• 21.05.2022

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Alleinverzogen

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Gastautor: Drecksköter

Judäa, Bethlehem, 30 n.Chr., gegen Mitternacht. Alles schläft, einsam wacht nur das traute, hochheilige Paar.

"Joseph, du musst dem Jungen einfach noch etwas Zeit geben. Er braucht das halt."
"Junge? Der 'Junge' ist fast 30 Jahre alt und hat ein Kreuz wie ein Galeerenruderer."
"Nun versteh doch. Er ist halt in einer besonderen Phase seiner Entwicklung."
"Phase. Phase. Das hör ich jetzt seit bald 10 Jahren. Ich werde nächstes Jahr 50, habe Arthrose in den Knien und statt meine Tischlerei zu übernehmen, rennt Jesse jeden Tag an den Fluss, um sich den neuesten Esoterikunfung anzuhören und du bestärkst ihn auch noch darin!"
"Nun versteh doch. Er ist der Menschensohn. Johannes der Täufer hat es doch gesagt."
"Menschensohn, Menschensohn! Ich bin auch ein Menschensohn. Aber seit dieser Johannes, dieser Hippie aus Ägypten seinen Endzeitunfug hier verbreitet, ist unser Junge wie ausgewechselt"
"Unser Junge? Es ist mein Junge! Du bist doch bloß sein Stiefvater!"
"Natürlich ist es Dein Junge. Du musstest Dich ja damals bei der Volkszählung von dem notgeilen Zenturio vögeln lassen, bis Du die Englein im Himmel hast singen hören. Alle wissen es, dass er nicht von mir ist, alle! Selbst in der Kneipe wird getuschelt, nur Jesse selbst weiss von nichts und glaubt, er sei etwas besonderes."
"Er ist halt nicht zum Zimmermann geboren."
"Ja, das sieht man. Ariels Sohn hat jetzt schon das zweite Fischerboot und die Schafherde von Samuels Sohn füllt bald das ganze Beeka-Tal. Nur unser Sohn kriegt nichts auf die Reihe, schwingt große Reden und macht mit den Weibern rum."
"Er ist halt so und er ist bei den Leuten sehr beliebt."
"Bei den Leuten? Bei den Frauen! Sogar mit der Frau des Statthalters fickt er herum. Die Behörden werden schon aufmerksam. Jesse wird sich mit seinem Unfug noch ins Unglück stürzen!"
"Was Du bloß hast! Eine harmlose Schwärmerei ist's mehr nicht!!"
"Schwärmerei? Die militanten Zeloten kehren bei ihm ein wie die Fliegen auf der Scheisse!!! Dein Sohn wird sich noch ans Kreuz bringen! ... 30 Silberlinge. Hörst Du? 30 Silberlinge muss ich jeden Monat aufbringen, damit die Firma läuft, die Löhne gezahlt werden können und wir zu essen haben. Und Dein Menschensohn treibt sich seit 40 Tagen in der Wüste herum!"
"Geld! Geld! Das ist alles worum es sich in Deinem Leben dreht! Nie hätte ich mit Dir zusammenziehen sollen. Hätte ich bloß auf meine Eltern gehört. 'Dein Josef ist ein Korinthenkacker, ein Erbsenzähler, ein Langweiler, ein arbeitswütiger Geizkragen' und sie haben recht gehabt! Mir reichts! Ich geh wieder nach Jerusalem zu meinen Eltern!" [Türknall!]
"Ich war zu gutmütig ... die Firma, die Firma ... ich sollte den Laden einfach an die Wand klatschen und nur noch in Tel Aviv Party machen ..."
Joseph ging an den Kühlschrank und holte sich ein Bier.

Die weiteren Folgen sind bekannt. Und eines galt damals, wie heute: Fehlt der Vater, geht's mit den Kindern allzuoft bergab. Vielleicht wäre aus Jesse ein erfolgreicher Geschäftsmann geworden, wenn er statt eines soften alten Stiefvaters einen richtigen Kerl als Vater gehabt hätte, der ihn nötigenfalls auch mit harter Hand auf den richtigen, nämlich alltagstauglichen Weg gebracht hätte.

Alleinerziehend ist für alle Seiten eine Katastrophe: Für die überlasteten Mütter, die es praktisch nie schaffen Job, Erziehung und Finanzen auf die Reihe zu bekommen. Für die Väter, die von Frau und Kindern nichts haben, sei es, dass sie geschieden sind oder viel zu viel Lebenszeit in die "Firma" stecken, bis sie sich völlig von Frau und Kind entfremdet haben. Für die Kinder, die als Kinder oder junge Heranwachsende, stets unfertig bleiben und nie von Grund auf echte Ordnung kennengelernt haben. Und so kann man dem Sachbuchtitel einer berühmten Konstanzer Autorin "Allein, alleiner, alleinerziehend" praktisch immer anfügen: "alleinverzogen".

Ohne Vater fehlt dir etwas.

In den Weisheitslehren des fernen Ostens ist das Prinzip völlig klar zu durchschauen: Im Symbol des Yin und Yang bedingen und durchdringen sich Erscheinungsform und Leere, Himmel und Erde, Schwarz und Weiss, Gut und Böse, Mann und Frau. Nie steht eines der beiden Symbole lediglich alleine da. Im traditionellen Familienbild gibt es die alleinerziehende Powerfrau nicht.

Der ferne Osten beantwortet die Frage nach dem Sinn des Lebens daher bodenständig und einfach:

Der Sinn des Lebens ist
Essen-Trinken
Mann-Frau

Ganz einfach. Fertig. Nicht Mann-Mann. Nicht Frau-Frau. Ganz zu schweigen von Alleinerziehende-Scheidungsvater-Staat. Die Kinder, die einer funktionierenden Familie entspringen, reihen sich daher auch nahtlos in die Gesellschaft ein. Seit unzähligen Generationen hat das auch funktioniert und bewährt. Überall. Wäre es nicht so, wäre die Menschheit längst ausgestorben. Die Evolution kennt keine Gnade.

Da, wo der Vater schwach ist oder ganz fehlt, laufen die Dinge jedoch ganz schnell aus dem Ruder. Die Pubertät ist für alle Seiten ohnehin schon Belastung genug, aber wenn die gelegentlich harte Hand des Vaters keine Grenzen setzt, entwickeln die lieben Kleinen grenzenlose Ansprüche und wilde Ideen. Insbesondere die Kombination aus väterlicher Abwesenheit, ungeordneter geistiger Entwicklung im Studium, Idealismus, Zeit und Vermögen, das die alleinverzogenen Kinder selbst natürlich nicht erarbeiten mussten, sorgten im Laufe der Geschichte für die allerschlimmsten Auswüchse, von denen hier einige kurz genannt sein sollen:

Karl Marx (1818 - 1883), Studium seit 1835, Vater stirbt 1838 und schreibt 1837:
"Als wären wir Goldmännchen, verfügt der Herr Sohn in einem Jahr beinahe 700 Taler gegen alle Abrede, gegen alle Gebräuche, während die Reichsten keine 500 ausgeben." Die Folgen sind bekannt.

Wladimir Iljitsch Uljanow (1870 - 1924), Vater stirbt 1886, die Frau erhält eine stattliche Rente und ist als 'niedrige Adelige' im Besitz eines Landgutes. Lenin studiert und lebt vom Familienvermögen. Die Folgen sind bekannt.

Josef Stalin (1878 - 1953), die streng religiöse Mutter trennt sich 1883 vom gewalttätigen Ehemann, er studiert im Tifliser Priesterseminar, hat ab dem 17. Lebensjahr Kontakt zu geheimen marxistischen Zirkeln, wird 1899 vom Seminar ausgeschlossen und ist seitdem "Berufsrevolutionär". Die Folgen sind bekannt.

A.H. (1889 - 1945), Vater Aloys Schicklgruber stirbt 1903, A. bezieht ab 1903 eine anteilige Waisnrente, ab 1905 Finanzhilfen von seiner Mutter und seiner Tante Johanna ... Die Folgen sind bekannt.

Che Guevara (1926 - 1967), 1946 trennen sich die Eltern, Studium bis 1953, Stalinverehrung ... Die Folgen sind bekannt.

Jan-Carl Raspe (1944 - 1977), Vater stirbt 1944, er lebt bei Verwandten in Ost-Berlin ...

Andreas Baader (1943 - 1977, Vater 1945 verschollen, wächst die ersten fünf Jahre bei seiner Großmutter auf, ab 1949 in einem Drei-Frauen-Haushalt mit seiner Mutter, Großmutter und Tante ...

Ulrike Meinhof (1934 - 1976), Vater stirbt 1940, Mutter stirbt 1949, Vormundschaft erhält eine Freundin der Mutter ...

Die Folgen sind bekannt.

Die Bibel hat schon Recht, wenn es in Sprüche 13,24 heißt "Wer seine Rute schont, haßt seinen Sohn; wer ihn aber lieb hat, der züchtigt ihn beizeiten." Der gute alte Tritt in der Arsch, die bewährte Backpfeifenpolka, die gezielte Arschbackenmassage bewirkt in der richtigen und rechtzeitigen (!) Dosierung wahre Wunder. Entwickeln die liebe Kleinen aufgrund eines Übermaßes an Zeit und Geld im Studium weiterhin allzugroße Spinnereien, dann kann die "Erdung" schnell und sicher dadurch erfolgen, dass der Geldhahn zugedreht wird. Harte Arbeit adelt bekanntlich und wirkt bezüglich der lockeren Einstellung zum Geld fremder Leute wahre Wunder. Was wäre der Menschheit alles erspart geblieben, hätte man oben genannten Spinnern einfach den Geldhahn abgedreht und sie produktiver Arbeit zugeführt ...
Dem freien Mann ist das alles nichts Neues. Er hält sich im Umgang mit spinnerten Ideen einfach an die alte Weisheit: "Von mir kann es nichts geben!"

Als Literaturanregung sei noch mit auf den Weg gegeben:

o Marx & Engels intim: Erstaunliches aus dem unzensierten Briefwechsel von Karl Marx und Friedrich Engels
o Roland Baader: Totgedacht. Warum Intellektuelle unsere Welt zerstören.

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