten Tag nach Hause gekommen bin, mein Instrument zur Hand genommen und einfach drauflos gespielt habe. Danach ging es mir immer wesentlich besser. Ja, die harten Kerle unter euch werden sagen: Du Muschi. Aber ein Musikinstrument ermöglicht dir, Dinge zu sagen, die du sonst lieber für dich behältst.

(6) Der Status als Laienmusiker ist ein Plus in jedem Lebenslauf. Anders als andere ehrenamtliche Tätigkeiten gilt das Spielen eines Musikinstruments im Mitarbeiter-Recruiting als positives Asset im Bewerbungsportfolio. Während der Arbeitgeber bei Mitgliedern der freiwilligen Feuerwehr oder der Rettung stets Angst haben muss, dass der Mitarbeiter vom Arbeitsplatz weg zum Einsatz gerufen wird, ist man diesbezüglich beim Laienmusiker auf der sicheren Seite. Zudem ist das Verletzungsrisiko bei Musikern wesentlich geringer, als bei passionierten Hobbysportlern. Das ist ein nicht zu unterschätzendes Argument.

(7) Last but not least: Laienmusiker punkten beim Ansehen in der Gesellschaft und bei Frauen. Wer ein Musikinstrument spielt, gilt unter anderem automatisch als kreativ, ausdauernd, zielorientiert, flexibel und teamfähig. Das sind alles Eigenschaften, die gerne gesehen werden. Man hat damit einen gewissen Status gegenüber anderen. Besonders hilfreich ist das Beherrschen eines Musikinstruments, wer es (noch) mag, bei der Eroberung von Frauen. Sie begehren diese Eigenschaften ebenfalls. Darüber hinaus tummeln sich in Chören, aber auch in Bands oft heiße Feger, mit denen, nachdem man bereits eine Leidenschaft teilt, schnell noch eine weitere hinzukommen kann ;-). Außerdem: Der Musiker oder gar Solist, der nach einem erfolgreichen Gig, egal ob Laien- oder Profikonzert, ungefickt nach Hause geht, muss wohl erst noch geboren werden. Zudem erlernt man bei manchen Musikinstrumenten auch Zungen- oder Fingerfertigkeiten, die beim anderen Geschlecht äußerst beliebt sind. Das ist nicht so bekannt, sonst würden sich viel mehr junge Männer bzw. Ehefrauen ihren Zahlesel zum Musikunterricht anmelden.

Natürlich ist das Erlernen eines Musikinstruments auch mit einem gewissen Aufwand verbunden: Neben dem Kauf eines qualitativ hochwertigen Instruments spart die Investition in einen Profi zum anfänglichen Musikunterricht Zeit und Nerven. Man kann heutzutage auch als Autodidakt ein Musikinstrument relativ einfach erlernen, allerdings rate ich aus Zeit- und Effizienzgründen davon ab. Womit wir schon beim nächsten Punkt wären, dem zu kalkulierenden Zeitaufwand. Man benötigt etwa 7.500 Stunden Übungsaufwand, um ein Musikinstrument auf dem Niveau des Geigers David Garrett zu beherrschen. Diese These stellt Psychologe Anders Ericsson auf in seinem Buch „Outliers: The Story of Succes“, die auch von einer Studie der Musikambulanz des Universitätsklinikums Düsseldorf gestützt wird. Im Buch sind es zwar 10.000 Stunden, aber diese beeindruckende Zahl wurde nur genommen, um es besser zu verkaufen. Drittelt man den Zeitaufwand des Profis auf 2.500 Stunden, so kommt immer noch ein Musiker auf gehobenem Laienniveau heraus. Das entspricht etwa einer täglichen Übungszeit von etwas mehr als 1 ½ Stunden über den Zeitraum von vier Jahren. Wichtig dabei ist: Qualität vor Quantität. Wer zu Beginn bei der Qualität des Instruments oder am Musiklehrer zum Erlernen der Basics spart, wird deutlich langsamer und frustrationsanfälliger zum erhofften Ziel kommen.

Der Zeitaufwand hängt natürlich davon ab, welches Niveau man erreichen will. Ich habe mein Abenteuer in der Musik so erlebt: Der Weg ist das Ziel und meine Reise ist noch lange nicht zu Ende. Klar gab es auch Rückschläge, aber die vielen unvergesslich schönen Stunden und Freundschaften, die mir dieser Weg beschert hat, will ich keinesfalls missen. Man bekommt, je weiter man bereit ist diesen Weg zu gehen, immer mehr heraus als man reinsteckt. Das kann ich euch versprechen.

Wenn es gewünscht wird, schreibe ich gerne einen weiteren Teil rund um das Thema. Zum Beispiel über die Auswahl des passenden Musikinstruments für den Freien Mann. Oder warum das Komponieren weniger Kunst, als vielmehr Logik ist, was Frauen, ähnlich wie beim Schachsport, offensichtlich vor Probleme stellt.

Euer Neo

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